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Bundestagswahl im Landkreis Mühldorf

Wählerprotest nach Wählerfrust: CSU in Mühldorf will aus Wahlergebnis Konsequenzen ziehen

CSU und Freie Wähler liegen bei Bundestagswahlen noch immer weit auseinander. Die Grafik macht aber den zunehmenden Erfolg der FW genauso deutlich, wie die seit Jahren stetig sinkenden Zahlen der CSU. Klinker
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CSU und Freie Wähler liegen bei Bundestagswahlen noch immer weit auseinander. Die Grafik macht aber den zunehmenden Erfolg der FW genauso deutlich, wie die seit Jahren stetig sinkenden Zahlen der CSU.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Die Gefühle der Kreisvorsitzenden von CSU und Freien Wählern am Tag nach dem Abschneiden ihrer Partei auf Kreisebene bei der Bundestagswahl könnten unterschiedlicher nicht sein. Und auch die Folgen aus dem Wahlergebnis.

Mühldorf – Während Freie-Wähler-Chef Markus Saller von einem „hervorragenden Ergebnis, mit dem ich so nicht gerechnet hätte“, spricht, gibt CSU-Kreisvorsitzender Max Heimerl zu: „Das ist nicht zufriedenstellend.“ Heimerl kündigt Konsequenzen an.

Zahlen sprechen eindeutige Sprache

Die Zahlen im Landkreis sprechen eine eindeutige Sprache: Die CSU hat 9,5 Prozentpunkte auf 34,1 verloren, die Freien Wähler haben 9,3 dazu gewonnen und liegen jetzt bei zwölf Prozent (11,5 im gesamten Wahlkreis).

Alle Informationen rund um die Bundestagswahl finden Sie hier

Beide Parteisprecher gehen davon aus, dass auch im Landkreis unzufriedene Wähler von der CSU zu den Freien gewechselt sind. FW-Kreisvorsitzender Saller spricht von einem Protest gegen die CSU. „Der Schritt zur AfD war vielen zu krass, die FDP wird noch immer mit Klientelpolitik verbunden.“ Er nennt die Corona-Politik und zuletzt die Frage des Impfens als ausschlaggebend für Wähler, sich nach Alternativen umzusehen.

CSU-Wähler entschieden sich bewusst für die Freien Wähler

CSU-Kreisvorsitzender Heimerl sagt, dass sich CSU-Wähler bewusst für die FW entschieden hätten, damit „die Stimmen im bürgerlichen Lager bleiben. Es ist zu erkennen, dass extreme Ränder verloren haben.“

Unzufriedenheit treibt CSU-Wähler zur FW

Die Unzufriedenheit mit der Union insgesamt hätte auch die Landkreis-CSU getroffen. „Die Leute müssen jetzt aber erkennen, dass es verschenkte Stimmen waren“, sagt er mit Blick auf die Fünf-Prozent-Hürde, an der die Freien Wähler in Deutschland gescheitert sind.

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Bei der Frage nach Landkreisthemen, die zu den Ergebnissen geführt haben, nehmen die beiden Vorsitzenden unterschiedliche Gründe wahr. FW-Chef Saller sagt: „Wir sind eine starke Kraft in der Region“, er schlägt einen Bogen von den letzten Landtagswahlen zu den Kommunalwahlen und der jetzigen Abstimmung: „Man spürt eine Aufbruchsstimmung.“

Freie Wähler stellen Bürgermeister in den drei Städten im Landkreis

Saller verweist darauf, dass die Freien in den drei Städten im Landkreis die Bürgermeister stellen, dazu einige Landbürgermeister. Perspektivisch rechnet er allerdings nicht mit weiter steigenden Zahlen. „Wir liegen seit zehn Jahren so um die zehn Prozent.“

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Der Absturz seiner Partei um fast zehn Prozentpunkte ist laut Heimerl mit der hohen Fallhöhe seiner Partei begründet. „Wir hatten immer überdurchschnittlich hohe Stimmenanteile, auch im bayernweiten Vergleich. Da schlägt der Abwärtstrend stärker ins Kontor.“ Er spricht von Protestwählern, „auch in der Größenordnung der Verluste“.

Seit vielen Jahren spürt die CSU im Landkreis diesen Trend, seit der Bundestagswahl 2005 mit 59,3 Prozent der Stimmen ging es kontinuierlich bergab. Über dem Bayerndurchschnitt (32,5 Prozent) liegt sie aber noch immer.

Heimerl will Kontakte der CSU zu den Menschen verbessern

Trotzdem will Heimerl reagieren und das wahlfreie Jahr 2022 nutzen, um die CSU stärker in den Städten und Dörfern zu verankern. „Wir müssen das Jahr nutzen, um uns neu aufzustellen.“ Dazu gehört vor allem der Kontakt der Ortsverbände zu den Menschen in ihren Kommunen. „Da müssen wir wieder aktiver werden.“ Damit will er für die CSU bei der Landtagswahl 2023 ein besseres Ergebnis einfahren.

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