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Drei Fälle entdeckt

Corona-Mutation im Landkreis Mühldorf angekommen: Landrat Heimerl mahnt zu großer Vorsicht

Die Corona-Lage im Landkreis Mühldorf am 29. Januar 2020.
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Die Corona-Lage im Landkreis Mühldorf am 29. Januar 2020.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen im Kreis Mühldorf sind vergleichsweise hoch. Die meisten Ansteckungen gibt es innerhalb der Familie. Und: Die gefürchtete Virus-Mutation ist da. Landrat Maximilian Heimerl ruft die Menschen dazu auf, alles zu tun, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Mühldorf – „Die Gefahr der Ansteckung ist immer noch sehr groß“, spricht er von einer „Gemengelage, die besorgniserregend ist: Wir brauchen noch mal eine gemeinsame Kraftanstrengung, um die Verbreitung endlich zu stoppen.

Corona-Mutation: Infizierte hatten wenig Kontakte zu anderen

Auch gestern kamen laut Landratsamt wieder 20 neue Fälle hinzu. Drei von ihnen sind der neuen Virusvariante zuzuordnen, die als besonders ansteckend gilt. Laut Heimerl leben die drei Infizierten im westlichen Landkreis, es handelt sich um portugiesische Arbeiter. „Wir gehen davon aus, dass die Fälle im geschlossenen Rahmen bleiben“, die drei Männer hätten wenig Kontakte zu anderen Menschen gehabt.

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Woher kommen die Corona-Infektionen im Landkreis Mühldorf? Mehr als die Hälfte aus dem privaten Umfeld.

Aktuelle Artikel zur Corona-Pandemie finden Sie auf unserer OVB-Themenseite.

Trotzdem sorgt sich Heimerl, dass die Virusvariante die Zahlen im Landkreis hochhalten könnte. Warum die Zahlen im Vergleich zu Nachbarlandkreisen überdurchschnittlich sind, können aber weder der Landrat noch der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Benedikt Steingruber, sagen.

Die meisten Infektionen finden im privaten Umfeld statt

Was sie aber durch die Nachverfolgung sicher wissen: „Mehr als die Hälfte der Infektionen stammt aus dem privaten Bereich“, sagt Steingruber. 53 Prozent der Menschen haben sich seit dem 1. November 2020 zu Hause oder im Freundeskreis infiziert. Das sind die Ergebnisse der Nachverfolgung der Infektionsketten.

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Heimerl weiß, wie schwer es fällt, gerade privat die Regeln einzuhalten. Er erlebt es am eigenen Leib, wenn es um Besuche bei seine Eltern geht, die er nur alleine ohne seine Familie sehen darf. Trotzdem: „Wir müssen private Kontakte wenn möglich noch weiter reduzieren.“ Kein Familienhopping, bei dem zwar die Zahl der maximalen Personen eingehalten wird, man sich aber in kurzen Abständen mit verschiedenen Menschen trifft. Keine Partys, „die es vereinzelt auch bei uns noch gibt“, keine Menschenansammlungen auch beim Einkaufen. „Wenn es nötig ist, sollte man sich nur mit einem festen Bezugshaushalt treffen.“

Tägliche Tests von Mitarbeitern und Besuchern in Altenheimen

Auf die Infektionen im privaten Bereich folgen die am Arbeitsplatz. Der ist laut Steingruber zwar meist entsprechend der Hygienevorschriften gut organisiert. „In den Pausen, beim Kaffeetrinken oder gemeinsamen Essen werden die Abstandsregeln aber oft nicht eingehalten“, sagt er. Immerhin zwölf Prozent der Infektionen kommt aus diesem Bereich.

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Der Landkreis will seine Bemühungen, das Virus einzudämmen, ausweiten. Über die gesetzlichen Vorgaben hinaus sollen Mitarbeiter und Besucher von Altenheimen täglich getestet werden. Das sei mit einem neuen Schnelltest möglich, den jeder selbst durchführen könne, sagt Landrat Heimerl. Der Landkreis stellt ihn derzeit aus Beständen des Freistaats zur Verfügung, sodass auf die Heime keine zusätzlichen Kosten zukämen.

Mühldorfs Landrat Maximilian Heimerl ist besorgt angesichts des erstmaligen Auftretens einer ansteckenderen Coronavirus-Mutation im Kreis Mühldorf.

Wir können einen Plan diskutieren, was wir tun, wenn die Zahlen niedrig sind. Einen Zeitpunkt aber können wir aber auf keinen Fall nennen.

Maximilian Heimerl, Landrat des Kreises Mühldorf, über Lockerungen der Corona-Beschränkungen

In den Krankenhäusern soll weiter regelmäßig getestet werden, in der Notbetreuung von Grundschulen in Mühldorf, Buchbach und Waldkraiburg sollen im Rahmen eines Modellversuchs ebenfalls Schnelltests durchgeführt werden. Heimerl kündigte auch die Erhöhung der Polizeipräsenz an.

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Wann es Lockerungen geben kann, darauf legen sich Steingruber und Heimerl nicht fest. Der Landrat betont: „Wir können einen Plan diskutieren, was wir tun, wenn die Zahlen niedrig sind. Einen Zeitpunkt aber können wir aber auf keinen Fall nennen.“ Das sei erst möglich, wenn der Inzidenzwert dauerhaft in Richtung 50 gehe. Gestern lag er laut Landratsamt bei 146,7. Das entspricht täglich 25 Neuinfektionen. Damit der Wert auf unter 50 sinkt, dürfen sich täglich nicht mehr als sieben oder acht Menschen infizieren.

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