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Die Corona-Lage diese Woche

Ärzte und Eltern in Mühldorf bei Corona-Impfung für Kinder skeptisch

Es wird immer besser: Die Karte zeigt, dass der größte Teil der Landkreisgemeinden coronafrei ist. Schöne
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Es wird immer besser: Die Karte zeigt, dass der größte Teil der Landkreisgemeinden coronafrei ist. Schöne
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Ärzte und Eltern im Landkreis Mühldorf sind skeptisch. Sie fragen sich, ob es gut wäre Kinder jetzt gegen Corona zu impfen. Ein Arzt sagt: Das geht eh nicht.

Mühldorf – Der Leiter des Impfzentrums in Mühldorf will sich zu den medizinischen Fragen rund um die Corona-Impfung von Kindern nicht äußern. Klar sagt Dr. Timm Büttner aber: „Das Thema erledigt sich derzeit doch, weil es nicht genug Impfstoff gibt. Kinder kämen ganz hinten dran.“

Auch Ärzte solle erst Ältere und Gefährdete impfen

Das gilt nach seiner Einschätzung nicht nur für die Impfzentren, die weiter entsprechend der Priorisierung impfen müssen, sondern auch für Hausärzte, für die die Vorgabe am 7. Juni fallen soll.

„Aber auch Hausärzte sind gehalten, die zu impfen, die es aus medizinischer Sicht am nötigsten brauchen.“ Trotzdem haben sich die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten dafür ausgesprochen, Kinder ab zwölf Jahren gegen Corona zu impfen, wenn ein Medikament für diese Altersgruppe zugelassen wird.

Heimische Ärzte sind in ihrer Beurteilung zurückhaltend. So sagt Dr. Benedikt Steingruber, Leiter des Gesundheitsamts: „Grundsätzlich wäre eine Impfung von Kindern eine Ergänzung zur bisherigen Impfstrategie, um weitere Infektionen zu verhindern.“ Er verweist auf Ausbrüche in Schulen.

Noch zu wenig Wissen über Nebenwirkungen

Steingruber sagt aber auch: „Noch wissen wir zu wenig über die Nebenwirkungen der Impfung bei Kindern.“ In den bisherigen Veröffentlichungen gehe es um die gute Wirksamkeit der Impfung. Weil Kinder im Regelfall einen milderen Verlauf hätten, profitierten sie aber weit weniger von Vakzinen als ältere Menschen. „Möglicherweise brauchen wir ein Konzept zur Impfung von durch Krankheiten besonders gefährdeten Kindern.“

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Kinderärztin Manuela Zabinski aus Waldkraiburg ist ebenfalls zurückhaltend, weil es noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gibt. Erst wenn man über mehr Informationen verfüge, könne man Eltern auch entsprechend beraten.

Damit teilen die Mediziner die Bedenken von Martina Maier-Krapf. Die Mutter von zwei Kindern sagt: „Kinder haben es gar nicht nötig.“ Für ihre Kinder im Grundschulalter käme eine Impfung ohnehin noch nicht in Frage. Aber auch für ältere Kinder sieht die Mühldorferin keinen Grund, übereilt zu handeln. „Die Not, die die Krankheit hervorruft, ist bei Kindern doch gar nicht gegeben“, sagt sie und verweist auf die geringen Beschwerden, unter denen coronakranke Kinder leiden würden.

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Deshalb solle Impfstoff für Kinder zunächst sorgfältig geprüft werden. Maier-Krapf, die in den vergangenen Monaten Demonstrationen für mehr Freiheiten für Kinder in der Corona-Krise organisiert hat, sagt, dass auch andere Eltern skeptisch seien. „Sogar Eltern, die bisher alles mitgetragen haben.“ Vor allem bei einem Thema habe sie größte Bedenken: Impfpflicht. Die haben Politiker allerdings immer wieder verneint, zuletzt auch Ministerpräsident Markus Söder: „Keiner muss geimpft werden“, sagte er. „Wir wollen Impfangebote machen, aber es gibt keine Impfpflicht.“ Unterricht werde trotzdem möglich sein.

Von Herdenimmunität noch weit entfernt

Der drastische Rückgang der Corona-Zahlen im Landkreis binnen weniger Wochen liegt nach Ansicht von Landrat Maximilian Heimerl nicht an einer Herdenimmunität. „Selbst wenn wir die Zahl der Geimpften und die Zahl der Genesenen sowie nicht entdeckte Fälle hochrechnen würden, haben wir keine Herdenimmunität erreicht.“

Impffortschritt hilft Zahlen zu senken

Aber es sei anzunehmen, dass durch den guten Impffortschritt im Landkreis und die Anzahl der Genesenen Infektketten früher abbrechen und größere Ausbrüche seltener würden. Heimerl nennt vor allem die offenen Impfangebote für Jüngere, weil diese Bevölkerungsgruppe mehr Kontakte habe. In besonders gefährdeten Einrichtungen wie Schlachthöfen und Flüchtlingsunterkünften hätten viele die Impfangebote angenommen.

Der Landkreis liegt weiter vorn: Durch zahlreiche Aktionen ist die Zahl der Geimpften höher als im Bayern- und Deutschlandvergleich. Schöne

Viele Testangebote und Nachverfolgung bis 340

Die zahlreichen Testangebote und die strukturierte Arbeit des Gesundheitsamts trügen ebenfalls ihren Anteilt. Das Gesundheitsamt konnte, auch bei Inzidenzen über 340, die Kontaktnachverfolgung gewährleisten“, sagt Heimerl. Er lobt auch die Disziplin und die Verantwortungsbereitschaft der Menschen im Landkreis. Um die bittet er auch in den nächsten Wochen.

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