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Coronatests

Landratsamt Mühldorf sieht keinen Hinweis auf Corona-Test-Betrug in der Region

Zum Glück negativ: Corona-Tests bringen nicht nur Sicherheit. Manchen sogar unrechtmäßige Einnahmen.
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Zum Glück negativ: Corona-Tests bringen nicht nur Sicherheit. Manchen sogar unrechtmäßige Einnahmen.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Anbieter im Landkreis Mühldorf verstehen laxe Kontroll-Praxis der Abrechnungen von Corona-Tests nicht und zeigen Wege, wie ein Überprüfung möglich ist.

Mühldorf – Hinweise auf Betrug bei Corona-Testabrechnungen gibt es im Landkreis nicht. Das erklärte das Landratsamt auf Anfrage. Hintergrund sind am Wochenende bekannt gewordene Betrugsversuche im Zusammenhang mit Corona-Schnelltests.

Im Landkreis gibt es nach Angaben des Landratsamts eine Vielzahl verschiedener Testangebote und Anbieter. Das größte ist das ständige Testzentrum am Mühldorfer Volksfestplatz, das Eurofins/21Dx, betreibt. Dazu kommen Teststationen des Roten Kreuzes in Mühldorf und der DLRG in Waldkraiburg, zahlreiche Apotheken und zum Beispiel Arztpraxen oder Privatfirmen, die im Auftrag der Staatsregierung vor großen Geschäften oder Firmen testen.

Plausibilitätskontrolle wäre möglich

Die Tests aller Anbieter werden nach Angaben des Landratsamts über die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) abgerechnet. An sie schicken Apotheken und private Groß-Anbieter eine Rechnung. Sie enthält die Zahl der Getesteten und die Zahl der verbrauchten Testsets. Nach den Angaben der KVB auf ihrer Internetseite erstattet sie für jeden Test 15 Euro pauschal, dazu kommen sechs Euro für das Testset.

Betrugsmasche verwundert nicht

Ulrich Geltinger, Apotheker in Neumarkt-St. Veit wundert die Betrugsmasche nicht. „Wenn man jemandem die Möglichkeit gibt, warum soll das dann nicht passieren?“, fragt er. Oft steckten Unternehmen dahinter, GmbHs, in denen kaum jemand haftbar gemacht werden könne. „Dann ist das Geld ganz schnell auf den Seychellen.“

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Er hält zumindest eine Plausibilitätsprüfung für möglich, bei der an Hand der positiven Fälle die Wahrscheinlichkeit ermittelt werden könne, dass tatsächlich nur durchgeführte Tests verrechnet werden. „So geht es aber nur auf Vertrauen, die müssen glauben, was wir melden.“

Existenz hängt an Ehrlichkeit

50 Tests wöchentlich sind es in der St.-Johannes-Apotheke, die Geltinger abrechnet. Bei der kleinen Menge lohne sich der Betrug schon gar nicht, sagt er. „Außerdem hängt unsere Existenz an unserer Ehrlichkeit.“

Weitere Nachrichten aus dem Landkreis Mühldorf finden Sie hier.

Geltinger und die anderen Anbieter dokumentieren jeden Test und melden ihn mit Ergebnis anonym an die Staatsregierung. Das Gesundheitsamt wird informiert, wenn ein positiver Fall darunter ist.

DLRG speichert alle Daten anonymisiert

Die DLRG, die nach Angaben von Leiter Alexander Fendt in Neumarkt-St. Veit und Waldkraiburg bisher 13 070 Tests durchgeführt hat, kann sich sogar eine weitergehende Prüfmöglichkeit vorstellen. Die DLRG speichert mit ihrer selbst enwickelten Software alle Testdaten anonymisiert. „Damit ist genau nachvollziehbar, wann wir wen wo mit welchem Ergebnis getestet haben“, sagt Fendt.: „Bei uns kann gerne jeder vorbei kommen und nachschauen.“

Gesundheitsamt hat keinen Auftrag zur Kontrolle

Aus dem Gesundheitsamt heißt es: „Die Testzahlen bei den Testzentren, Heimen, Schulen und einschließlich eines Teils der Apotheken werden wöchentlich gemeldet. Da die Erfassung der Testzahlen auf freiwilligen Meldungen beruht, sind sie nicht abschließend.“ Denn im Landkreis würden mehr Tests zum Beispiel bei niedergelassenen Ärzten oder Unternehmen durchgeführt, ohne Kenntnis der Behörde.

Eine Kontrolle der Anbieter durch das Gesundheitsamt ist nach eigenen Angaben nicht vorgesehen.

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