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Zu lasche Überwachung?

Wirte, Veranstalter und Landratsamt: So läuft die Kontrolle von Coronaregeln im Kreis Mühldorf

Kontrolle streng nach Vorschrift: Hammerwirt Holger Nagl lässt sich am Eingang zum Restaurant den 3G-Nachweis von Stammgast Erich Brunnhuber zeigen.
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Kontrolle streng nach Vorschrift: Hammerwirt Holger Nagl lässt sich am Eingang zum Restaurant den 3G-Nachweis von Stammgast Erich Brunnhuber zeigen.
  • Christa Latta
    VonChrista Latta
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  • Markus Honervogt
    Markus Honervogt
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Ministerpräsident Markus Söder hat schärfere Kontrollen der Coronaregeln in Gasthäusern und bei Veranstaltungen angekündigt. Im Landkreis Mühldorf läuft nicht alles vorschriftsmäßig. Das mag auch daran liegen, dass bislang kaum Wirte von behördlichen Kontrollen berichten können.

Mühldorf – Während viele Vereine, Wirte und Veranstalter akribisch die Corona-Impf- oder Testbescheinigungen ihrer Besucher überprüfen, herrscht bei anderen der Schlendrian. Auch die Kontrolldichte im Landkreis scheint nicht besonders engmaschig zu sein. Konkrete Zahlen, wie viele Kontrollen es in der letzten Zeit gab, gibt es aber nicht.

Erfahrungen von Kollegen aus der Redaktion zeigen Schwachstellen in mehreren Lokalen. So konnte im Avocado und Centrale in Waldkraiburg an einem Abend zumindest ein Paar und eine Gastfamilie unkontrolliert am Tisch Platz nehmen.

Strenge und lasche Überprüfungen

Die Regel? Personalchefin Sarah Hutzler winkt ab. Es werde sehr wohl kontrolliert. „Wer uns nichts vorlegen kann, hat die Möglichkeit, bei uns vor Ort einen Schnelltest zu machen“, sagt sie. Polizei oder Landratsamt sind bei ihr nach eigener Aussage noch nicht vorbei gekommen.

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Ortswechsel nach Mühldorf. „Wir kontrollieren jeden einzelnen, wir sind da hinterher“, sagt der Wirt der Taverna Antica in Mühldorf, in dessen Wirtschaft am Samstagabend zumindest in einem Fall die Impfausweise einer Vierergruppe nicht überprüft wurden. „Das darf nicht sein“, betont William Fusaro. „Es ist eine gefährliche Situation, und ich bin nicht bereit, den Laden wieder zuzusperren.“

Am vergangenen Samstag reichte dagegen der Hinweis: „Wir sind geimpft“, um den reservierten Platz einnehmen zu können, einen Nachweis wollte der Kellner nicht sehen.

Bis zu 5000 Euro Strafe für die Wirte

Nur wenige Meter weiter eine Bar, der gleiche Abend. Im Café Orange wird das Einchecken mit der Luca App verlangt, oben an der Treppe steht eine Mitarbeiterin, die den Status checkt. Beim digitalen Impfzertifikat will sie nicht nur das erste Fenster mit dem QR-Code sehen, sondern auch das zweite mit den Bestätigungen.

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Der Aufwand für die Wirte sei groß, sagt Holger Nagl, selbst Gastwirt und Sprecher des Mühldorfer Kreisverbands des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands. Manche Gäste hätten dafür wenig Verständnis, aber für den Hammerwirt sind diese Kontrollen derzeit der einzige Weg, um den Bewirtungsbetrieb aufrechterhalten zu können: „Es geht hier um Strafen für die Gastronomen bis zu 5000 Euro bei Zuwiderhandlung und um meine Konzession als Gastwirt.“

Nagl kontrolliert deshalb „aus Überzeugung“ und will auf diesem Weg weitere Gäste zur Impfung animieren. „Wir halten uns an die Regeln und haben dafür extra Personal am Eingang des Hammerwirts abgestellt,“

Online-Reservierung statt Warteschlangen

Marc Vermetten will Warteschlangen verhindern, wenn am Abend die Gäste ins Hardthaus in Kraiburg kommen. Er bietet bei der Online-Reservierung deshalb gleich die Möglichkeit, Impfnachweise hochzuladen. Wer das nicht tut, wird an der Tür um das Zertifikat gebeten. Manchmal staut es sich. „Es ist schon etwas nervig, wenn ein Gast für eine größere Gruppe reserviert hat und dann 30 Gäste kontrolliert werden müssen“, gibt er zu. „Das führt zu Wartezeiten am Eingang.“ Ein Gast mit Diplom zum Testen hat das für seine Gesellschaft selbst vor der Tür erledigt und daraus bereits ein kleines Event gemacht.

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Über Kontrollen durch die Polizei oder das Landratsamt können die befragten Wirte dagegen nicht sprechen. Die gab es in ihren Gasthäusern schlicht noch nicht.

Kontrollen verschärfen

Laut Landratsamt hätten Mitarbeiter des Gesundheitsamts, der Lebensmittelüberwachung und Beamte der Polizei ihre Kontrollen in Clubs und bei Veranstaltungen seit Mitte Oktober intensiviert. Eine Zahl, wie viele Kontrollen es gab, nannte das Landratsamt nicht. „Seit der Einführung der 3G-Regeln gab es stichprobenartige Kontrollen in den Bereichen Clubs, Gastronomie, Fitnessstudios und Freizeiteinrichtungen“, heißt es lediglich.

„In der vergangenen Woche wurden die Kontrollen mit dem Schwerpunkt 3G-Regeln in der Gastronomie noch einmal intensiviert. Darüber hinaus wurden die Einlasskontrollen von zwei Clubs im Landkreis überprüft“, nennt das Landratsamt zumindest eine Zahl. Das Ergebnis der Kontrollen ist mager: „Aktuell läuft ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Seit dem 1. September wurden keine Bußgeldbescheide erlassen.“

So kontrolliert die Stadt Mühldorf bei ihren Kulturveranstaltungen

Nach Angaben von Walter Gruber, Leiter des Mühldorfer Kulturamts, „findet die Kontrolle vor Haberkasten oder den Stadtsaal statt. Da wir in unseren Kulturhäusern derzeit 3G und nicht 3-G-plus haben, muss der Personalausweis nur dann kontrolliert werden, wenn Zweifel an der Identität des Kunden bestehen.“ Im Haberkasten sei dafür eine Person zusätzlich zur 3-G-Kontrolle abgestellt worden, im Stadtsaal seien es zwei bis drei Personen zusätzlich. „Wir sind der Meinung, dass es freundlicher wirkt, wenn unsere Kunden vom Einlass-Team und nicht von der Security empfangen werden, deshalb erledigt das Einlass-Team diese Aufgabe mit.“ Diese Kontrollen seien bisher ohne größere Probleme oder Diskussionen durchgeführt worden. Überprüfungen der Maßnahmen durch Polizei oder Landratsamt gab es laut Gruber bislang nicht.

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