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Bundestagswahl 2021 – Wahlkreis Altötting (212)

Die Direktkandidaten im großen OVB-Check: Christoph Arz (Grüne)

Bundestagswahl 2021: Christoph Arz tritt für die Grünen als Direktkandidat im Wahlkreis Altötting an, zu dem auch der Landkreis Mühldorf zählt.
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Bundestagswahl 2021: Christoph Arz tritt für die Grünen als Direktkandidat im Wahlkreis Altötting an, zu dem auch der Landkreis Mühldorf zählt.

Am 26. September ist Bundestagswahl. Im Wahlkreis Altötting, zu dem auch Mühldorf zählt, treten 10 Kandidaten für das Direktmandat an. Hier stellen sie sich den Menschen in der Region vor, nehmen zu aktuellen politischen Themen Stellung und beantworten persönliche Fragen. An dieser Stelle: Christoph Arz (Grüne).

Hinweis in eigener Sache: Unsere Redaktion hat allen Kandidaten die gleichen Fragen gesendet. Wir haben es den Kandidaten überlassen, auf welche Fragen sie wie ausführlich antworten. Wir veröffentlichen die Antworten ungekürzt. Sprache und Inhalt liegen ausschließlich in Verantwortung der Kandidaten. Die Redaktion macht sich keine der Aussagen zu eigen.

Steckbrief Christoph Arz

  • Partei: Bündnis 90 / Die Grünen
  • Alter: 24 Jahre
  • Wohnort: Waldkraiburg
  • Beruf: Student (Politikwissenschaften an der TU München)
  • Familienstand: ledig, keine Kinder
  • Hobbys: Radfahren, lesen, seit über 15 Jahre Karate (zurzeit inaktiv wegen drei Kreuzbandrissen in der Vergangenheit)

Zum Bundestagswahl-Spezial und allen weiteren Kandidaten:

> auf ovb-online.de

> auf innsalzach24.de

> auf wasserburg24.de

Christoph Arz: Mir ist besonders Bildung und Fortbildung in Zeiten von Transformationsprozessen (für alle Altersschichten), Jugendpartizipation (zum Beispiel Wahlrecht ab 16, stärkere Jugendräte, mehr politische Bildung in Schulen) und Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik (Tierwohl auf der einen Seite und ökologische Sicherstellung von Lebensmittel in Zukunft im Einklang mit den Bäuer*innen) wichtig.

Politik muss repräsentativ sein. Das heißt, dass unser Bundestag auch vielseitiger sein sollte, um Probleme der Zukunft besser lösen zu können. Vor allem muss Politik auf Bundesebene weiblicher und jünger werden.

Ich kandidiere, weil meine Zukunft in vielen Bereichen nicht gesichert ist (Rente, Klima, Wohnen, Ernährung) und junge Menschen zu wenig Mitspracherecht haben. Das möchte ich mit vielen anderen jungen Menschen im Bundestag ändern.

Thema Corona

Unsere Fragen an Christoph Arz:

  • Mit welchen Szenarien und Folgen rechnen Sie Ende 2021 und 2022? Wie sieht Ihre Corona-Strategie aus?
  • Wie hat Corona Ihr Denken und Handeln verändert? Warum spaltet Corona die Gesellschaft?

Wo hört die eigene Freiheit auf?

Ich rechne damit, dass wir als Gesellschaft keine Lockdowns mehr haben werden, da (solange keine neue Variante entsteht, die deutlich gefährlicher ist) durch die Impfung die Sterblichkeitsrate und die Anzahl der belegten Intensivbetten deutlich zurückgehen werden, sodass unser Gesundheitssystem nicht mehr in der Art und Weise überlastet sein wird.

Nichtsdestotrotz werden wir versuchen müssen, die Impfquote hochzuhalten und Ängste und Unsicherheiten mit Fakten und Daten bei den Bürger:innen abzubauen. Ich rechne damit, dass wir zudem immer mehr auch global gesehen Staaten unterstützen müssen, an Impfstoff zu gelangen.

So können wir eine globale Pandemie auch global lösen. Denn nur so schützen wir uns auch effektiv vor weiteren Varianten. Corona hat gezeigt, dass wir als Gesellschaft globale Probleme nur gemeinsam lösen können.

