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Im Innklinikum Mühldorf

Lungenarzt warnt vor Corona-Sorglosigkeit bei jungen Leuten: Die Zahlen in der Klinik werden steigen

Seit Wochen müssen wieder Menschen im Krankenhaus Mühldorf beatmet werden. Darunter sind auch Geimpfte, Jüngere kommen dagegen nur selten auf die Intensivstation.
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Seit Wochen müssen wieder Menschen im Krankenhaus Mühldorf beatmet werden. Darunter sind auch Geimpfte, Jüngere kommen dagegen nur selten auf die Intensivstation.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Jeder fünfte Corona-Patient auf der Intensivstation des Mühldorfer Krankenhauses ist gegen Corona geimpft. Das teilte das Innklinikum Mühldorf-Altötting jetzt mit. Auch wenn Jüngere nicht darunter sind, warnt ein Lungenarzt

Mühldorf – Jeder fünfte Corona-Patient auf der Intensivstation des Mühldorfer Krankenhauses ist gegen Corona geimpft. Diese Zahl gab die Klinikleitung jetzt auf Anfrage bekannt. Die Gesamtzahl der geimpften Patienten in der Klinik liegt bei einem Viertel. Die Statistik beläuft sich auf die Zeit seit Anfang August.

Betroffen sind laut Klinkensprecher Mike Schmitzer weiterhin vor allem ältere Menschen. Das Durchschnittsalter beträgt nach seinen Angaben 74 Jahre, bei den Patienten auf der Intensivstation 69.

Überdurchschnittliche Belegung

Am Freitag lagen 19 Coronapatienten im Innklinikum, sechs von ihnen auf Intensiv. Die sogenannte Hospitalisierungsrate betrug damit im Krankenhaus Mühldorf 4,4, im Krankenhaus Altötting 7,2, wie die Klinikleitung mitteilte.

Lesen Sie auch: Auch ohne Corona viel zu tun: Intensivbetten in Mühldorfer Klink zu fast 80 Prozent belegt

Diese Zahlen sagen allerdings noch nichts über Corona-Maßnahmen aus, da sie von der bayernweit erhoben Inzidenz abhängig sind. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit steht die Coronaampel auf Grün, wenn weniger als 1200 Coronapatienten in bayerischen Krankenhäusern liegen, maximal 600 dürfen auf der Intensivstation behandelt werden.

Aktuell ist die Lage bayernweit weitgehend entspannt, in den vergangenen sieben Tagen kamen 275 Corona-Patienten ins Krankenhaus, die Hospitalisierung liegt damit bei 2,1 unter den Werten in den Landkreisen Mühldorf und Altötting.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Bei Kindern und Jugendlichen ist die Coronalage noch immer erfreulicher, berichtet Dr. Gregor Zimmermann, Chefarzt der Pneumologie im Krankenhaus Mühldorf. „Hier sehen wir bisher im stationären Bereich glücklicherweise nur wenige Fälle.“ Von den 92 stationären Corona-Patienten seit 5. August waren drei jünger als zehn Jahre, einer zwischen elf und 20. Stärker vertreten sei der Altersbereich zwischen 21 und 30 Jahre mit elf Patienten.

Arzt rechnet mit steigender Zahl von Jugendlichen in der Klinik

Zimmermann betont aber: „Mit steigenden Infektionszahlen bei den Jüngeren rechnen wir auch mit steigenden Patientenzahlen in unseren Klinken.“

 Die Krankheit verläuft bei Jüngeren bislang allerdings nicht so schwer, wie bei bei Ältern. „Bis auf die Gabe von Sauerstoff war in der Gruppe der 20- bis 30-Jährigen bislang keine Beatmung erforderlich“, sagt Zimmermann. „Die meisten davon haben sich nach einigen Tagen erholt.“

Allerdings leiden auch Jüngere mitunter an längerfristigen Folgen. „Manche haben weiterhin geringe Einschränkungen“, sagt der Lungenarzt. „Meist ist der Verlauf bei Kindern und Jugendlichen gut, wobei es bedauerlicherweise auch seltene Einzelfälle gibt, auch ohne Vorerkrankungen, bei denen ein schwerwiegender Verlauf auftreten kann.“

Corona bei Kinder meist ohne Langzeitfolgen

Laut den Informationen der Fachgesellschaften für Kinderheilkunde heilt Corona beim Großteil der Kinder und Jugendlichen allerdings folgenlos aus. Bei Kindern und Jugendlichen, die stationär im Krankenhaus aufgenommen werden mussten, zeigen sich nach Angaben der Fachgesellschaften jedoch bei etwa einem Viertel auch nach der Entlassung gewisse Einschränkungen. „Bei einigen wenigen Kindern kann es trotz eines unauffälligen Krankheitsverlaufs nach einigen Wochen zu einem schweren Entzündungssyndrom kommen“, sagt Zimmermann.

Jedes zehnte Kind erkankt schwer

Dem Chefarzt bereitet aber nicht nur der etwa zehnprozentige Anteil möglicherweise schwer erkrankender Kinder und Jugendlicher Sorgen.  Wie bei allen Erkrankten ist auch bei dieser Altersgruppe die Infektiosität ein großes Problem“, sagt er. „So ist zu befürchten, dass ein Kind oder ein Jugendlicher beispielsweise seine Eltern oder Großeltern ansteckt und dadurch bei ungeimpften Menschen schwere Verläufe entstehen.“

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