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Coronavirus-Wochenbericht

Bisher vier Fälle bekannt: Delta-Variante ist auch im Landkreis Mühldorf angekommen

Sechs der 17 neuen Corona-Fälle kommen aus Waldkaiburg. Die Inzidenz bleibt weiter einstellig.
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Sechs der 17 neuen Corona-Fälle kommen aus Waldkaiburg. Die Inzidenz bleibt weiter einstellig.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Impffortschritt versus Delta-Variante: Dr. Benedikt Steingruber, Leiter des Gesundheitsamtes in Mühldorf, spricht von einem Wettlauf, wenn er auf die mögliche Ausbreitung der indischen Corona-Mutation im Landkreis Mühldorf angesprochen wird. „Wir haben bereits vier Fälle und erwarten weitere!“

Mühldorf – Steingruber verweist in diesem Zusammenhang auf die enorme Steigerung dieser Corona-Variante im Vergleich zur vergangenen Woche. Drei Prozent habe ihr Anteil vor einer Woche betragen, jetzt seien es schon 15 Prozent. Umso mehr betont er, wie wichtig es ist, beide Impfungen zu haben: „Es ist inzwischen bekannt, dass vollständig Geimpfte recht gut geschützt sind. Es erkranken vor allem nicht und unvollständig Geimpfte. Ausbrüche – hoffentlich kleinere – sind aber zu erwarten.“

Nur 83 Prozent sind überhaupt impffähig

Sorge bereitet den Leiter des Gesundheitsamtes die große Gruppe der ungeimpften Kinder und Jugendlichen, „vor allem, wenn bis zum Herbst die Zahlen der Delta-Variante steigen sollten“. Um einen entsprechenden Immunisierungsgrad in der Bevölkerung zu erreichen, sei es wichtig, dass sich möglichst viele registrieren und auch impfen lassen. „Auch im Hinblick auf den Herbst, wenn die Schule wieder los geht und wir voraussichtlich viele Reiserückkehrer haben!“

80 Prozent Impfquote würde die Delta-Variante einbremsen

Auf die Frage, wann der Landkreis Mühldorf einen so großen Impffortschritt erreicht haben wird, damit die Delta-Variante keine so große Rolle spielen wird, verweist das Landratsamt Mühldorf auf das Robert-Koch-Institut. „Das RKI spricht in diesem Zusammenhang von 80 Prozent.“ Wann diese Impfquote im Landkreis erreicht ist, ließe sich aber nicht vorhersagen, weil dies abhängig sei von der zur Verfügung stehenden Impfstoffmenge und der Impfbereitschaft der Bürger.

In diesem Zusammenhang merkt das Landratsamt an, dass nur 83 Prozent der Landkreisbevölkerung überhaupt impffähig ist (18 Jahre und älter). 5,5 Prozent seien nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) nur eingeschränkt impffähig (12- bis17-Jährige).

Situation ist vergleichbar wie im Herbst 2020

Derzeit ist davon auszugehen, dass die Alpha-Variante nach und nach von der Delta-Variante verdrängt wird und die Zahlen als Folge davon ansteigen könnten. Eine ausreichende Immunisierung der Bevölkerung kann diese Entwicklung nach Ansicht der Behörden abfedern. „Die Situation ist vergleichbar wie im Herbst, als die Ursprungsvariante von der Alpha-Variante verdrängt wurde.“

Auch das Verhalten jedes Einzelnen bestimmt das weitere Pandemie-Geschehen

Landrat Max Heimerl (CSU) lässt keinen Zweifel daran: „Neben dem Impffortschritt bestimmt auch unser Verhalten, wie es im Herbst weitergeht. Wir müssen uns jetzt clever verhalten.“ Es gehe darum, einen Mittelweg zu finden zwischen Freiheit und Lebensfreude einerseits, und Vorsicht und Zurückhaltung andererseits. „Wenn uns das gelingt, bin ich zuversichtlich, dass wir im Laufe des Jahres das Virus endgültig besiegen können!“

Ab sofort gibt es wieder Erstimpfungen

Wurden in den vergangenen Wochen am Impfzentrum überwiegend Zweitimpfungen durchgeführt, werden ab sofort vermehrt Termine für Erstimpfungen vergeben. Bereits ab der kommenden Woche stehen dafür zunehmend mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna zur Verfügung, wie die Pressestelle des Landratsamtes in Mühldorf mitteilt. Und das voraussichtlich in der Menge, dass allen bisher registrierten Bürger ein Impfangebot gemacht werden kann.

