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Testpflicht auch im neuen Schuljahr

Corona-Testverweigerer an Mühldorfer Schulen: Furcht davor, dass Schüler zurückbleiben

Testen als Schulalltag: Wer im Unterricht sitzen will, muss sich wie die Schüler in der Mittelschule selbst testen. Nicht alle Kinder und Jugendlichen dürfen das, ihre Eltern verweigern den Test.
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Testen als Schulalltag: Wer im Unterricht sitzen will, muss sich wie die Schüler in der Mittelschule selbst testen. Nicht alle Kinder und Jugendlichen dürfen das, ihre Eltern verweigern den Test.

Auch im neuen Schuljahr besteht Testpflicht für Schüler, das ist sicher. Wie sie genau aussieht noch nicht. An Schulen im Landkreis gab es vor den Ferien über 100 Testverweigerer. Mit noch nicht absehbaren Folgen.

Mühldorf – Auch im neuen Schuljahr besteht Testpflicht für Schüler. Das hat das Schulamt jetzt bestätigt und eine Zahl aus dem vergangenen Jahr genannt: Demnach haben sich im Landkreis 80 von 6500 Kindern und Jugendlichen, die die Grund- und Mittelschulen besuchen, nicht testen lassen und durften deswegen die Schule nicht besuchen.

„Die Schüler wurden zum Distanzunterricht beziehungsweise zum Distanzlernen angewiesen“, sagt Schulamtsleiter Hans Wax.

Lesen Sie auch: Im Kreis Mühldorf testen sich Schüler selbst auf Corona, Schulleiter fürchten dennoch Risiken

Kathleen Seemann ist eine der Lehrerinnen, die einen Schüler auf Distanz unterrichtet. Wenn sie über die vergangenen Wochen in ihrer achten Klasse der Mittelschule Mühldorf berichtet, schwingt in ihrer Stimme Enttäuschung und Unverständnis mit. Unverständnis für eine Mutter, die ihrem Kind die Teilnahme am Unterricht unmöglich macht. Und Enttäuschung, weil sie sehe, wie schwer es dem 15-Jährigen falle, sich auf die Schule zu konzentrieren.

Schlechtere Chancen in Abschlussklassen

Die Mutter des 15-Jährigen, erzählt Seemann, sei überzeugt, dass die Teststäbchen giftig sind.

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Der Junge gehe ab der kommenden Woche in die neunte Klasse der Mittelschule. Er wolle über den M-Zweig 2023 seine Mittlere Reife machen.

Schwierig, wenn ein Schüler ein Jahr nicht zur Schule gehen kann

Nach ihrer Erfahrung aus dem zurückliegenden Schuljahr sagt Seemann: „Es wird schwierig, wenn ein Schüler ein ganzes Jahr nicht in die Schule gehen kann.“ Vor allem, wenn es um eine Schnittstelle im Leben eines jungen Menschen geht mit dem bevorstehenden Schulabschluss und dem Ausbildungsvertrag. Seemann fürchtet: „Das wird vermutlich an der Mutter scheitern.“ Denn der 15-Jährige habe bereits im Juli das Betriebspraktikum verpasst.

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Dazu kommen Konflikte mit der Mutter. Die, berichtet Seemann, wollte, dass ihr Sohn zeitgleich per Video unterrichtet würde. Laut Seemann sei das aber unmöglich. Sie sei dem Schüler entgegengekommen, habe schon vor Schulbeginn Kontakt per Videokonferenz mit ihm aufgenommen, nach dem Unterricht seine Fragen beantwortet und die gestellten Aufgaben mit ihm durchgesprochen. Wie das Distanzlernen im neuen Schuljahr konkret aussehen soll, steht laut Schulamtsleiter Wax noch nicht fest. „Die genaue Ausgestaltung ist vom Kultusministerium noch nicht ausgeführt worden.“ Eine Live-Übertragung des Unterrichts für solche Kinder scheitere an den technischen und rechtlichen Möglichkeiten.

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In der Mittelschule Mühldorf waren es nach Angaben von Schulleiterin Regina Hornig im vergangenen Jahr sieben Kinder und Jugendliche, die sich nicht testen ließen. Sie kamen aus verschiedenen Altersklassen und besuchten die Klassen fünf, acht, neun und zehn. Auch sie bestätigt „gravierende Auswirkungen“ für die Kinder, von denen einer den Quali nicht geschafft habe. Die Zusatzarbeit für ihre Kolleginnen nennt sie „wirklich unangenehm“. Eltern argumentieren nach ihren Angaben damit, dass sie „es genauso gut machen würden wie Lehrer“. Eine Einschätzung, der die Ergebnisse laut Hornig widersprechen. „In Prüfungsklassen haben sie nicht gut abgeschlossen.“

Kathleen Seemann

An weiterführenden Schulen weniger Verweigerer

An den weiterführenden Schulen im Landkreis ist die Zahl der Verweigerer niedriger. Eine Umfrage ergab, dass auf 6762 Schüler nur 26 Jugendliche kommen, die sich nicht testen lassen.

Sieben Schüler waren nach Pfingsten am Gymnasium Waldkraiburg laut Oberstudiendirektor Helmut Wittmann vom Präsenzunterricht beurlaubt. Drei von ihnen hatten das Klassenziel bereits erreicht. Dass die anderen vier zwangsläufig durchgefallen wären, kann Wittmann nicht bestätigen. Nach intensiven Beratungsgesprächen mit den Eltern, haben sie sich entschieden, die Klasse zu wiederholen.

Keine Infos über das neue Schuljahr

In den Mühldorfer Grundschulen habe es im vergangenen Schuljahr keine Testverweigerer gegeben. Das sagten die Schulleiter Beate Waldinger-Keindl und Martin Wiedenmannott übereinstimmend. Für ihre Erst- bis Viertklässler könnte es im nächsten Schuljahr leichter werden. Wax weist darauf hin, dass speziell für die Grundschulen im neuen Schuljahr „Lolli-Tests“ eingeführt werden sollen, die dann im Labor ausgewertet werden. „Wann genau diese Tests zum Einsatz kommen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verbindlich gesagt werden.“

Noch keine Vorgaben vom Ministerium

Genau wie so viele andere Fragen rund um das Thema Schule in Corona-Zeiten, die vom Ministerium erst in den nächsten Tagen beantwortet werden.

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