Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Bundestagswahl 2021 – Wahlkreis Altötting (212)

Die Direktkandidaten im großen OVB-Check: Sandra Bubendorfer-Licht (FDP)

Bundestagswahl 2021: Sandra Bubendorfer-Licht tritt für die FDP als Direktkandidatin im Wahlkreis Altötting an, zu dem auch der Landkreis Mühldorf zählt.
+
Bundestagswahl 2021: Sandra Bubendorfer-Licht tritt für die FDP als Direktkandidatin im Wahlkreis Altötting an, zu dem auch der Landkreis Mühldorf zählt.
  • Moritz Kircher
    VonMoritz Kircher
    schließen

Am 26. September ist Bundestagswahl. Im Wahlkreis Altötting, zu dem auch Mühldorf zählt, treten 10 Kandidaten für das Direktmandat an. Hier stellen sie sich den Menschen in der Region vor, nehmen zu aktuellen politischen Themen Stellung und beantworten persönliche Fragen. An dieser Stelle: xxx (xxx).

Hinweis in eigener Sache: Unsere Redaktion hat allen Kandidaten die gleichen Fragen gesendet. Wir haben es den Kandidaten überlassen, auf welche Fragen sie wie ausführlich antworten. Wir veröffentlichen die Antworten ungekürzt. Sprache und Inhalt liegen ausschließlich in Verantwortung der Kandidaten. Die Redaktion macht sich keine der Aussagen zu eigen.

Steckbrief Sandra Bubendorfer-Licht

  • Partei: FDP
  • Alter: 51 Jahre
  • Wohnort: Ampfing
  • Beruf: Dolmetscherin und Übersetzerin, Bundestagsabgeordnete
  • Familienstand: verheiratet, zwei erwachsene Kinder (Raffaela, Karl)
  • Hobbys: Politik, Kunst und Kultur, Reisen, Lesen.

Zum Bundestagswahl-Spezial und allen weiteren Kandidaten:

> auf ovb-online.de

> auf innsalzach24.de

> auf wasserburg24.de

Sandra Bubendorfer-Licht: Als stolze und heimatverbundene Südostbayerin nehme ich die Anliegen der Menschen hier in meinem Wahlkreis stets als obersten Auftrag mit nach Berlin. Für mich sind alle Themen in Altötting und Mühldorf zentral. Ich brenne für meine Heimat.

Diese Wahl stellt entscheidende Weichen für die Zukunft Deutschlands. Ziel ist es, mit einer starken FDP-Fraktion – möglichst in Regierungsverantwortung – für unser Land zu handeln. Nach 16 Jahren Union erleben wir, dass das Land müde geworden ist. Es fehlt die Lust auf Innovationen, Mut und Zukunft.

Die Grünen haben in dieser Legislatur mehrfach bewiesen, dass sie vor lauter schwarz-grünen Träumen genau diesen Kurs fortsetzen wollen – mit deutlichen finanziellen Mehrbelastungen für alle Menschen in diesem Land. Die SPD steht sich kraftlos selbst im Weg. Daher bin ich überzeugt, dass die FDP das beste Angebot für diejenigen Menschen in unserem Land machen, die wollen, dass sich endlich wieder etwas in Richtung Zukunft bewegt. Wir wollen das Land entfesseln, die Wirtschaft digitalisieren und die Umwelt schützen. Der Schutz unserer Lebensgrundlagen soll ideologiefrei erfolgen.

Ich will Teil einer starken bayerischen FDP-Landesgruppe sein. Die bayerische FDP-Landesvertreterversammlung hat mich auf den aussichtsreichen Listenplatz 9 der Landesliste Bayern gewählt. Ich will unsere Region in Berlin gut vertreten und nach vorne bringen. Nie gab es mehr zu tun!

Thema Corona

Unsere Fragen an Sandra Bubendorfer-Licht:

  • Mit welchen Szenarien und Folgen rechnen Sie Ende 2021 und 2022? Wie sieht Ihre Corona-Strategie aus?
  • Wie hat Corona Ihr Denken und Handeln verändert? Warum spaltet Corona die Gesellschaft?

Pandemiebekämpfung mit Maß

Die Corona-Pandemie ist und bleibt eine riesige Herausforderung für unser Land. Sie bedroht nicht nur die Gesundheit der Menschen, sondern auch Arbeitsplätze, unseren Wohlstand, aber auch unsere Freiheit. Mit steigender Anzahl an Geimpften sollte der Inzidenzwert nicht mehr alleiniger Wegweiser in der Pandemie sein.

Die FDP hat dem ersten Gesetzespaket der Großen Koalition im März 2020 aus staatspolitischer Verantwortung, auch weil viele Verbesserungen erreicht werden konnten, zugestimmt. Kritik an der Bundesregierung und ihrem Handeln ist jetzt mehr als angebracht, angesichts des Schlingerkurses und einer fehlenden Gesamtstrategie. Allerdings ist der Anspruch der FDP, nicht nur den Finger in die Wunden zu legen, sondern auch mit eigenen Initiativen, Beschlüssen und Anfragen zu zeigen, dass eine Pandemiebekämpfung mit Maß und Mitte möglich ist.