Die Pandemie spaltet uns, weil die Auswirkungen deutlich spürbar waren und sind. Die Auswirkungen einer Pandemie sind schwerwiegend, solche Grundrechtsbeschränkungen sind absoluter Ausnahmezustand. Dieser Zustand führt automatisch zu Konflikten.

Gleichzeitig spaltet sich die Gesellschaft bei der Grundsatzdebatte zwischen Selbstbestimmung und Solidarität. Wo hört die eigene Freiheit auf und wo fängt Solidarität an? Durch teils intransparente und nicht immer nachvollziehbare Maßnahmensprünge, aber auch durch die Maskendeals der CDU/CSU, hat die Bundesregierung und die Politik im Allgemeinen an Vertrauen verloren, was den inhaltlichen Diskurs nicht einfacher gemacht hat.

Thema Klimawandel

Unsere Fragen an Christoph Arz:

  • Der Klimawandel bedroht Mensch und Natur. Was ist zu tun? In der Welt, in Brüssel, in Berlin und München?
  • Aber auch in der Region, vor der Haustür oder im eigenen Haushalt?

Globale Aufgabe und regionale Lösungen

Global gesehen haben wir eine Aufgabe und ein Versprechen: Das 1,5-Grad-Ziel einhalten und unser Handeln danach ausrichten. Dafür braucht es alle Staaten, es ist eine globale Aufgabe.

Dennoch muss auch jede Nation und die einzelnen Staatenverbunde jetzt anfangen zu handeln. Dazu gehört auch die Europäische Union. Diese hat für die EU-Mitglieder die Richtung angegeben: „The Green Deal“ und damit bis 2050 als Kontinent klimaneutral sein.

Das heißt: So schnell wie möglich auch in Deutschland klimaneutral werden. Dafür braucht es Synergien von Maßnahmen und Impulse, aus Berlin und in jeder Kommune. In Berlin müssen die Leitlinien gesetzt werden, regulative Maßnahmen und die Zielsetzungen in Kooperation mit der Industrie und Wirtschaft wird dort entschieden werden müssen. Das bedeutet: Jede bisherige Entscheidung auf ihre klimatischen Auswirkungen prüfen und neu bewerten.

Der Kohleausstieg bis 2038 ist zum Beispiel zu spät. Dafür braucht es ein Ministerium für Klimaschutz mit einem Vetorecht, damit Entscheidungen nicht mehr gegen das Pariser Klimaabkommen beschlossen werden. Gleichzeitig braucht es sowohl von Bundes- als auch von Landesebene bessere Förderungen für Kommunen bei der Umsetzung von konkreten Klimaschutzmaßnahmen, die effektiv und weitreichend wirken.

Weiterhin ist die Umweltbildung für die Zukunft von besonderer Bedeutung, weshalb auch hier in einem föderalen System der Impuls aus dem Kultusministerium aus München kommen muss.

Neben den großen regulativen Entscheidungen werden aber auch etliche kleine kommunalen Projekte einen Unterschied machen. Zu oft entscheiden sich Gemeinden und Städte aus finanzieller Notlage gegen Umweltschutz. Das darf in Zukunft nicht mehr passieren. Um die Klimakrise zu bewältigen, aber gleichzeitig den Wohlstand in Deutschland nicht zu gefährden, werden die Kommunen in Zukunft die lokale Energieversorgung selbst in die Hand nehmen müssen. Also: Dezentrale erneuerbare Energiegewinnung in den Händen der Kommunen und den Bürger:innen, sodass die Wertschöpfungskette vor Ort gestärkt wird und gleichzeitig der Strom vor Ort produziert und verbraucht wird. Das ist effizient und spart den Bürger:innen Geld.

Thema Verkehr

Unsere Fragen an Christoph Arz:

  • Drei Verkehrsthemen prägen die Region: der Lärmschutz an der A94, der Ausbau der B15 von Landshut nach Rosenheim und die Schließung des Bahnübergangs Allersheim bei Schwindegg, den die Bahn im Zuge des Ausbaus der Bahnstrecke von München nach Freilassing auflassen will. Wie ist Ihre Haltung zu diesen drei Problemen?

Lärmschutz: Machen statt versprechen

Zur A94: Wir haben viel und auch konsequent gegen den Bau der Autobahn gekämpft, jetzt ist sie da und wir müssen das Beste draus machen. Das heißt, auch den Lärmschutz deutlich verbessern, kurzfristig und langfristig. Denn: Lärm macht krank.

