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Inzidenzen bleiben niedrig

Luftreiniger für alle Schulen im Raum Mühldorf in der Diskussion - Samstag Biontech für alle

Die Inzidenz-Werte von Corona-Infektionen bleiben einstellig, lediglich jeweils drei neue Positiv-Fälle stechen in Mettenheim und Waldkraiburg heraus.
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Die Inzidenz-Werte von Corona-Infektionen bleiben einstellig, lediglich jeweils drei neue Positiv-Fälle stechen in Mettenheim und Waldkraiburg heraus.
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
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Bis September soll es in jedem bayerischen Klassenzimmer einen mobilen Luftreiniger geben. Im Raum Mühldorf ist nur ein Teil der Schulen mit den Geräten ausgestattet. Am Samstag gibt es derweil im Impfzentrum Mühldorf Biontech für alle.

Mühldorf/Waldkraiburg/Neumarkt-St. Veit – Die bislang zurückhaltende Position in den Gemeinden beim Einbau von Luftfiltern, ist offenbar darin begründet, dass einige Kommunen nichts von den Luftfiltern halten, hohe Kosten scheuen und auf Alternativlösungen setzen. 80 000 Klassenzimmer gibt es im Freistaat, in nur 14000 sind Luftreiniger verbaut, die Aerosole filtern und damit das Infektionsrisiko mit Corona minimieren.

Skepsis gegenüber den Luftfiltern

Neumarkt-St. Veit setzt auf sogenannte CO2-Ampeln. Schon im Januar dieses Jahres hat die Stadt 62 Ampeln angeschafft, die in den Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen den Kohlendioxidgehalt in der Luft messen und Alarm schlagen, wenn der Gehalt zu hoch ist und gelüftet werden muss. Luftreinigungssysteme stellten zwar eine Alternative dar. Sie ersetzen aber nicht das Lüften, „weil mit diesen Umluftgeräten oder Luftreinigern kein Frischluftanteil vorhanden ist“. So hatte Florian Reichl aus dem städtischen Bauamt schon damals argumentiert.

Teure Anschaffung, hohe Folgekosten

Teure Anschaffung, hohe Folgekosten und ständige Wartung – das habe die Stadt bislang davon abgehalten, eine Anschaffung zu tätigen, sagt Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner, der den Luftfiltern skeptisch gegenübersteht. „Ein mobiler Luftreiniger steht im vorderen Bereich des Klassenzimmers, zieht die Luft aus dem ganzen Raum an und fördert doch erst die Verbreitung von Viren!“

Baumgartner wartet auf Empfehlung vom Landesamt

Solange es keine Stellungnahme oder Empfehlung aus dem Landesamt für Gesundheits- und Lebensmitteltechnik gibt, sehe er keinen Bedarf, solche Filter anzuschaffen. Bei Kosten von knapp 3000 Euro pro Luftreiniger fielen in Neumarkt letztlich rund 90 000 Euro an Anschaffungskosten an. Diese Summe müsste über die Schulumlage auf die Gemeinden umgelegt werden. Baumgartner fühlt sich durch Förderanreize politisch unter Druck gesetzt mit einer Technologie.

Lesen Sie dazu auch: Stadt und Landkreis Rosenheim winken beim Thema Luftreiniger vorerst ab

In allen Schulen der Verwaltungsgemeinschaft High-Tech-Anlagen

Die Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen mit ihren vier Gemeinden Zangberg, Schönberg, Oberbergkirchen und Lohkirchen hat den Sinn von leistungsstarken Raumlüftungsgeräten schon früh erkannt und diese bereits ab dem Herbst 2020 für die beiden Grundschulen in Zangberg und Lohkirchen sowie für die Schulen in Schönberg und Oberbergkirchen angeschafft. Nicht bloße Luftfilter, sondern High-End-Geräte, wie auch der Kämmerer der VG, Georg Obermaier, bestätigt, weil der Luftaustausch automatisch funktioniere, im Winter auf ein Öffnen der Fenster verzichtet werden könne und damit auch kein Wärmeverlust einhergehe.

Anlagen angeschafft, als es keinen Zuschuss gab

„Allerdings haben wir die Anlagen angeschafft, als es keinen Zuschuss dafür gegeben hat. Die Gemeinden haben die Kosten selbst getragen“, sagt Obermaier. Pro Anlage waren das mehr als 10 000 Euro. Jetzt aber überlegt man, ob man im Rahmen von Förderprogrammen auch die Kindertagesstätten in der Verwaltungsgemeinschaft mit Lüftungsanlagen ausstatten soll.

In Buchbach kamen die Filter bereits bei der Sanierung der Schulen

Bürgermeistersprecher Thomas Einwang aus Buchbach erklärt, dass der Einbau von Filtern in die Klassenzimmer im Entscheidungsbereich jeder Gemeinde als Sachaufwandsträger liege. Da haben Außenstehende keinen Einfluss auf die Entscheidung der jeweiligen Kommune. „Wir haben bei der Sanierung der Buchbacher Schulen diese Anlagen mit eingebaut“, erklärte der Buchbacher Bürgermeister auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Auch interessant: Mangfalltal: Werden Luftreiniger bald Pflicht?

