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Streit um Wirkung von Coronaimpfung

Klinik Mühldorf nennt Quote geimpfter Corona-Kranker

Im Inn-Klinikum kämpfen Ärzte und Pfleger um das Leben von Patienten.
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Im Inn-Klinikum kämpfen Ärzte und Pfleger um das Leben von Patienten.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Im Streit um die Wirksamkeit der Impfung im Kampf gegen Corona bezieht das Inn-Klinikum Altötting-Mühldorf jetzt eine klare Position.

Mühldorf – Die Impfung schützt die meisten Menschen davor, ernsthaft krank zu werden.

Diesen Schluss ziehen Verantwortliche des Innklinikums jetzt bei Vorlage der Quoten von Geimpften in der Klinik.

Im Regelfall ein leichterer Verlauf

Und wer sich trotzdem infiziert, kommt im Regelfall mit einem leichteren Verlauf davon. Diese Einschätzung teilte das Inn-Klinikum jetzt auf Anfrage der OVB-Heimatzeitung mit und legte Zahlen über den Impfstatus der Coronapatienten offen.

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„Was wir im Inn-Klinikum beobachten und auch schon wissenschaftlich belegt ist: Geimpfte erkranken weniger schwer“, sagt Dr. Gregor Zimmermann, Chef der Lungenheilkunde, der sich seit Wochen vor allem um Corona-Patienten kümmert.

Ein Drittel der Patienten ist geimpft

Dieses Phänomen erklärt nach seinen Angaben auch, warum die meisten Geimpften nicht ins Krankenhaus müssen und eine Infektion häufig ohne Beschwerden verlaufe. „Bei manchen ist der Impfschutz so gut, dass die Person von der Erkrankung nichts mitbekommt.“

Diese Aussage belegen die Zahlen aus dem Inn-Klinikum. Nur ein gutes Drittel der Patienten, die in den vergangenen vier Wochen in den Krankenhäusern Mühldorf, Altötting und Burghausen behandelt werden musste, war geimpft.

Drittel gilt auch auf Intensiv und bei der Beatmung

Diese Drittel-Tendenz setzt sich laut Inn-Klinikum auch auf der Intensivstation und in den Beatmungsbetten fort. Dabei ist zu bedenken, dass die Zahl der Ungeimpften ein gutes Drittel der Bevölkerung im Landkreis ausmacht, und damit der absolute Anteil der Ungeimpften in der Klinik noch deutlich höher liegt.

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Einen deutlicheren Ausschlag als ein Drittel gibt es nur bei den Menschen, die im Krankenhaus nach einer Coronainfektion sterben: Von ihnen war mit 51,6 Prozent mehr als die Hälfte geimpft.

Hohes Alter senkt Impfschutz

Als Grund nennt Zimmermann das hohe Alter der Toten. Es lag in den vergangenen vier Wochen bei 79,9 Jahren. „Ältere Patienten oder vorerkrankte Patienten haben den Nachteil, dass das Immunsystem altersbedingt oder durch Vorerkrankungen nachlässt“, sagt Zimmermann. „Bei jungen Patienten funktioniert die Impfung am besten, bei älteren oder vorerkrankten Patienten kann die Immunantwort auch inkomplett sein.“

Abwehrreaktion erneut durch Impfung trainieren

Das heißt, die Impfung stärkt die Abwehrreaktion nicht immer in einem Maß, das ausreicht, um das Virus zu besiegen. „Daher ist eine deutliche Empfehlung auszusprechen, das Immunsystem mit einer erneuten Boosterung zu trainieren.“

Wirkung lässt nach einigen Monaten nach

Denn inzwischen haben die Mediziner erkannt, dass die Impfung wie viele andere Impfungen auch, keinen dauerhaften Schutz bietet. Zimmermann sagt: „So ist der Schutz in den ersten Monaten am größten und nach einigen Monaten reduziert sich dieser.“ Dazu komme, dass die Impfstoffe gegen andere Stämme des Virus entwickelt worden seien, derzeit aber die Deltavariante vorherrsche. Aber auch für sie gelte: „Die empfohlenen Wirkstoffe sind weiterhin hochwirksam.“

Darauf weist auch das Robert-Koch-Institut in seinem Oktoberbericht zur epidemiologischen Lage hin. Eine besondere Bedeutung habe die Delta-Variante, „die zu den besorgniserregenden Virusvarianten gehört“. Ende September habe ihr Anteil bei 99 Prozent der Infektionen gelegen.

Impfstoffe helfen auch gegen Delta-Variante

Die Virenforscher bleiben aber dabei: „Mit den derzeit verwendeten Impfstoffen können schwere Erkrankungen mit nahezu unverminderter Effektivität verhindert werden.“

Anders sehe es bei der Verhinderung von leichten Erkrankungen ohne Symptome aus. In diesem Bereich sei die Wirkung reduziert.

Der Mühldorfer Lungenarzt Zimmermann weißt Vorwürfe zurück, nach denen ein 100-prozentiger Schutz versprochen worden sei. „Den werden wir nie erreichen“, sagt er. „Das war das Wunschdenken vieler, aber in der seriösen Wissenschaft hat das auch niemand versprochen.“ Trotzdem bleibe die Impfung der beste Schutz. Das Durchschnittsalter aller Corona-Patienten im Inn-Klinikum betrug in den vergangenen vier Wochen nach Angaben der Geschäftsführung 65,7 Jahre, bei Kranken auf der Intensivstation (64,9) und in der Beatmung (63,6) lag es leicht darunter.

Chefarzt fürchtet neue Mutationen

„Das Nachlassen der Schutzwirkung ist zwar ein Problem, aber aktuell bereitet mir die nach wie vor große Anzahl an Ungeimpften deutlich mehr Probleme.“ Chefarzt Zimmermann fürchtet neue Gefahren, wenn die hohen Infektionszahlen neue Virus-Varianten hervorbringen

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