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Konzept gefordert

Eltern kritisieren Corona-Notgruppen: Offener Brief aus acht Mühldorfer Kindergärten

Die Zusammenlegung von Gruppen in der Hochinzidenzphase sorgt immer noch für Unmut bei Elternbeiräten von acht Einrichtungen. Sie fordern im Hinblick auf eine mögliche vierte Corona-Welle tragfähige Konzepte.
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Die Zusammenlegung von Gruppen in der Hochinzidenzphase sorgt immer noch für Unmut bei Elternbeiräten von acht Einrichtungen. Sie fordern im Hinblick auf eine mögliche vierte Corona-Welle tragfähige Konzepte.
  • Josef Enzinger
    VonJosef Enzinger
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Die Zusammenlegung von Gruppen in der Hochinzidenzphase sorgt immer noch für Unmut bei Elternbeiräten von acht städtischen Einrichtungen. Sie fordern im Hinblick auf eine mögliche vierte Corona-Welle tragfähige Konzepte. So reagiert Bürgermeister Michael Hetzl auf die Vorwürfe.

Mühldorf – Seit Wochen bewegt sich die Corona-Inzidenz im einstelligen Bereich. Es werden wieder Konzerte gegeben, die Biergärten sind voll. Die Maskenpflicht in Schulen und Kitas ist aufgehoben. Die schwierige Zeit für Eltern und Verantwortliche der Kinderbetreuung in der Stadt Mühldorf scheint zu Ende. Und doch melden sich nun Elternbeiräte aller acht städtischen Kindertageseinrichtungen in einem offenen Brief zu Wort. Das Schreiben ist an die Stadt und an sämtliche Fraktionen im Stadtrat gerichtet und enthält Kritik an den Maßnahmen in den Mühldorfer Kitas. Es geht vor allem um die Betreuung in Notgruppen.

Entscheidungen doch nicht im „gegenseitigen Einvernehmen“ getroffen?

Wörtlich heißt es: „Elternbeiräte verschiedener Einrichtungen haben in mehreren Gesprächen mit der Stadtverwaltung und dem Bürgermeister persönlich, die Entscheidungen kritisch hinterfragt, leider ohne Erfolg.“ Darüber hinaus distanzieren sich die Elternbeiräte von der Aussage der Stadt, dass Entscheidungen im „gegenseitigen Einvernehmen“ getroffen worden seien.

Corona-Fall in den Notgruppen beklagt

Seitens der Stadt und des Bürgermeisters sei wiederholt angemerkt worden, dass keine Gruppen zusammengelegt, sondern lediglich Notgruppen gebildet worden seien. „Das auch von uns angesprochene erhöhte Infektionsrisiko wurde nicht in Betracht gezogen und resultierte schließlich in mindestens zwei uns bekannten Fällen“, behaupten die Elternvertreter. Ein positiver Test habe dazu geführt, dass eine größere Anzahl an Kindern in Quarantäne musste. „Diese Anzahl wäre in den festen Gruppen deutlich niedriger ausgefallen!“

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Von reduziertem Personal soll nie die Rede gewesen sein

Die Elternvertreter stimmen zu, dass der Rahmenhygieneplan der Kindertagesbetreuung Notgruppen vorsieht. „Hier ist jedoch nicht die Rede von reduziertem Personal, Zusammenlegen von Gruppen bei niedrigen Bringzahlen oder Einsparpotenzial bei Personalkosten zu Zeiten von Corona.“

Eltern legen auch praxisnahe Argumente vor

Der Zusammenlegung halten die Eltern vielmehr andere praxisnahe Argumente entgegen: Unter anderem, dass eine Eingewöhnung in dieser Zeit faktisch unmöglich gewesen sei und Bezugspersonen nicht immer greifbar seien. In anderen Landkreisen oder Kommunen sei trotz hoher Inzidenzwerte eine Betreuung in festen Notgruppen ohne Zusammenlegung realisiert worden. „Die jetzige, bezüglich Covid-19 etwas ruhigere Zeit sollte dafür genutzt werden, tragfähige Konzepte für künftig ansteigende Zahlen vorzubereiten“, heißt es in dem Brief.

Jugendreferent empfiehlt individuelle Entscheidungen

Eine Forderung, die der Jugend- und Familienreferent der Stadt Mühldorf, SPD-Stadtrat Gottfried Kirmeier, unterstützt. „Es geht darum, sich seitens der Stadt in den Kindergärten umzusehen und individuell gemäß der Situation in den Kitas und entsprechend der Infektionsschutzverordnung zu agieren!“

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Hetzl reagiert überrascht auf das Schreiben

„Wir sind sehr überrascht, dass dieses aktuelle Schreiben die damalige Situation wieder aufgreift“, reagiert Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl (UM) auf die Vorwürfe, die schon Ende April von Eltern kommuniziert wurden. Der Elternbeiratsvorsitzende der Kita an der Tachinger-See-Straße, Jürgen Skoluda, hatte damals beklagt, dass die drei bisherigen Gruppen aus dem Regelbetrieb auf zwei Notbetreuungsgruppen reduziert wurden. Und auch von der SPD-Stadtratsfraktion war diese Maßnahme offen kritisiert worden (wir berichteten).

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Hetzl: „Maßnahmen waren notwendig“

Wie Hetzl nun informiert, befinde man sich in den Kinderbetreuungseinrichtungen im Regelbetrieb, die Inzidenzzahlen lägen im einstelligen Bereich. „Scheinbar besteht noch immer Unklarheit darüber, dass zu dem angesprochenen Zeitpunkt die entsprechenden Maßnahmen notwendig und die Einrichtungen, entsprechend den Vorgaben der bayerischen Staatsregierung, geschlossen waren.“

Mühldorf war bayernweiter Hotspot

Hetzl erinnert daran, dass der Landkreis Mühldorf zum besagten Zeitpunkt bayernweiter Hotspot mit einem Inzidenzwert von 350 und mehr gewesen sei. „Diese Situation mit anderen Landkreisen zu vergleichen, macht keinen Sinn, diese Diskussion ist müßig und nicht zielführend.“

Stadtverwaltung weist Vorwurf, Fehler gemacht zu haben, deutlich zurück

Zudem betont er, dass die Maßnahmen den Eltern vermittelt worden seien, eine Kommunikation habe zu jeder Zeit stattgefunden. „Der Vorwurf, dass die Bildung von Notgruppen zu zwei positiven Tests geführt hat, entbehrt jeglicher Grundlage. Ich und auch die Stadtverwaltung weisen den Vorwurf, Fehler gemacht zu haben, deutlich zurück!“

Stadt ist an die Vorgaben der Staatskanzlei angewiesen

Hetzl verweist stattdessen auf das „hervorragende Betreuungs- und Hygienekonzept in den Einrichtungen. Er sagt aber auch: „Wie die Rahmenbedingungen im Herbst aussehen werden, wissen wir bis dato nicht!“ Man sei, wie alle anderen Kommunen auch, auf die Vorgaben der Staatskanzlei angewiesen.

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