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Corona-Lage

Corona-Inzidenz im Landkreis Mühldorf steigt auf 255,8 – Einzelfälle stammen aus Clubs

Ein medizinischer Mitarbeiter impft eine Frau gegen Corona
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Ein medizinischer Mitarbeiter impft eine Frau gegen Corona.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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  • Christa Latta
    Christa Latta
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Mühldorf – Die Corona-Inzidenz im Landkreis Mühldorf steigt immer weiter. Das sind die Gründe und Folgen.

Update, 19. Oktober 14.15 Uhr

Die Corona-Inzidenz im Landkreis Mühldorf steigt weiter an. Zuletzt am Sonntag um knapp 50 auf 247,2 und tags darauf auf 255,8. Was noch vor eineinhalb Jahren Panik ausgelöst hätte, wird nun lediglich zur Kenntnis genommen. Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen sind jedenfalls nicht angedacht, weil sich die politischen Vorgaben geändert haben.

Lockerungen als Ursache

Welche Ursache der erneute Anstieg der Inzidenz hat, darauf kann auch Dr. Benedikt Steingruber, Leiter des Gesundheitsamts Mühldorf, keine konkrete Antwort geben. Er sieht den erneuten Anstieg als Folge der Lockerungen an, sagt er auf Anfrage. Regionale Unterschiede ließen sich seiner Ansicht nach aktuell jedoch nicht erklären.

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„Das Gesundheitsamt verzeichnet aktuell keine größeren Ausbrüche, sondern viele kleinere Infekt-Ketten“, erklärt der Leiter des Gesundheitsamtes in Mühldorf auf die Frage nach möglichen Hotspots im Landkreis. Auch die Verteilung der positiven Corona-Fälle auf verschiedene Bevölkerungsgruppen ergebe ein diffuses Bild. „Wir beobachten das Infektionsgeschehen in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern und dem Bayerischen Gesundheitsministerium sehr genau“, so Dr. Steingruber weiter. Kurzfristig würden diesbezüglich aber keine weiteren Maßnahmen vollzogen.

Positive Fälle in Tanzlokalen

Nachdem seit dem 1. Oktober die Nachtlokale, Clubs und Diskos wieder geöffnet haben, gab es in der vergangenen Woche auch schon die ersten positiven Corona-Fälle, die in Verbindung mit einem Besuch in einem Nachtlokal im Landkreis Mühldorf in Verbindung gebracht werden. Offenbar nicht das einzige Tanzlokal, in welchem Positiv-Fälle registriert wurden. Auf Nachfrage bestätigt Dr. Steingruber, dass mittlerweile auch Einzelfälle aus anderen Clubs bekannt seien. 

+++ Der Originaltext +++

Erstmeldung, 16. Oktober

Von den 226 neuen bestätigten Corona-Fällen im Landkreis kam es in der vergangenen Woche laut Landratsamt Mühldorf bei 60 zu einer Infektion trotz vollständiger Impfung. Das sind 25 Prozent.

Damit setzt sich der Trend nach oben aus den vergangenen Wochen fort.

Der Landkreis Mühldorf bleibt bei den vollständig geimpften Menschen weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt. Bislang sind 61,99 Prozent der Landkreisbewohner (71831) vollständig geimpft. 63,31 Prozent beziehungsweise 73363 haben ihre erste Impfdosis erhalten.Schöne

Tendenz steigend bei den Positivfällen unter Geimpften

Auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen teilt das Landratsamt mit, dass im August 40 von 264 positiv auf das Coronavirus getesteten Personen vollständig geimpft waren (15,15 Prozent). Im September hat das Landratsamt 499 neue Fälle erfasst, 105 Infizierte waren vollständig geimpft (21,04 Prozent).

Enge Kontakte, mehr Ansteckungen

Eine Erklärung für die steigende Zahl von positiv Getesteten, die geimpft sind, hat Dr. Benedikt Steingruber. Der Leiter des Gesundheitsamtes: „In Anbetracht der zahlreichen engen Kontakte, die durch viele Lockerungen nun wieder möglich sind, und aufgrund des im Landkreis derzeitigen Infektionsgeschehens auf hohem Niveau sind die Impfdurchbrüche erklärbar.“

Impfung schützt vor schweren Verläufen

Insbesondere bei häuslichen engen Kontakten erfolge bei der Delta-Variante wegen der hohen Virenmenge oft eine Ansteckung der Familienmitglieder, „zunehmend häufig eben auch bei Geimpften“. Allerdings dürfe man nicht vergessen, dass die Impfung immer noch sehr gut vor schweren Verläufen schütze. Geimpfte Personen, die infiziert sind, würden zum Teil keinerlei Symptome bemerken.

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80 Prozent der Intensivpatienten waren nicht geimpft

Steingruber: „Die meisten Patienten, die wegen Covid-19 in die Klinik eingewiesen werden, sind nicht geimpft. Bei den Patienten auf Intensivstationen ist der Anteil der Nichtgeimpften noch höher.“ Das bestätigt Mike Schmitzer, Pressesprecher des Inn-Klinikums Mühldorf Altötting. Nach seinen Worten waren 80 Prozent der Patienten, die seit dem 1. September auf einer Intensivstation behandelt werden mussten, nicht vollständig geimpft.