In der Realschule in Waldkraiburg gibt es acht Luftfilter. „Die habe ich selber besorgt“, sagt Schulleiter Werner Groß, der acht Geräte als Firmenspende für seine Schule bekam. Die Luftfilter wurden in den Räumen der Abschlussklassen aufgestellt, die dauerhaft Präsenzunterricht hatten.

Freistaat soll bitte auch zahlen

Groß hat mittlerweile beim Landkreis als zuständigem Sachaufwandsträger auch für alle anderen Klassenzimmer Luftfilter beantragt. Der Elternbeirat habe sich ganz klar dafür ausgesprochen, so der Rektor, der die Wirkung der Geräte nicht einschätzen kann. „Dazu fehlt mir das Fachwissen. Aber ich denke, im Zweifel ist ein Schritt zu viel besser alles einer zu wenig.“ Kritisch sieht Groß allerdings, dass die Kommunen dafür zur Kasse gebeten werden. „Das ist unredlich. Wenn der Freistaat Luftfilter für alle Klassen ankündigt, dann sollte er sie auch ganz bezahlen.“

Kritik gibt es vom Bayerischen Städte- und Gemeindetag

Kritik an die Regierung gibt es vom Bayerischen Städte- und Gemeindetag. Die Regierung habe die Erwartung geschürt, dass die Kommunen bis zum Herbst Luftreinigungsgeräte oder Luftreinigungsanlagen für alle 100 000 Klassenzimmer und für weitere rund 52 000 KiTa-Räume anschaffen.

Welche Geräte kommen eigentlich in Betracht?

Dieser Erwartung der Staatsregierung begegnen die kommunalen Spitzenverbände mit großer Skepsis, wie sie in einem Schreiben an die Regierung deutlich machen. „Inwieweit der Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten den Präsenzunterricht sicherstellen kann, erscheint uns offen.“ Der Einsatz staatlicher Fördermittel sei grundsätzlich zwar begrüßenswert. „Allerdings müsste dafür zunächst eine fachlich fundierte Festlegung durch den Freistaat erfolgen, welche Geräte überhaupt in Betracht kommen, um einen hinreichenden Schutz zu gewährleisten.“

Damit könnten Fehlkäufe, kontraproduktive Umweltbelastungen, beispielsweise durch zu hohe Lärmentwicklung oder zu hohen Stromverbrauch, und nicht tragbare Folgekosten vermieden werden. Und außerdem: „Solange die Kommunen an die nationalen und europäischen Vergabevorschriften gebunden sind, ist es völlig illusorisch, von einer Anschaffung noch in diesem Jahr auszugehen“, heißt es in einem Schreiben an die Regierung.

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STIKO empfiehlt mRNA-Impfstoff für die zweite Impfung

Die Prävention technischer Art in den Schulen ist die eine Sache, die Vorbeugung vor einer Ansteckung in Form von Impfstoff eine andere. Und hier zündet der Landkreis gerade einen Turbo. 7700 Impfdosen des Vakzins von Biontech stehen in den nächsten Wochen zur Verfügung. Ab dem heutigen Samstag können sich Impfwillige über 18 Jahre (jüngere nach Beratung und in Begleitung ihrer Erziehungsberechtigten) von 9 bis 17.30 Uhr im Impfzentrum in Mühldorf das Vakzin verabreichen lassen.

Biontech für alle Impfwilligen

Der Landkreis Mühldorf hat bereits eine Quote von über 40 Prozent erreicht, was die vollständige Impfung betrifft. Damit liegt der Landkreis über dem Bundesdurchschnitt und über der Quote des Freistaates. Ab dem heutigen Samstag soll die Zahl noch gesteigert werden, denn für die nächsten Wochen stehen im Impfzentrum 7700 Dosen des Vakzins Biontech zur Verfügung.

Das Impfzentrum Mühldorf bietet übrigens allen Personen, unabhängig von deren Alter, die bei den vergangenen Sonderimpfaktionen im Landkreis Mühldorf den Impfstoff Astrazeneca als Erstimpfung erhalten haben, eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff an. Eine Kreuzimpfung mit Astrazeneca und einem mRNA-Impfstoff bietet laut STIKO einen sehr guten Schutz gegen Covid-19, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Landratsamt.

Keine Wahlmöglichkeit zwischen Biontech und Moderna

Der bei der Erstimpfung festgelegte Termin und der Ort der Zweitimpfung ändern sich nicht. Interessenten, die im Landkreis Mühldorf an einer Sonderimpfaktion teilgenommen haben und einen mRNA-Impfstoff als Zweitimpfung erhalten wollen, melden sich per E-Mail unter impfzentrum@lra-mue.de. Dabei ist eine kurze E-Mail unter Angabe von Namen, Geburtsdatum, Ort und Datum der Zweitimpfung ausreichend.

Es besteht keine Wahlmöglichkeit zwischen den beiden Impfstoffen von Biontech und Moderna, da diese je nach Verfügbarkeit verimpft werden.

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