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Sport, Kultur und Gastro

Wenig Chancen für 3G plus – Vereine und Wirte im Landkreis Mühldorf bleiben bei alter Corona-Regel

Gut besuchte Tribüne gegen Bayern München II: Im Pokalspiel gegen 1860 München dürften mehr Zuschauer ins Stadion, wenn der TSV Buchbach die 3G plus Regel einführen würde. Das will der Verein aber nicht. Auch andere Institutionen, Wirt oder Veranstalter bleiben bei der alten 3G Regel.
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Gut besuchte Tribüne gegen Bayern München II: Im Pokalspiel gegen 1860 München dürften mehr Zuschauer ins Stadion, wenn der TSV Buchbach die 3G plus Regel einführen würde. Das will der Verein aber nicht. Auch andere Institutionen, Wirt oder Veranstalter bleiben bei der alten 3G Regel.
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Mit der neuen 3G-plus-Regel werden Besuche in Gasthäusern oder Konzerten etwas leichter. Theoretisch. In der Praxis sagen Vereine, Veranstalter und Wirte im Landkreis Mühldorf zur neuen Regelung Nein. Einer spricht von noch schärferen Regeln.

Mühldorf – Für den TSV Buchbach steht das wichtigste Sportereignis des Jahres bevor: das Viertelfinal-Heimspiel im Totopokal gegen 1860 München am Samstag (ausverkauft).

Derzeit laufen die Telefondrähte heiß, sagt Abteilungsleiter Georg Hanslmaier. Die Zuschauer wollen wissen, wie der TSV mit den neuen Coronaregeln umgeht.

Sport

Die Antwort: Es bleibt bei der alten 3G-Regel, nach der Geimpfte und Genesene in die SMR-Arena dürfen. Dazu Getestete, für die ein Schnelltest ausreicht. „Wir wollen da auf die Schnelle nichts ändern“, erteilt Hanslmaier der 3G-plus-Regel eine Absage. Nach der ist ein PCR-Test nötig, im Gegenzug entfallen aber Abstandsregeln und Maskenpflicht. Hanslmaier sagt, dass „professionelle Ordner an den Eingängen die Nachweise überprüfen“.

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Erst dann dürfen die Zuschauer ins Stadion. „Das hat sich gegen den FC Bayern München II bereits bewährt, das werden wir so beibehalten.“

In den Studios der La Vita KG in Mühldorf und Neumarkt-St. Veit bleibt vorerst alles beim alten. „Das müssen wir erst besprechen“, sagt Geschäftsführerin Daniela Kopf. „Das ging jetzt zu schnell, um für alle Standorte eine Lösung zu finden.“

Kultur

Die Stadt Waldkraiburg wird erst Ende der Woche eine Entscheidung über Veranstaltungen im Haus der Kultur treffen. „Denn wir brauchen eine einheitliche Regel für alles“, sagt Leiterin Alexandra Lausmann. Und das ist schwierig: Eigene Veranstaltungen, Veranstalter von anderen Anbietern, die eigene Vorstellungen haben, Weihnachtsfeiern von Firmen, die ihre Mitarbeiter nicht nach der Impfung fragen dürfen. „Die Stadt steht immer in der Haftung, wir müssen also eine Hausregel finden, die für alle gilt.“

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In den beiden Sälen der Stadt Mühldorf gilt ebenfalls weiter die alte 3G-Regel, allerdings mit unterschiedlichen Konsequenzen. Wie Kulturamtsleiter Walter Gruber erklärt, verlangt die Stadt im Haberkasten und im Stadtsaal einen PCR-Test, der nicht älter als 48 Stunden sein darf, oder einen Schnelltest, der maximal einen Tag zurück liegt. Im Stadtsaal gilt die Maskenpflicht komplett, im Haberkasten dürfen Masken am Platz abgenommen werden, weil es dort Getränke gibt. Diese Regelung gelte vorerst bis Ende Oktober.

