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Bundesgesundheitsminister zu Besuch

Vierte Corona-Welle läuft: Jens Spahn in Mühldorf zwischen Impfgegnern und Kritik an Ungeimpften

Nahm sich viel Zeit für die Fragen des Klinikpersonals: Gesundheitsminister Jena Spahn (Mitte) mit dem Vorstandsvorsitzenden des Inn-Klinikums, Thomas Ewald (links), und CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer.
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Nahm sich viel Zeit für die Fragen des Klinikpersonals: Gesundheitsminister Jena Spahn (Mitte) mit dem Vorstandsvorsitzenden des Inn-Klinikums, Thomas Ewald (links), und CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Von einem immensen Polizeiaufgebot begleitet war der Besuch des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) am Inn-Klinikum Mühldorf. Draußen Impfgegner, drinnen das Krankenhauspersonal, das in den vergangenen 18 Monaten an die Grenzen der Belastbarkeit gegangen ist.

Mühldorf – Mehrere Dutzend Einsatzkräfte sicherten sämtliche Zugänge zum Krankenhaus ab, schirmten den Bundesminister entsprechend gut ab, so dass die Demonstranten am Krankenhausberg nicht einmal eine Minute hatten, um ihre Kritik an den Corona-Maßnahmen lautstark anzubringen. Im Gebäude selbst lobte Spahn dann die Aufopferungsbereitschaft des Klinikpersonals und stellte sich auch dessen Fragen.

Blick in die Intensiv- und Covid-Station

Zunächst führte der Vorstandsvorsitzenden des Klinikums, Thomas Ewald, mit dem CSU-Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer den Bundesgesundheitsminister durch das Inn-Klinikum. Ziel waren die Intensivstation sowie die Covid-Station, vor der Jens Spahn das Gespräch mit den Mitarbeitern gesucht hat. Im Lichthof des Inn-Klinikums stellte dann Ewald vor Vertretern der Politik sowie vor ausgewählten Vertretern der vier angeschlossenen Häuser im Klinikverbund heraus, wie hervorragend man in den vergangenen 18 Pandemie-Monaten zusammengearbeitet habe. „Ich bin stolz darauf, was unsere Mitarbeiter geleistet haben!“

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Deutschland konnte in der Hochphase auch noch anderen Ländern helfen

Viel Applaus und ein herzliches Dankeschön brachte auch Spahn dem Personal entgegen. „In Deutschland konnten wir jeden jederzeit versorgen und sogar noch anderen Ländern helfen.“ Wirtschaftlich habe die Regierung Brücken gebaut, um Krankenhäuser finanziell zu unterstützen. Die Herausforderungen seien aber nicht leichter geworden.

Freiheit heißt auch, Verantwortung zu übernehmen!“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Keiner der derzeitigen Intensivpatienten ist geimpft

Man befinde sich mitten in der vierten Welle der Corona-Pandemie, die Spahn als „Pandemie der Ungeimpften“ bezeichnete. „Im Moment sind 95 von 100 Patienten auf den Intensivstationen nicht geimpft, in Mühldorf sind sogar alle nicht geimpft!“ Spahn fand, dass ein Besuch der Intensivstation schon helfen könnte, Impfskeptiker umzustimmen. Er habe Respekt vor der Entscheidung jedes Einzelnen im Hinblick auf die Impfung gegen Corona. „Doch wenn ich krank werde, dann sind auch andere betroffen und werden belastet. Das ist nicht mein Freiheitsverständnis. Freiheit heißt auch, Verantwortung zu übernehmen!“

Spahn willsich um Qualität und Personal kümmern

Spahn weiß sehr wohl, dass in der Pflege nicht alles rosig ist: „Die Pandemie hat gezeigt, wie sehr wir uns um Qualität und Personal kümmern müssen.“ Er unterstrich aber, dass die Regierung in den vergangenen Jahren viel unternommen habe, um Verbesserungen herbeizuführen. „Wir sind auf den Weg“, betonte er, verwies zum Beispiel auf die Schaffung einer Pflegepersonaluntergrenze. Dabei stellte er heraus: „Die Stellen sind da, auch das Geld. Doch es fehlt an gut ausgebildetem Personal!“ Es seien Tarifsteigerungen erfolgt und es habe noch nie so viele Azubis gegeben. „Wir sehen aber auch, wo wir besser werden müssen.“ Etwa im Bereich der Digitalisierung.

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Regionale Vernetzung der Krankenhäuser ist wichtig

Der Verbund der Krankenhäuser im Inn-Klinikum, zeige, wie wichtig es ist, regional vernetzt zu sein, um die Grundversorgung sicherzustellen. Es gelte Schwerpunkte zu bilden, um die Qualität zu sichern. Diese Lehre habe man auch aus der Pandemie gezogen.

Stephan Mayer: „Personal hat Übermenschliches geleistet!“

Der CSU-Bundestagsabgeordnete Mayer wertete den Besuch Spahns als wichtiges Signal der Wertschätzung. Das Klinikpersonal habe in den vergangenen 18 Monaten Übermenschliches geleistet. „Sie haben nicht nur Stunden gezählt, sondern sich unter Einsatz der eigenen Gesundheit für andere eingesetzt.“ Bislang so Mayer, habe die Pandemie in den Landkreisen Mühldorf und Altötting 378 Tote gefordert, 14000 Infizierte seien in beiden Landkreisen dokumentiert.

Gesundheitsminister hat sein Versprechen gehalten

Der Gesundheitsminister, so Mayer, habe sein Versprechen gehalten, dass jeder Deutsche bis Ende des Sommers ein Impfangebot erhalten sollte. Dies sei bereits im Juli der Fall gewesen, betonte Mayer, der zugab, dass es auch Fehlprognosen gegeben habe. „Doch über allem stand die Maxime, möglichst viele Menschen zu schützen.“ Nach 18 Monaten Corona zeichne sich nun ein Weg aus der Pandemie ab – mit dem Impfen.

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60 Impfskeptiker demonstrieren vor dem Krankenhaus

Das sehen offenbar nicht alle Bürger so. Vor dem Krankenhaus hatten sich schon zwei Stunden vor der Ankunft des Ministers 60 Demonstranten eingefunden, Kritiker der Corona-Maßnahmen, die auf Plakaten ihren Unmut zur Impfung im Allgemeinen und den Mobilen Impfteams an Schulen im Speziellen friedlich zum Ausdruck brachten. Sie protestierten gegen die Testpflicht, gegen die Maskenpflicht und die Impfpflicht, aber auch gegen die Impfbusse an Schulen. Stattdessen forderten sie Meinungsfreiheit, seriöse Wissenschaft und das Recht auf Selbstbestimmung.

Gesundheitsminister Spahn stellte sich auch den Sorgen und Nöten der Klinikbelegschaft. Darüber berichten wir gesondert.

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