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Corona-Lage in der Region Mühldorf

Nein zu Strafe für Impfschwänzer: Mühldorfer Abgeordnete setzen auf Appelle und Anreize

Die Inzidenz-Werte von Corona-Infektionen sind weiter zurück gegangen. Neue Positiv-Fälle gibt es nur noch in drei von 31 Landkreiskommunen. Zwei Drittel entfallen auf Waldkraiburg. Klinger
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Die Inzidenz-Werte von Corona-Infektionen sind weiter zurück gegangen. Neue Positiv-Fälle gibt es nur noch in drei von 31 Landkreiskommunen. Zwei Drittel entfallen auf Waldkraiburg. Klinger
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
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  • Hans Grundner
    Hans Grundner
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Impfschwänzer gibt es auch im Landkreis Mühldorf. Laut Angaben des Landratsamtes werden pro Tag etwa 20 bis 30 Termine für Zweitimpfungen nicht wahrgenommen, ohne sie abzusagen. Bußgelder oder andere Strafen lehnen die heimischen Abgeordneten jedoch kategorisch ab, setzen statt dessen auf Appelle und Anreize.

Mühldorf – Die Inzidenz-Werte liegen im einstelligen Bereich. Doch der Wettlauf mit der gefährlichen Delta-Variante geht weiter. Insgesamt acht Fälle von Delta-Infektionen bestätigt das Landratsamt. „Nur eine hohe Impfquote rettet uns vor der nächsten Welle“, sagt etwa Sandra Bubendorfer-Licht, FDP-Bundestagsabgeordnete aus Ampfing.

Mindestens 85 Prozent der Zwölf- bis 59-Jährigen, beziehungsweise 90 Prozent der über 60-Jährigen sollen laut einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts im Sommer vollständig geimpft sein, um die Herdenimmunität zu erreichen. Davon sind die Zahlen im Bund, in Bayern und im Landkreis noch weit entfernt. Für Landrat Max Heimerl ist die Impfquote „zentrale Voraussetzung für die Eindämmung der Pandemie“. Wichtig sei, dass die Impfbereitschaft der noch nicht geimpften Bürger nicht nachlasse, nur weil die 7-Tage-Inzidenz niedrig und die Pandemie damit vermeintlich besiegt sei.

Bei den Zweitimpfungen über den Bundesdurchschnitt

Während bei den Erstimpfungen die Quote im Freistaat und im Bund höher liegen, sind im Landkreis Mühldorf bereits deutlich mehr Bürger vollständig geimpft. Die Quote liegt bei fast 45 Prozent. Klinger

Im Vergleich zu überregionalen Werten liegt der Landkreis bei den Zweitimpfungen gut. Fast 52 000 von 115 000 Bürgern sind bereits vollständig geimpft. Das entspricht einer Quote von nahezu 45 Prozent. Der Anteil ist höher als in Bund und Land. Noch vor einigen Wochen lag der Landkreis Mühldorf allerdings auch bei den Erstimpfungen über dem Bundes- und Landesdurchschnitt. Das hat sich geändert. In die Impfquoten des Landkreises gehen die Impfungen im Impfzentrum und bei den Hausärzten ein, nicht aber die Impfungen der Betriebsärzte in den Unternehmen.

Bundesweit sorgen Impfschwänzer, die ihren Zweittermin verstreichen lassen, ohne sich abzumelden, für heftige Diskussionen. Wie steht es damit im Landkreis Mühldorf? Wie das Landratsamt auf Anfrage mitteilt, werden dazu keine Zahlen erhoben. „Geschätzt“ komme es derzeit pro Tag zu etwa 20 Absagen von Impfterminen. „Zusätzlich werden 20 bis 30 Termine pro Tag ohne Absage nicht wahrgenommen.“

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Als häufiger Grund für eine Absage wird laut Behörde angegeben, die Zweitimpfung sei bereits beim Hausarzt oder Betriebsarzt verabreicht worden. Aber auch mit Umzug, Urlauben oder einer überstandenen Corona-Infektion werden Zweittermine gecancelt.

Anders als in anderen Regionen, wo Vakzine wegen der Impfschwänzer entsorgt werden mussten, sei dies im Landkreis noch nicht vorgekommen.

Der Forderung nach Bußgeldern für Impfschwänzer erteilen die heimischen Abgeordneten eine Absage. „Pauschal ein Bußgeld bei einem Versäumnis eines Impftermins zu verlangen, lehne ich ab“, sagt Innenstaatssekretär Stephan Mayer (CSU). „Solidarität schafft man nicht durch Zwang, sondern nur durch Verständnis.“ Er appelliert an die Bürger, aus Gründen der Fairness, zugesagte Impftermine „zumindest rechtzeitig abzusagen“.

Positive Anreize schaffen

Gegen die Impfung von Jugendlichen ab zwölf habe er keine Vorbehalte, so Mayer. „Allerdings bin ich strikt gegen eine unmittelbare und mittelbare Impfpflicht. Der Umstand, dass ein Kind nicht gegen das Sars-CoV-2-Virus geimpft ist, darf sich nicht negativ für den Schulbesuch auswirken.“

„Ein Buß- oder Zwangsgeld erreicht genau das Gegenteil von dem, was wir jetzt brauchen“, sagt Sandra Bubendorfer-Licht (FDP). „Es würde dazu führen, dass die Bürgerinnen und Bürger weniger Termine vereinbaren. Viel besser wäre es, positive Anreize zu setzen, wie Gutscheine für Museumsbesuche oder Besuche im Schwimmbad.“

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Zum Thema Impfung für Jugendliche verlässt sich die Abgeordnete auf die Stiko. „Die Expertinnen und Experten sind hier die richtigen Ansprechpartner. Wir als Politik tun gut daran, auf sie zu hören. Aktuell gibt es ja noch keine Empfehlung.“

Zwei Reiserückkehrer infiziert

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf gibt es seit Mittwoch einen neuen bestätigten Corona-Fall (Stand: Freitag, 9. Juli, 0 Uhr).

In den letzten sieben Tagen wurden laut Angaben der Behörde insgesamt 3 Neuinfektionen, alle in der Altersgruppe zwischen 15 und 34, verzeichnet. Darunter befanden sich 2 Reiserückkehrer.

Im Landkreis Mühldorf liegen insgesamt 6964 bestätigte Fälle vor. Es gibt bislang insgesamt einen nachgewiesenen und 5 Verdachtsfälle der Beta-Variante, 8 Fälle der Gamma-Variante sowie 8 Fälle der Delta-Variante. 6803 Personen sind insgesamt wieder genesen. Derzeit gibt es im Landkreis 6 aktive Fälle. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, beträgt unverändert 155. Der Inzidenz-Wert liegt bei 2,6.

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