Um unsere Bürger:innen zu schützen, sollten wir beim Lärmschutz aufrüsten in Form von Erhöhungen der Lärmschutzwände und mit lärmminderndem Belag auf Waschbetonstrecken. Da braucht es keinen Markus Söder, der vor Ort vieles verspricht, sondern eine Politik, die Maßnahmen schnell umsetzt, damit es den Anwohner:innen besser geht.

Die B15 neu lehne ich ab. Sie ist ein Straßenprojekt, welches zurecht viel Widerstand erzeugt hat in den letzten Jahren. Dieses Projekt ist veraltet und sollte nicht weiter realisiert werden, da es weder ökologisch noch zukunftsfähig ist. Vollkommen zurecht hat sich auch der Landkreis Mühldorf mit großer Mehrheit gegen den Bau der B15 neu ausgesprochen. Deswegen wäre der Stopp des Weiterbaus der „Quasi-Autobahn“ mehr als sinnvoll, um den unnötigen Flächenverbrauch zu stoppen und eine massive Fehlinvestition zu vermeiden.

Zu Allersheim: Ich befürworte natürlich den Ausbau der Bahnstrecke, jedoch in diesem konkreten Fall wäre der Schaden durch die Schließung des Bahnübergangs Allersheim für die Bürger:innen vor Ort sehr hoch, da die Ortsumgehung zur Verlagerung des Verkehrs aus dem Innenbereich der Gemeinde somit nicht mehr erreichbar wäre. Das würde wieder zu einer Überlastung des Ortskerns führen, da der Verkehr von der A94 und der Schwerlastverkehr wieder durch das Nadelöhr in Schwindegg müssten. Ich setze mich daher für eine ortsverträgliche Planung ein, damit alle vom Ausbau profitieren.

Thema Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Unsere Frage an Christoph Arz:

  • Welche Schwerpunkte setzen Sie zur Sicherung der Arbeitsplätze und der heimischen Wirtschaft?

Wege aus fossiler Energie finden

Wichtig ist, dass Kommunen die Lebensqualität vor Ort erhalten und steigern, damit unsere Standorte weiterhin als Lebensmittelpunkt samt Arbeitsplatz und Wohnort in Frage kommen. Oftmals fehlt es an kommunaler Attraktivität, sodass Fachkräfte so manche Stelle nicht annehmen.

Für die Wirtschaft an sich ist es wichtig, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Die Politik kann ihre leeren Versprechen vom Erhalt von Arbeitsplätzen und Wirtschaftszweigen nicht halten, da der Wandel und die Veränderung des nächsten Jahrzehnts so nicht vorausschaubar sind. Wichtig wird sein, dass Politik ihre Ziele klar kommuniziert, damit die Wirtschaft darauf reagieren kann und die ökologische Transformation nicht verpasst: Planungssicherheit geht vor leeren Versprechungen, in der Industrie wie in der Landwirtschaft.

Wir haben große Industriezweige in unserem Wahlkreis. Diese werden und müssen auch einen Weg aus den fossilen Energien finden müssen. Vor allem in Waldkraiburg und in Burghausen braucht die Industrie viel Energie. Um die Arbeitsplätze hier vor Ort zu sichern, braucht es auch erneuerbare Energien vor Ort.

Kommunale Windkraftanlagen und Solarparks, gleichzeitig aber auch den Ausbau von grünem Wasserstoff (also Wasserstoff, welcher aus Erneuerbaren Energien produziert wird statt importiertem grauen Wasserstoff aus fossilen Energien), der für die Industrie in Frage kommt.

Thema Demokratie und Stabilität

Unsere Fragen an Christoph Arz:

  • Sind die Menschen wirklich demokratiemüde und empfänglich für neuen Extremismus und Populismus?
  • Wie steht es um Stabilität, Toleranz und Konsensfähigkeit im Land?

Enttäuscht von Intransparenz der Union

Die Bürger:innen sind nicht politikverdrossen oder demokratiemüde, sondern nur enttäuscht von der Intransparenz der Union. Die Masken-Deals und Korruption in den letzten Monaten und Jahren haben den Menschen das Gefühl gegeben, dass sich die Politik selbst in die Tasche wirtschaftet. Es braucht daher sehr viel mehr Transparenz, sodass Entscheidungen auch nachvollziehbar werden.

