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Trotz Kurzrede im Mühldorfer Stadtrat: Das große Nuscheln

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Markus Honervogt, Leitender Redakteur Mühldorfer Anzeiger.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Nein, in Corona-Zeiten hat es niemand leicht. Schon gar nicht die Damen und Herren des Mühldorfer Stadtrats. Die tagen – seit das Virus durch den Landkreis zieht – im Stadtsaal, aufgereiht wie auf der Schulbank.

Sitzungslanger Maskenzwang, Mikrofone zur Verständigung im Raum verteilt, Bierverbot nach der Sitzung. Da sich das Biest auch durch Aerosole beim Sprechen verbreitet, hat der Bürgermeister jetzt die Kurzrede eingeführt. So sitzen die Damen und Herren brav hinterander und versuchen, ihre Meinung präzise kundzutun. Die ganz großen Spezialisten sind dabei die Sitzplatznuschler, die von ihrem Platz aus einfach und ganz kurz nach vorne nuscheln.

Ein Referent für deutliche Worte tut Not

Nur wenig besser sind die Abstandsnuschler, die zwar den Weg Richtung Mikrofon finden, es aber coronagerecht durch 1,50 Meter Distanz vor einer Infektion bewahren wollen. Und schließlich gibt es die Dranvorbeinuschler, die zwar keine Berührungsangst mit moderner Technik zeigen, aber trotz geringem Abstand an der Sache – sprich dem Mikrofon – vorbei reden und mit ihren Worten nicht die Membran des Gerätes treffen.

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So angewendet, vertreiben die Schutzmaßnahmen nicht nur das Coronabiest, sondern auch die Zuhörer, die nix hören. Deshalb sollte der Stadtrat einen Referenten für deutliche Worte bestellen. Maßgeschneidert wäre der Job für Stadtratsdentist Dr. Christian Leunig. Der könnte künftig mit hoher beruflicher Qualifikation darauf achten, dass seine Stadtratskollegen die Zähne auseinanderbekommen: Bitte den Mund ganz weit aufmachen.

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