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Vor allem 18 bis 30-Jährige sind aufgerufen, sich impfen zu lassen

„Die Impfkampagne darf nicht ins Stocken geraten, damit wir einen möglichst hohen Grad der Immunisierung in der Bevölkerung erreichen. Dies ist besonders vor dem Hintergrund der Ausbreitung der Delta-Variante entscheidend im Kampf gegen die Pandemie“, so Stefan Feige, Pandemiearzt für den Landkreis Mühldorf. Deshalb werden alle Bürger, die sich bislang noch nicht registriert haben, dazu aufgerufen. Dies richtet sich vor allem auch an die Jüngeren von 18 bis 30 Jahren, die vielleicht noch nicht mit einem Termin gerechnet haben.

Terminvergabe nun ausschließlich nach dem Datum der Registrierung

Bei gleichbleibender Impfstofflieferung kann jedoch auch dieser Altersgruppe in den kommenden Wochen ein Impfangebot gemacht werden. Deshalb sollte sich jetzt jeder um einen Impftermin bemühen. Dafür ist eine Registrierung unter www.impfzentren.bayern unbedingt erforderlich. Da alle priorisierten Personen bereits ein Angebot erhalten haben, erfolgt die Terminvergabe nun ausschließlich nach dem Datum der Registrierung.

Bei der Quote der vollständig Geimpften liegt der Landkreis über dem bayerischen und deutschen Durchschnitt.Verena Klinger

Landrat Heimerl sorgt sich, weil das Impfinteresse abnimmt

Landrat Max Heimerl (CSU) appelliert eindringlich, dies auch wahrzunehmen: „Wir haben im Moment die Sorge, dass es in den nächsten Wochen zu wenig Interessenten für den vorhandenen Impfstoff geben wird. Daher möchte ich alle Landkreisbürger dringend dazu auffordern, sich zu registrieren. Nur so können wir den zur Verfügung stehenden Impfstoff auch abrufen und bis zum Herbst eine ausreichende Impfquote erreichen.“

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Ein Reiserückkehrer unter den neuen Fällen

Zumindest bleiben aktuell die Corona-Inzidenzen einstellig. Seit der letzten Statusmeldung vom vergangenen Mittwoch meldet das Landratsamt einen neuen bestätigten Corona-Fall. Unter den Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen befand sich ein Reiserückkehrer. Jeweils drei Fälle wurden im Landratsamt in der Altersgruppe 15 bis 34 Jahre (Vorwoche ebenfalls drei) und 35 bis 59 (Vorwoche sechs) verzeichnet. Zwei Fälle entfielen auf die Altersgruppe 5 bis 14 (Vorwoche ein Fall) und ein Fall auf die Altersgruppe über 80 Jahre.

Die prozentuale Aufteilung bezieht sich nicht auf die Landkreisbevölkerung, sondern auf den Anteil an den Geimpften.

Sieben-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 7,8

Im Landkreis Mühldorf liegen insgesamt 6959 bestätigte Fälle vor. Es gibt unverändert einen nachgewiesenen und fünf Verdachtsfälle der Beta-Variante, acht Fälle der Gamma-Variante sowie vier Fälle der Delta-Variante. 6787 Personen sind genesen, 17 aktive Fälle zählt der Landkreis. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, beträgt 155. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 7,8.

Über 42 000 Personen vollständig geimpft

Bis einschließlich Donnerstag, 24. Juni, wurden 102 295 Impfungen im Landkreis verabreicht. Insgesamt 61 897 Personen sind mindestens einmal geimpft (53,4 Prozent aller Landkreisbürger). 42 332 Personen (36,5 Prozent) haben die abschließende Impfung erhalten. Die Zahl der von Betriebsärzten in Unternehmen durchgeführten Impfungen ist in diesen Zahlen nicht enthalten.

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