Extremismus und Populismus lebt von falscher Angstmacherei und Unwahrheiten. Er schürt Hass und Ausgrenzung. Das müssen wir als Demokrat:innen verhindern, indem wir konsequent falsche Vorurteile mit Fakten im Keim ersticken. Wichtig ist es, dass Jeder und Jede selber recherchieren kann, was wahr oder falsch ist. Der Umgang mit Medien und Quellen ist daher besonders wichtig, weshalb in der Bildung noch mehr Medienaffinität gelehrt werden sollte.

Um mehr Mitbestimmung zu erwirken, werden wir als Grüne Bürger:innenräte schaffen, die die Möglichkeit bieten, bei bestimmten Themen die Alltagsexpertise von Bürger:innen in den Gesetzgebungsprozess besser einfließen lassen zu können.

Thema Wohnraum und Mieten

Unsere Frage an Christoph Arz:

  • Zur Lebensqualität gehört Wohnen. Speziell im Raum Rosenheim wird Wohnraum immer knapper, das Wohnen immer teurer. Wie kann man diese Entwicklung stoppen?

Nur bauen: eine Milchmädchenrechnung

Die Lösung ist nicht (nur) Bauen. Die Milchmädchenrechnung von Angebot und Nachfrage funktioniert in unserer Welt des begrenzten Raums nicht. Zwar wird Nachverdichten ein Mittel sein, doch in die Höhe zu bauen wird besser gehen als in die Breite. Dennoch werden wir schauen müssen, dass wir in Ballungszentren den Markt durch eine Mietpreisbremse regulieren.

Gleichzeitig braucht es Maßnahmen gegen Bodenspekulationen, um die Fläche, die wir schon versiegelt haben, auch zu bebauen. Wichtig wird auch sein, dass bedarfsgerecht gebaut wird. Perspektivisch werden Familien kleiner, weshalb auch darauf reagiert werden muss.

Zusätzlich werden die Landkreise Altötting und Mühldorf immer mehr zum Speckgürtel von München. Dies führt dazu, dass Kauf- und Mietpreise immer steiler nach oben gehen. Diesen Trend können wir durch Wohnungsbau nicht stoppen. In Waldkraiburg zum Beispiel ist der massive Ausbau von Wohnungen gar nicht möglich, da die nötige Fläche fehlt. Deshalb sind regulative Maßnahmen durchaus sinnvoll, damit wir hier vor Ort uns das Wohnen auch leisten können.

Thema Familie

Unsere Fragen an Christoph Arz:

  • Die Gesellschaft wird immer älter – auch im Zuzugsraum Rosenheim. Was kann die Politik leisten, damit wieder mehr junge Menschen eine Familie gründen?
  • Wie wollen Sie zum Beispiel eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreichen?

Lebensqualität erhöhen

Grundsätzlich gibt es trotz der Veralterung der Gesellschaft viele junge Familien in der Region. Diese müssen wir durch die Attraktivität vor Ort bei uns halten und/oder mit unserem Standort neu an uns binden. Um die Lebensqualität zu erhalten, sind vor allem günstiger Wohnraum und eine hohe Aufenthaltsqualität von Bedeutung: Gute Schulen, genügend Kitaplätze, Naturräume, Naherholungsflächen und sichere Arbeitsplätze, damit sich junge Menschen langfristig für die Landkreise Mühldorf und Altötting entscheiden. Diese Faktoren werden vor Ort in den Kommunen entschieden, benötigen aber oftmals den Impuls der Landes- und Bundesebene.

Bundesweit werden wir als Grüne junge Familien unterstützen, indem wir Entlastung schaffen beim Spagat zwischen Arbeit und Familien. Wir brauchen eine faire und zeitlich flexible Aufteilung von Elternzeit, sodass sich beide Elternteile annähernd paritätisch Zeit nehmen können. Damit verhindern wir die Teilzeit-Spirale vor allem für junge Mütter und sorgen dafür, dass jeder Elternteil auch wieder in die Vollzeitstelle zurückkehren kann.

Thema Rente 

Unsere Fragen an Christoph Arz:

  • Die Alterspyramide in Deutschland bedroht die Stabilität und die Höhe der Rente. An welchen Stellschrauben muss die Politik drehen, damit zunehmende Altersarmut und eine Überlastung der Beitragszahler vermieden werden?
  • Wie kann der Staat für Generationengerechtigkeit sorgen?