Vereine

Viele Vereine nutzen die Corona-Lockerungen, um ihre überfälligen Hauptversammlungen durchzuführen. Auch der SV Niederbergkirchen, der Ende des Monats einen neuen Vorsitzenden sucht. Im Gasthaus Schützenwirt treten Vorsitzender Franz Huber und Schriftführer Rainer Petermaier nicht mehr zur Wahl an. Der Saal beim Schützenwirt ist laut Huber groß genug, um die Versammlung nach den 3G-Regeln durchzuführen. Die meisten seien geimpft, weiß der Vorsitzende und fürchtet Auswirkungen bei der Umstellung auf 3G plus. Wenn nur noch PCR-Tests gelten würden, würden Nichtgeimpfte weg bleiben, weil sie nicht bereit seien, die Kosten zu zahlen. „In den vergangenen Jahren war es stets der gleiche Personenkreis, der zur Versammlung gekommen ist. Also die Abteilungsleitung plus zehn bis 20 Personen. Im Durchschnitt 30 Vereinsmitglieder von 580.“

Gasthäuser

Die Meinung der Wirte ist nicht einheitlich, wie ein Anruf bei Erwin Hinterecker vom Ampfinger Hof zeigt: „Wir werden jetzt nicht in Aktionismus verfallen und in den Gasträumen alles umstellen“, sagt er. Die bisher geltenden Regelungen, wie Abstand zwischen den Tischen würden bis auf Weiteres beibehalten. „Wir warten ab, wie sich alles entwickelt.“

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Grundsätzlich, sagt Holger Nagl vom Gasthaus Hammmerwirt, sei die neue Regel erwartet worden. „Es war abzusehen, dass die Regelungen langsam verschärft werden, um mehr Menschen zur Impfung zu bewegen“, sagt Nagl, der auch Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands im Landkreis ist. Die Pandemie sei jetzt die Pandemie der Ungeimpften. „Im Kollegenkreis wird die 3G-plus-Regelung begrüßt, einige wollen am liebsten gleich 2G machen, auch wenn Ungeimpfte und Nicht-Genesene dann draußen bleiben müssen.“ Die Gäste selbst wollten Sicherheit und würden das akzeptieren. „Für meinen Landgasthof bin ich noch am Überlegen.“ Momentan hätten Wirte keine Not, sofort 3G plus oder 2G umzusetzen.

Kirche

Für katholische Christen im Landkreis ändert sich zunächst nichts, sagt Dekan Franz Eisenmann. Der Pfarrer von Neumarkt-St. Veit betont, dass es noch keine neuen Anweisungen aus dem Erzbistum München-Freising gebe. Das heißt: im normalen Gottesdienst Abstand halten und am Platz die Maske absetzen. Nur für Hochzeiten könne auf Wunsch die 3G-Regel eingeführt und damit jeder Abstand vermieden werden. Einer Überprüfung der weitergehenden 3G-plus-Regel steht Eisenmann skeptisch gegenüber. Die brächte nämlich eine zusätzliche Aufgabe für Ehrenamtliche, die die Impf- oder Testausweise kontrollieren müssten.

Das sind die neuen Regeln

Nach den neuen Corona-Regeln fällt die Maskenpflicht und die Abstandsregel, wenn Wirte oder Veranstalter nur Geimpfte und Genesese (2G-Regel) oder nur Geimpfte, Genesene und Getestete mit einem PCR-Test (3G plus) zulassen. Ein Schnelltest reicht für die 3G plus-Regel nicht mehr aus. Das trifft nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Sportstätten, Theater, Kinos, Museen, Tagungen und Kongresse, Musikschulen und Bibliotheken. Wo 2G oder 3G plus nicht angewendet werden, gilt weiter die die 3G Regel. Ausgenommen davon sind Privaträume,Schulen, Geschäfte, Busse und Bahnen, Veranstaltungen im Freien bis 1000 Personen, Gottesdienste und Demonstrationen.

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