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Welche Nebenwirkungen drohen?

Corona-Impfung für Jugendliche: Das sagen die heimischen Ärzte dazu

Soll man oder soll man nicht: Derzeit tobt der Streit über die Impfung von Jugendlichen ab zwölf Jahren. Auch heimische Ärzte sind in der Frage unterschiedlicher Meinung.
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Soll man oder soll man nicht: Derzeit tobt der Streit über die Impfung von Jugendlichen ab zwölf Jahren. Auch heimische Ärzte sind in der Frage unterschiedlicher Meinung.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Der Druck der Politik steigt, auch Jugendliche ab zwölf Jahren sollen gegen Corona geimpft werden. Heimische Ärzte zum Piks oder den Verzicht darauf.

Landkreis Mühldorf – Der politische Druck steigt, Jugendliche gegen Corona zu impfen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hält sich mit einer Empfehlung zurück, heimische Ärzte sind gespalten.

Peter Wapler, Allgemeinarzt in Mühldorf, kann nur den Kopf schütteln. „Es ist eine Frechheit, wie die Politik Druck auf Eltern und Kinder macht, obwohl es keine Indikation für die Impfung gibt“, sagt er über Jugendliche ab zwölf Jahren.

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Das Versprechen von mehr Freiheit, wie es Ministerpräsident Markus Söder gibt, sei die einzige Indikation. „Und das ist eine Schweinerei, weil es die versteckte Einführung einer Impfpflicht ist.“

Nebenwirkung: Herzkrankheit

Er wirft der Politik vor, sich über wissenschaftliche Erkenntnisse hinwegzusetzen: „Die Impfkommission gibt keine Empfehlung für die Impfung.“ Und der Verband der Kinder und Jugendärzte hält sich an diese Stiko-Empfehlung. „Und die ist sonst eher nicht zurückhaltend bei Impfungen.“

Herzmuskelentzündung als Nebenwirkung

Mit Blick auf die Impfstoffe von Biontech und Moderna verweist Wapler auf eine Studie im aktuellen „Arznei-Telegramm“. Demnach gebe es in den USA und in Großbritannien Hinweise, dass Jungen und Männer zwischen zwölf und 24 Jahre nach der Zweitimpfung ein um das 30-fache erhöhte Risiko eingehen, an einer Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung zu erkranken.

„Bei Frauen ist das Risiko um das Neunfache erhöht.“ Diese Nebenwirkungen beschreibe auch der Pharmakovigilanzausschuss (PRAC).

Welches Risiko ist größer: Impfung oder Corona?

Wapler fragt, ob das Risiko einer Impfung höher sein darf als das Risiko, schwer an Corona zu erkranken. Der Arzt hat dazu eine klare Meinung: „Es gibt kaum schwere Verläufe bei Kindern und jungen Erwachsenen. Junge und gesunde Leute gehen ohne Impfung kein Risiko für einen schweren Verlauf ein. Eine Indikation für eine Impfung ist nicht gegeben!“

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

In Bayern lag am Montag die Impfquote für Erstimpfungen bei 56,5 Prozent, 41,3 Prozent sind zweimal geimpft. Dr. Ulrich Ebermann warnt aber: „Die aktuell sehr niedrigen Infektionszahlen führen zu Impfmüdigkeit und verleiten zur Unachtsamkeit.“ Diese Unachtsamkeit, fürchtet der Mediziner und Stellvertretende Leiter des Impfzentrums könne sich vor allem angesichts der Delta-Variante rächen.

Statt Kinder sollen sich vor allem Erwachsene impfen lassen

Auch Ebermann fragt sich, ob zur Erhöhung der Impfquote Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren geimpft werden sollten. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) habe den Impfstoff schon im Mai auch für Jugendliche zugelassen.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie im ovb-online-Dossier zur Corona-Pandemie

„Nur durch eine ausreichend hohe Impfquote können wir Zustände, wie wir sie im vergangenen Jahr erleben mussten, verhindern. Deshalb sollten sich alle Erwachsenen impfen lassen und die empfohlene Zweitimpfung wahrnehmen“, appelliert Ebermann aber in erster Linie an die Solidarität der Erwachsenen.

Kinder nur selten schwer coronakrank

Eine Empfehlung zur Impfung von Kindern gibt er nicht, weist aber auf die Krankheitsverläufe hin. nach seinen Angaben verläuft die Infektion bei zwölf- bis 17-Jährigen überwiegend mild bis moderat, häufig sogar asymptomatisch. Kinder und Jugendliche mit Übergewicht, Zuckerkrankheit, Herzschwäche oder schwerer Lungenerkrankung, könnten dagegen stark unter Corona leiden. Deshalb gebe es für sie eine Impfempfehlung der Stiko. Und die gelte auch für Zwölf- bis 17-Jährigen, die im Umfeld von gefährdeten Personen leben oder viele Kontakte hätten.

Privat hat Ebermann daraus seine Konsequenzen gezogen: „Für unsere Familie war die Entscheidung pro Impfung mit der EMA-Zulassung klar. Unsere 14- und 16-jährigen Töchter erwarteten schon länger sehnlich die Impfung. Wir als Eltern waren uns ebenfalls einig.“

Angst vor Corona kann krank machen

Es gebe schließlich auf absehbare Zeit nur zwei Möglichkeiten: Corona-Infektion oder Impfung. „Beide haben für diese Altersgruppe ein sehr niedriges Gesundheitsrisiko, das der Impfung ist aber deutlich geringer und wir als Familie fühlen uns sicherer.“ Er empfiehlt das Gespräch mit einem Arzt.

Auf jeden Fall vom Arzt beraten lassen

Ob Impfung oder nicht – das müsse am Ende jeder selbst entscheiden, sagt Peter Wapler. Er habe die Impfung noch niemanden ausgeredet, am Ende sollte das Bauchgefühl entscheiden. „Denn alleine die Angst vor einer Corona-Ansteckung kann ebenso krank machen!“

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