Alle Berufsgruppen ins Boot holen

Die Rente muss reformiert werden, da die Finanzierung der Rente schon jetzt nicht mehr möglich ist, sondern durch Bundeszuschüsse aufgestockt werden muss. Das Problem ist, dass unser Rentensystem auf dem Solidaritätsprinzip fußt, jedoch ganze Berufsgruppen wie zum Beispiel Beamt:innen oder Abgeordnete nicht Teil des Sozialversicherungssystem sind.

Das soll sich durch eine Bürgerversicherung ändern, in der perspektivisch alle Bürger:innen einzahlen und einbezogen werden. Gleichzeitig braucht es eine Garantierente, die höher liegt als die jetzige Grundsicherung. An der Rente mit 67 soll nicht gerüttelt werden.

Welches Thema liegt Christoph Arz besonders am Herzen?

Von Corona über Klimawandel bis zum Schutz der Demokratie: In unserem Kandidatencheck haben wir die zwölf Bewerber für den Bundestag im Wahlkreis Rosenheim mit vielen Fragen konfrontiert. Das letzte Wort haben die Kandidaten selbst – mit einem Thema ihrer Wahl, das ihnen besonders am Herzen liegt.

Wahlalter auf 16 senken

Jugend: Junge Menschen gehören zu unserer Gesellschaft, haben jedoch kaum oder teils kein Mitspracherecht. Wichtige Entscheidungen, welche junge Menschen betreffen, werden ohne diese beschlossen. Das soll sich ändern. Mit der bundesweiten Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre schaffen wir es, das Durchschnittsalter von Erstwähler:innen auf etwa 18 Jahre zu senken.

Gleichzeitig ermöglichen wir es jungen Menschen, selbst aktiv in die Politik zu gehen und ihre Interessen selbst einzubringen. Das fördert den politischen Diskurs und stützt unsere Demokratie.

Kurz-Interview mit Christoph Arz

Ein Motto, ein Satz oder ein Zitat, das sich Ihnen besonders eingeprägt hat?

Christoph Arz: Ein altes Wahlplakat mit dem Spruch „Schützen wir die Erde, sie ist die Einzige, die wir haben“. Dieser Satz ist immer noch brandaktuell, weshalb er wieder den Weg auf eines unserer Wahlplakate geschafft hat.

Sie steigen in eine Zeitmaschine. Welches Ereignis der Geschichte würden Sie gerne miterleben und warum?

Arz: Ich würde gerne in die Zukunft reisen und in 200 Jahren sehen, dass wir es geschafft haben, unseren Planeten zu retten und die nächsten Generationen stolz auf uns zurückblicken können.

Ihr Lieblingsplatz in der Region? Warum?

Arz: Auf dem Rad im Mühldorfer Hart. Ich bin in Waldkraiburg superschnell in der Natur und genieße sehr gerne die Ruhe dort, vor allem wochentags, wenn nicht so viel los ist.

In welchem Film hätten Sie gerne in welcher Rolle mitgespielt?

Arz: Star Wars: Als Rolle wahrscheinlich C3PO, um mit R2D2 befreundet zu sein (Lach-Smiley).

Wie bekommen Sie Politik und/oder Beruf/Familie unter einen Hut?

Arz: Als Student bin ich flexibler, jedoch auch eigenverantwortlich. Jede Vorlesung, die ich verpasse, um einen politischen Termin wahrzunehmen, muss ich am Abend oder am Wochenende nachholen.

Ihr politisches Vorbild? Warum?

Arz: Die Grünen in den Anfangsjahren, die belächelt, beschimpft und bespuckt wurden. Sie haben damals die Bedeutung von Umweltschutz erkannt und dafür gekämpft, obwohl sie persönlich einstecken mussten.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten drei Dinge beschließen – und alle Staaten dieser Welt müssten sich daran halten. Was würden Sie tun?

Arz: Keinen Krieg mehr führen und andere Länder nicht mehr ausbeuten; Transparenz schaffen, damit jede Entscheidung auch nachvollziehbar ist; jede Entscheidung so treffen, dass sie nicht auf Kosten der Umwelt geht.

Wen ertragen Sie nur mit Humor?

Arz: Politiker:innen, die ganz bewusst den Klimawandel leugnen und Unwahrheiten verbreiten.

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