In Pflegeheimen alles im grünen Bereich

„Alle vollständig geimpften Patienten, die intensivmedizinisch versorgt werden mussten, litten oder leiden unter schweren Vorerkrankungen.“ Alten- und Pflegeheime blieben von Impfdurchbrüchen verschont, wie das Landratsamt in Mühldorf bestätigt: „Bislang gibt es in diesem Bereich nur Einzelfälle und keine größeren Ausbrüche“, teilt dazu Pressesprecher Wolfgang Haserer mit.

Die Inzidenzen gehen nach oben. Die Zahl der aktiven Corona-Fälle stieg in der vergangenen Woche auf 342. Hotspot ist Mühldorf mit 70 Neuinfizierten.Schöne

Pflegeheime haben schon die dritte Impfung ins Auge gefasst

Das liegt wohl daran, dass die Pflegeheime schon die dritte Impfung ins Auge gefasst haben, um die Senioren zumindest vor einem schweren Verlauf zu schützen. Das Adalbert-Stifter-Seniorenwohnen in Waldkraiburg etwa hat mit Impfdurchbrüchen „kein Problem“, wie Heimleiter Hubert Forster auf Anfrage mitteilt. Seit April habe es unter den Bewohnern der Einrichtung, in der rund 230 Senioren leben, „Gott sei Dank keinen positiven Fall mehr gegeben“. Damals hatte das Virus die Einrichtung schwer getroffen. Zwei ungeimpfte Bewohner, die erkrankten, waren verstorben, bei einigen weiteren bereits geimpften Senior habe es wohl einen Durchbruch gegeben, allerdings ohne schwerwiegende Folgen.

G-Regeln sorgen für Verwirrung

Derzeit wird im Haus die Auffrischungsimpfung vorbereitet, die am 21. Oktober angesetzt ist. Wie viele Bewohner an dieser dritten Impfung teilnehmen, dazu konnte Forster noch keine Zahlen nennen. Er gehe wieder von über 90 Prozent aus. Einige Senioren haben sich bereits bei ihrem Hausarzt impfen lassen, andere haben das noch vor. Allerdings hat Forster den Eindruck, dass einige Senioren sich diesmal nicht impfen lassen wollen. Er macht eine wachsende Verunsicherung unter den Bewohnern aus. „3G, 3G plus, 2G – das stiftet Verwirrung.“

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2072 Personen haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten

2072 Personen haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten, teilt das Landratsamt mit. Bis 14. Oktober wurden 143 992 Impfungen im Landkreis verabreicht. 73 363 Personen sind mindestens einmal geimpft (63,31 Prozent aller Landkreisbürger). 71 831 Personen (61,99 Prozent) haben die abschließende Impfung erhalten.

Drei Personen sind in der vergangenen Woche verstorben

342 aktive Fälle: Im Landkreis Mühldorf sind in der vergangenen Woche drei weitere Personen verstorben, die mit dem Coronavirus infiziert waren. Insgesamt gibt es bislang 8093 bestätigte Fälle, 7588 Personen sind wieder genesen. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf 342 aktive Fälle. Zwölf Covid-Patienten befinden sich aktuell im Krankenhaus, einer davon wird auf der Intensivstation beatmet. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, beträgt 163.

Die meiten Infektionen erfolgen im privaten Bereich

Inzidenzwert steigt: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 194. Der größte Teil der Neuinfektionen (125 Fälle, 55 Prozent) hat die Ansteckungsursache im privaten Umfeld. Acht Infektionen erfolgten laut Landratsamt am Arbeitsplatz, eine Infektion wurde im Bereich Schule beziehungsweise Kindertageseinrichtung dokumentiert. Vier Fälle wurden in medizinischen Einrichtungen und ein Fall in einer Pflegeeinrichtung verzeichnet.

19 positive Corona-Fälle nach dem Besuch eines Clubs

Infektionsquelle oft unbekannt: In 87 Fällen (39 Prozent) ist die Infektionsquelle unklar. Aufgrund von Corona-Infektionen mussten im Landkreis zwei Kindergärten bis einschließlich Montag, 18. Oktober, geschlossen werden. Weiterhin ergaben sich durch Besuche eines Clubs im Landkreis am vergangenen Wochenende 19 positive Fälle.

Die meisten Infizierten sind zwischen 15 und 59 Jahre alt

Vor allem Jüngere betroffen: Es haben sich vor allem Menschen unter 60 Jahren infiziert. Unter den Neuinfektionen sind 85 Fälle der Altersgruppe von 35 bis 59 Jahren zuzuordnen sowie 82 Fälle der Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren. In der Gruppe der 5- bis 14-Jährigen wurden in den vergangenen sieben Tagen 30 Fälle bestätigt, in der Gruppe der 60- bis 79-Jährigen 16 Fälle. Sieben Neuinfektionen ergaben sich in der Altersgruppe über 80 Jahren sowie sechs Fälle von Kleinkindern und Kindern bis vier Jahren.

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