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Wände gegen Corona?

Kinos im Landkreis Mühldorf können nur unter bestimmten Bedingungen öffnen

Soll helfen, die Kinos aus dem Corona-Schlaf zu wecken: Der neue Eberhoferfilm mit Sebastian Bezzel soll im August anlaufen.
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Soll helfen, die Kinos aus dem Corona-Schlaf zu wecken: Der neue Eberhoferfilm mit Sebastian Bezzel soll im August anlaufen.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Bislang haben die beiden Kinos im Landkreis die Corona-Krise auch dank staatlicher HIfen überstanden. Wenn sie nach dem Abebben der zweiten Welle wieder öffnen dürfen, brauchen sie aber andere Voraussetzungen als im vergangenen Frühjahr.

Mühldorf – An ein trostloseres Kinojahr als während der Corona-Pandemie kann sich wohl niemand erinnern: Monatelang geschlossen, dann Kinosäle in Minimalbesetzung und neue Filme, die Woche um Woche verschoben werden. Wie der neue Eberhofer Krimi oder James Bonds jüngster Weltrettungversuch, um nur die beiden bekanntesten zu nennen.

Warten auf die Öffnungserlaubnis

Und auch in diesen Tagen sitzen die beiden heimischen Kinobesitzer in ihren Heimbüros, die einzige Leinwand, die flimmert, ist ihr Computerbildschirm, beim gemeinsamen Video-Gepräch.

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Wann sich das ändert und es zum ersten Mal tatsächlich Film ab heißen wird, das wissen sie nicht. „Ostern“, sagt Thomas Rahnert, das habe der Verband gefordert. Der Kinobetreiter aus Waldkraiburg schiebt hinterher: „Das ist ein hehrer Wunsch, wenn man mit einer Virusmutation zu kämpfen hat.“

Öffnen nur mit Paukenschlag

Denn eins ist klar: Wenn Kinos öffnen, dann müssen sie alle öffnen, gleichzeitig, in ganz Deutschland. „Mit einem Paukenschlag. Nur dann haben wir eine Chance“, erinnert sich Thomas Trettenbacher an das vergangene Frühjahr.

Damals hätten das Mühldorfer und Waldkraiburger Kino zwar zeitgleich aufgesperrt, andere aber nicht. Die Filmverleiher hielten neue Streifen zurück, das Publikum war verunsichert: Läuft nun was oder nicht?

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Dazu kamen die mehr als strengen Auflagen des Gesetzgebers für die Zahl der Besucher: nur jede zweite Reihe, nach jedem Sitz drei Plätze frei, viel zu strenge Einschränkungen um Geld zu verdienen.

Denn das Kinogeschäfts funktioniert so: An vielen Tagen, oft nachmittags, kommen nur wenige. Dann aber, wenn ein Film neu ist, es Samstagabend wird oder draußen regnet, dann sind die Säle voll, dann müssen sie voll sein. „Im Frühjahr durften nur 30 in jeden Saal“, sagt Trettenbacher, nicht 600, wie sie die vier Säle des Kinos in anderen Zeiten erlebt haben. „Diese Spitze wird uns in der Mitte abgeschnitten.“

Hoher Aufwand, zu geringe Einnahmen im Frühjahr

Genau diese Spitze aber brauchen die Kinobetreiber. „Sonst kommen wir nicht auf unsere Kosten, um den großen Aufwand zu decken“, sagt Rahnert. Beide Kinos brauchen viele flexible Mitarbeiter, die vor allem in den kurzen Stoßzeiten am Abend arbeiten.

Dass es die beiden Kinos überhaupt noch gibt, verdanken sie ihren eigenen Reserven und den Hilfen vom Staat. Die loben Rahnert und Trettenbacher, „ohne die hätte es furchtbar ausgesehen“, sagt Rahnert. Trettenbacher betont, die Anlaufhilfe sei sehr schnell geflossen. Jetzt fürchtet er aber, dass sich die unterschiedlichen Programme verzögern und kannibalisieren, „und es kein Geld mehr gibt, wenn eine andere Hilfe schon gelaufen ist“.

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Denn die Kinos haben auch dann Kosten, wenn es keinen einzigen Film gibt. Vor allem die Mitarbeiter sollen gehalten werden, deshalb stocken Rahnert und Trettenbacher Kurzarbeitergeld auf. Vier Festangestellte arbeiten in Waldkraiburg, dazu 45 Aufhilfen, in Mühldorf sind es drei feste Mitarbeiter und 25 Aushilfen. „ich fürchte, dass einige verloren gehen“, sagt Trettenbacher.

Wenn sie wirtschaftlich überleben werden, dann hätten Kinos Zukunft, sagt Trettenbacher. „Ich habe die große Hoffnung, dass die Leute wieder ausgehen wollen“, dass sie Blockbuster und Arthousefilme sehen wollen, dass sie zusammen etwas erleben wollen. „Ich glaube an das Kino“, ruft Rahnert enthusiastisch.

Neue Trennwände zwischen den Sitzen

Damit das so kommt, sind die Kinobetreiber für den Neustart gerüstet. Der Chef des Waldkraiburger Cinewood verweist auf die moderne Lüftungsanlage, die ausschlielßich Frischluft einspeist. „Bei uns spricht keiner“, sagt er schulterzuckend, „bei uns singt keiner.“ Thomas Trettenbacher hat für das Mühldorfer Hollywood am Inn Spuckwände entwickelt, die die Kinositze flexibel von einander trennen. Die Entwürfe gingen auch an den Waldkraiburger Kollegen.

Trennwände für mehr Publikum

Die Spuckwände können über jeden Sitz gestülpt werden und sollen so ermöglichen, dass zwischen Besuchern aus verschiedenen Haushalten immer nur ein Platz freigehalten werden muss. Wenn das Landratsamt dieser Lösung zustimmt, können Rahnert und Trettenbacher mehr Zuschauer einlassen: im August, wenn der Eberhofer durch den Kreisel in Niederkaltenkirchen fährt, oder im November, wenn James Bond den schlimmsten aller Bösewichter jagt.

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