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„Kinder die Dummen der Pandemie“

Mühldorfer Jugendtrainer fordern: Hallensport für Kinder auch in Corona-Hotspots

Sie kamen aus Polling, Waldkraiburg und Mühldorf. Vertreter aus Sport und Kultur, um sich gemeinsam stark für schulpflichtige Kinder und Jugendliche zu machen. Sie sollen auch in schwierigen Corona-Zeiten Sport machen dürfen, weil sie die Personengruppe darstellen, die auch am engmaschig getestet würde.
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Sie kamen aus Polling, Waldkraiburg und Mühldorf. Vertreter aus Sport und Kultur, um sich gemeinsam stark für schulpflichtige Kinder und Jugendliche zu machen. Sie sollen auch in schwierigen Corona-Zeiten Sport machen dürfen, weil sie die Personengruppe darstellen, die auch am engmaschig getestet würde.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Trainer und Übungsleiter aus dem Landkreis Mühldorf haben sich an den Landtag und Bundespolitiker gewendet und Hallensport für Kinder auch im Lockdown gefordert. Denn sie halten ihn für sicher und wichtig.

Mühldorf – „Es kann nicht sein, dass schon wieder die Kinder und Jugendlichen die Dummen in dieser Pandemie sind!“ Klare Worte von Sebastian Lang, Fitnessstudioinhaber in Mühldorf. Mit Blick auf die bevorstehende Schließung von Sportstätten, die auch den Vereinssport, im Besonderen aber den Kinder- und Jugendsport treffen wird, haben sich Vertreter aus den Bereichen Sport und Kultur, Übungsleiter aus dem Turnbereich und von Ballsportarten getroffen, um eine gemeinsame Erklärung herauszuarbeiten. Darin fordern sie, auch in Corona-Hotspot-Regionen Kindern den Zugang zum Sport zu ermöglichen.

Trainer fürchten langfristige Schäden

„Erst Homeschooling, dann die Maskenpflicht und jetzt erneut der drohende Lockdown für den Vereinssport. Als Vater von Sport treibenden Kindern kann ich das nicht gutheißen“, sagte Lang, der am Sonntagabend 13 Gleichgesinnte zusammengerufen hat. „Wir wollen gemeinsam Gesicht zeigen. Für unsere Kinder und die Kinder, die wir in unseren Trainings betreuen“, so der Tenor des Treffens im Fitnessstudio „Mei Energy“

Lesen Sie auch: Bald Schluss mit dem Training? So gehen Vereine im Landkreis Mühldorf mit der Übergangsfrist für Jugendliche um

Überbordende Infektionszahlen erfordern Maßnahmen, die eine Fülle von Einschränkungen mit sich bringen. Als Vertreter aus Sport und Kultur – Übungsleiter, Fitnesstrainer und Vereinsvertreter – und in erster Linie Eltern, die viel ehrenamtliche Zeit aufwenden, um Kinder und Jugendliche zu fördern und zu fordern, könnten diese Maßnahmen mittragen, heißt es in dieser Erklärung. „Wir sind gerne bereit, persönlichen Verzicht zu üben, damit ein einigermaßen geregeltes Leben für unsere Kinder möglich bleibt.“

Ausdrücklich begrüßen die Trainer, dass die Politik trotz Rekord-Inzidenzen den Schulbetrieb am Laufen halten will, inklusive engmaschinger Kontrollen und Tests in den Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen.

Viele Coronatests geben Sicherheit

Deshalb halten es Lang und Co. für vertretbar, dass auch der Vereinssport fortgeführt wird. „Die Kinder werden ständig getestet. Warum bestraft man ausgerechnet sie?“, fragte Marc Stegherr, Kreisjugendleiter des BLSV. Nach zwei Jahren Pandemie wisse man auch in den Vereinen, wie man verantwortungsvoll umzugehen habe.

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„Bei uns sind 90 Prozent geimpft. Wenn Spieltage anstehen, führen wir zusätzliche Schnelltests durch. Das hat bislang hervorragend funktioniert“, sagte Volleyball-Jugendtrainer Jürgen Wöls vom TSV Mühldorf. Vor allem den gesundheitlichen Aspekt des Sports stellte Fitnesstrainer Eric Rudhof vom FTZ Mühldorf heraus. Kindern zwischen zwölf und 18 Jahren dürfe man die Möglichkeit der sportlichen Betätigung nicht verwehren.

Einig waren sich die Übungsleiter und Trainer, die aus Polling, Mühldorf und Waldkraiburg gekommen waren, dass ein weiterer, länger andauernder sportlich-gesellschaftlicher Lockdown verheerende Auswirkungen auf das Seelenheil der Kinder und Jugendliche hätte.

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Initiator Sebastian Lang sorgte sich darum, dass nach einer Zwangspause die Sportangebote überhaupt aufrecht erhalten werden könnten. „Wenn die Pause länger anhält, besteht die Gefahr, dass die Stadt Waldkraiburg die Eisfläche aufgibt.“ Das hätte auch Folgen für die Jugendspieler, darunter sein Sohn, die nicht mehr ihrem Hobby nachkommen könnten, selbst wenn es die Inzidenz dann wieder zuließe.

Vereinsverbot bewirkt das Gegenteil

Alle waren davon überzeugt: Die Kinder und Jugendlichen für einen längeren Zeitraum von Vereinstätigkeiten auszuschließen, diene der Sache nicht. „Die am Dienstag geplanten Beschlüsse der Regierungsverantwortlichen erreichen unserer Ansicht nach das genaue Gegenteil. Kinder und Jugendliche treffen sich woanders, in kleineren Räumen, unkontrolliert, unserer Erfahrung nach ohne viel Bewegung. Ob dies nachhaltig zur Pandemiebekämpfung beiträgt, bezweifeln wir“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Darin fordern die Unterzeichner „dass unsere Kinder und Jugendlichen von allen nun geplanten Maßnahmen in den sogenannten Hotspots explizit ausgenommen werden!“

Das Schreiben soll nun an sämtliche Fraktionen des Bayerischen Landtages gehen, auch die Bundestagsabgeordneten Sandra Bubendorfer-Licht (FDP) und Stephan Mayer (CSU). „Es geht zumindest darum, die Entscheidungsträger weiterhin zu sensibiliseren. Und zwar auf das Wohl der Schwächsten in der Gesellschaft: Unsere Kinder!“, betonte Lang.

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