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Kampf gegen Corona

Vorerst keine Luftfilter für Mühldorfer Schulen – Das sagen Elternvertreter und Schulleiter

Der Lärm ist erträglich, das Summen kaum hörbar: Der Luftfilter in der Klasse 4b der Grundschule Mühldorf.
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Der Lärm ist erträglich, das Summen kaum hörbar: Der Luftfilter in der Klasse 4b der Grundschule Mühldorf.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Der Stadtrat war sich fast einig: Neue Luftfilter soll es in Schulen erst geben, wenn deren Wirksamkeit nachgewiesen ist. Doch nicht alle sind mit der Entscheidung zufrieden.

Mühldorf – Die Erfahrungen im Umgang mit mobilen Lüftungsgeräten in Klassenzimmern sind eher positiv, über die Wirkung herrscht Streit. In dieser Situation hat sich der Stadtrat entschieden, abzuwarten.

In der Grundschule Mößling laufen drei Filtergeräte, die Meinungen sind geteilt, sagt Schulleiterin Beate Waldinger-Keindl: „Eine Kollegin sagt, man könne gut unterrichten, eine andere sagt, das gehe nur, wenn die Leistung sehr niedrig sei.“ Das Problem: Die Lärmbelästigung durch die Geräte.

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Drei von ihnen brummen auch in der Grundschule Mühldorf-Altmühldorf, sind dort nach Angaben von Schulleiter Martin Wiedenmanott gut gelitten. „Die Lehrer empfinden sie nicht als störend, ich bin dafür“, sagt er. Seine Kollegin Waldinger-Keindl ist etwas zurückhaltender und verweist auf den ihrer Meinung ungeklärten Nutzen. Eins betonen aber beide: Luftfilter ersetzen das Lüften nicht.

Wirksamkeit in der Diskussion strittig

Und garantieren nicht den Schulbetrieb. Das sagte Bürgermeister Michael Hetzl (UM) im Stadtrat immer wieder. „Es wird suggeriert, dass Lüftungsgeräte das bringen, was alle wollen: Inzidenz-unabhängigen Schulunterricht ohne Masken. Das wird durch Luftfiltergeräte nicht bewerkstelligt.“

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Unabhänging von der nach seiner Ansicht nicht erwiesenen Wirksamkeit der Geräte, sei eine Änderung der Infektionsschutzordnung werde es nicht geben. In der folgenden zweistündigen Diskussion, in der es an persönlichen Anschuldigungen und Vorhaltungen nicht mangelte, ging es um weitere Fragen: Was bewirken Luftfilter? Wie störend sind sie? Welche Klassen sollen ausgestattet werden?

Schinko: Wirksamkeit ist unstrittig

Stephan Schinko, dessen Grüne den Antrag auf Beschaffung von Luftfiltern für die Grundschulen gestellt hatte, berief sich auf zwei wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit bestätigen würden „Es ist unstrittig, dass sie helfen, wenn sie die Luft reinigen.“ Das sei die derzeit einzige Möglichkeit, noch vor dem Winter eine Verbesserung der Situation herbei zu führen. Sein Fraktionskollege Zacharas Spörl sagte, dass es um die Sicherheit der Kinder gehe, auch wenn Lüftungsgeräte nicht zu weiteren Öffnungen führten.

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Markus Saller (UM) sprach sich gegen eine „Insellösung“ für Grundschulen aus; es müssten auch Mittelschule und Kinderbetreuungseinrichtungen einbezogen werden. Eine Anschaffung müsse aber vom wissenschaftlichen Nachweis abhängen. Diese Haltung vertrat auch CSU-Fraktionssprecher Stefan Lasner.

Anschaffung derzeit kein Thema

Fraktionskollege Rudi Salfer wies auf technische Probleme der mobilen Luftfilter hin, die von der Lärmbelastung bis zur Reinigung der Filter reichten. Für Claudia Hungerhuber (SPD) ist eine große Lärmbelastung durch die Geräte in den Klassenzimmern nicht gegeben. Sie berief sich bei dieser Einschätzung auf Aussagen aus dem Umfeld der Schulen.

Der Blick auf weiter Öffnungsschritte

Für Karin Zieglgänsberger (UM) sind Lüftungsanlagen dann interessant, wenn mit ihnen konkrete Öffnungsschritte verbunden sind. Sie müssten dann aber für alle Schultypen angeschafft werden. Dem widersprach Angelika Kölbl (SPD). Sie hält Luftfilter schon dann für angemessen, wenn sie die Gesundheit von Schülern und Lehrern fördern. Dr. Reinhard Wanka (UM) betonte, dass Fachräume berücksichtig werden müssten, weil ohne sie Schulunterricht nicht möglich sei. Oliver Multusch (AfD) wies auf die Betriebskosten hin.

Am Ende lehnte sich der Stadtrat an den vor einiger Zeit gefassten Beschuss des Kreistags an. Luftfilter sollen angeschafft werden, sobald ihre Wirksamkeit nachgewiesen ist.

Eltern nicht einig über Zeitpunkt dre Anschaffung

Auch die Meinung der Eltern ist geteilt. Florian Loserth, Vorsitzender des Beirats im Kindergarten am Innsbruckring, nennt den Beschluss richtig, es sei sinnvoll, die Linie des Landkreises zu verfolgen. „Solange nicht klar ist, welche Filter was bringen und damit tatsächlich wirksam sind, ist es sinnvoll, nichts zu überstürzen.“

Ganz anders sieht es Grundschulelternsprecher Georg Grundner. Er spricht von einer „fachlichen Sinnhaftigkeit“ und beruft sich dabei auf das Umweltbundesamt: „Luftfilter reduzieren die Virenlast.“ Für ihn ist die Anschaffung umso dringlicher, weil Kinder unter zwölf Jahren – und um die gehe es in Grundschulen – nicht geimpft werden könnten. „Wir Eltern beantragen es einstimmig.“

Nur eine Gegenstimme

Gegen den Stadtratsbeschluss stimmte nur Dr. Matthias Kraft (Grüne). Er nannte die Entscheidung Untätigkeit, weil die Frage unbeantwortet bleibe, ob Luftfilter wirksam seien oder nicht. Er hält, wie andere Stadträte auch, den Nachweis über die Senkung der Virenlast für erbracht.

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