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Minister beantwortet Fragen

Covid-Versorgung bindet Arbeitskraft: Mühldorfs Landrat Heimerl fordert Unterstützung vom Bund

Max Heimerl
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Max Heimerl
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Pflegenotstand, Finanzierung, Patientenversorgung – den Angestellten des Inn-Klinikums Mühldorf brennen viele Themen unter den Nägeln. Beim Besuch von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprachen sie Probleme an – und der Gesundheitsminister antwortete. Auch der Landrat meldete sich zu Wort.

MühldorfHelga Büllesbach, seit 1986 als Krankenschwester im Inn-Klinikum, war der Meinung, dass sich der Pflegenotstand nicht innerhalb von Monaten lösen ließe. Der sei in den vergangenen 20 Jahren durch die Politik entstanden, die das Ziel hatte, Krankenhäuser zu reduzieren. „Damals gab es in Deutschland 1900 Krankenhäuser – und man war der Meinung, dass 1200 genügen würden. 500 sind mittlerweile geschlossen“, nannte sie Zahlen. Die Arbeitsbedingungen seien schlechter, der Beruf unattraktiv geworden. Rein wirtschaftlich gesehen bedeute ein multimorbider Patient ein Verlustgeschäft. „In unseren Häusern sind wir auf gutem Weg, aber ich befürchte, dass der der Kampf weiter geht!“

Spahn meldet Erfolg beim Anstieg der Gehälter in der Pflege

Bundesgesundheitsminister Spahn sprach in diesem Zusammenhang bei der Fragerunde im Lichthof des Mühldorfer Krankenhauses die aus seiner Sicht positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre auf, nannte die Abschaffung des Schulgelds, mehr Attraktivität durch die Zusammenführung der Ausbildungsberufe und die Ausbildungsvergütung von 1000 Euro im ersten Ausbildungsjahr. In keinem anderen Beruf seinen die Gehälter so stark gestiegen wie in der Pflege.

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13 Prozent mehr Auszubildende in den vergangenen drei Jahren

„Wir zählen 13 Prozent mehr Auszubildende in den letzten drei Jahren. So viele wie nie. Reicht es? Nein. Aber der Weg ist begonnen!“ Das Geld sei da – aber es fehlten die Fachkräfte. Man habe einen Veränderungsprozess begonnen. Doch Vertrauen könne nur geschaffen werden, wenn nicht nur der Minister „vorturnt“, sondern wenn man gemeinsam vermittle: „Wir haben den richtigen Weg begonnen!“

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Betreuungsschlüssel von 1:2 auf Intesivstationen eingeführt

Auf Intensivstationen habe man einen Betreuungsschlüssel von 1:2 eingeführt. Natürlich könne man einen Schritt weitergehen und eine 1:1-Betreuung anstreben. „Doch dann müssten wir die Intensivstationen zusperren, weil die Kräfte fehlen. Denn Personalvorgaben schaffen kein Personal.“

Ziel sei es, die Grundversorgung in der Fläche sicherzustellen

Es sei eine große Aufgabe der Politik, bedarfsgerechte Strukturen zu schaffen. Während man in Vorpommern Gebiete habe, in denen man 15 Minuten zum nächsten Krankenhaus brauche, fänden sich im Ruhrgebiet innerhalb von 30 Kilometern 60 Kliniken. Ziel sei es, die Grundversorgung in der Fläche sicherzustellen sowie die Bündelung der Kräfte und Spezialisierung.

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Eindringlicher Appell zur Imagepflege

Annemarie Denkl, Pflegedirektorin für Mühldorf und Haag, sorgt sich um das Image der Krankenhäuser und um das der Pflege im Speziellen. Von einem negativen Touch sprach sie. Man müsse die Arbeit in den Häusern nach Außen verstärkt positiv darstellen. Die Corona-Pandemie habe man gut gemeistert. „Doch bei der Beschaffung von Schutzkleidung waren wir von Lieferungen aus dem Ausland abhängig“, sagte sie.

Probleme ansprechen, Erfolge kommunizieren

Der Gesundheitsminister sagte zum „negativen Touch“, dass man im Ministerium große Anstrengungen unternehme, um das Berufsfeld positiv darzustellen. „Aber solange in den Pflegeberufen stets über Notstand geredet wird, kann ich noch so viele Imagefilme machen.“ Man müsse über Probleme reden, aber auch darüber, welche Verbesserungen bereits angestoßen worden seien. Auch die Beschäftigten in den Krankenhäusern sollten dies nach außen kommunizieren.

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Covid lähmt das Inn-Klinikum auch weiterhin

Landrat Max Heimerl (CSU) dankte dem Bund für die Ausgleichszahlungen in der Pandemie, „sonst wäre das nicht zu stemmen gewesen“. Er appellierte aber auf weitere Hilfen für das Inn-Klinikum, in dem die Covid-Versorgung viel Arbeitskraft binde. „Von 275 Betten können wir 100 nicht betreiben. Corona lähmt uns!“ In Mühldorf habe man in der Vergangenheit doppelt so viele Corona-Patienten behandelt als das Klinikum Rechts der Isarl.

Spahns Vision vom dänischen Weg

Spahn erklärte dazu, dass der Bund im Verlauf der Pandemie etwa 15 Milliarden Euro zusätzlich für die Krankenhäuser zur Verfügung gestellt habe. „Man muss jetzt schauen, wie sich das in den nächsten Monaten entwickeln.“ Er hofft dabei auf die Impfung. „Wir haben eine Pandemie der Ungeimpften. Wenn wir ähnliche Impf-Quoten wie Dänemark erreichen, können wir auch den dänischen Weg gehen“, sagte Spahn, der es jedoch unterließ, sich bei der Zusage weiterer finanzieller Mittel festzulegen.

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