Wenn es nach der FDP geht, wäre sie deutlich freiheits-, wirtschafts- und haushaltsschonender vorangeschritten. So pauschal, widersprüchlich und rechtsunsicher wie heute, darf sie nicht bleiben.

Wir sollten deshalb unbedingt einen weiteren Lockdown vermeiden und versuchen, mit gesundem Menschenverstand und ohne Hysterie der Pandemie zu begegnen, etwa mit Luftfilter und Lüftungsanlagen die Schulen offenhalten.

Die Krise hat insofern mein Denken verändert: Wir müssen jederzeit auf neue Katastrophen gefasst sein. Deshalb heißt es, die Gemeinschaft muss sich von der Kommune bis zum Bund besser vorbereiten. Nur wer für den Ernstfall gerüstet ist, wird im Ernstfall bestehen.

Leider hat die Pandemie zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt. Corona ist zu einer Glaubensfrage geworden. Viele Regierungsmitglieder haben durch ihre Kommunikation dazu beigetragen, dass die Menschen völlig verängstigt werden oder der Angstmacherei nicht mehr glauben. Die Wahrheit liegt in der Mitte: Wir müssen mit einem praktikablen Mittelweg die Pandemie bekämpfen.

Mein Ziel: Gesund bleiben, auch wirtschaftlich.

Thema Klimawandel

Unsere Fragen an Sandra Bubendorfer-Licht:

  • Der Klimawandel bedroht Mensch und Natur. Was ist zu tun? In der Welt, in Brüssel, in Berlin und München?
  • Aber auch in der Region, vor der Haustür oder im eigenen Haushalt?

Nur Askese hilft uns nicht weiter

Der Klimawandel zählt zu den größten Herausforderungen der Menschheit in den kommenden Jahrzehnten. Seine Auswirkungen sind heute schon spürbar, aber vor allem nachfolgende Generationen werden darunter leiden, wenn wir heute nicht handeln. Jeder kann selbst beitragen, einen möglichst kleinen CO2-Fußabdruck zu hinterlassen. Der Aufruf zu Verzicht und Askese führt aber auch nicht weiter. Denn auf diesem Weg wird uns in der Welt niemand folgen.

Es gibt viele Möglichkeiten, den technologischen Fortschritt für den Klimaschutz zu nutzen. Manche werden bereits ausgiebig genutzt, andere sind in der Erprobungsphase. Wieder andere schlummern noch in den Köpfen kluger Tüftler und Ingenieure. Welche Lösung die beste ist, darüber kann nicht die Politik entscheiden, sondern darüber entscheidet der Wettbewerb der Ideen.

Technologieoffenheit bedeutet, politische Rahmenbedingungen zu setzen und so weit wie möglich auf Verbote zu verzichten. Deshalb setzt die FDP etwa im Verkehr nicht einseitig auf die Entwicklung der Elektromobilität, sondern zum Beispiel auf synthetische Kraftstoffe, die aus CO2 und erneuerbarem Strom hergestellt werden. Diese Alternativen müssen eine faire Chance haben. Denn CO2-neutraler Verkehr ist auch ohne einen ideologischen Feldzug gegen den Verbrennungsmotor möglich. Viele Industrieprozesse, etwa die Produktion Stahl, können heute schon weitestgehend treibhausgas-neutral erfolgen.

Für die FDP ist Klimaschutz das Ziel, Innovationen sind der Weg dahin. Damit wir diesen erfolgreich gehen können, brauchen wir auch den Mut, in der Politik neu zu denken.

Thema Verkehr

Unsere Fragen an Sandra Bubendorfer-Licht:

  • Drei Verkehrsthemen prägen die Region: der Lärmschutz an der A94, der Ausbau der B15 von Landshut nach Rosenheim und die Schließung des Bahnübergangs Allersheim bei Schwindegg, den die Bahn im Zuge des Ausbaus der Bahnstrecke von München nach Freilassing auflassen will. Wie ist Ihre Haltung zu diesen drei Problemen?

Beim Lärmschutz nicht kleinlich sein

Gut ausgebaute Verkehrswege sind die Voraussetzung für langfristige Sicherung von Lebensqualität und Arbeitsplätzen in der gesamten Region. Im Fall der Lärmschutzmaßnahmen bin ich der Ansicht, dass die Anwohner ein Recht auf eine vernünftige Lösung haben – egal, ob die Grenzwerte überschritten worden sind oder nicht.

Der Ausbau der Südostbayern-Autobahn war ein dringender und wichtiger Schritt. Anstatt die bestehende Trasse auszubauen, hat sich die Bayerische Staatsregierung entschieden, die 33 Kilometer lange Strecke zwischen Pastetten und Heldenstein mitten in eine idyllische Landschaft zu bauen. Deshalb sollte man jetzt nicht kleinlich den Anwohnern Lärmschutz verweigern.

Beim Thema Bundessstraße B15 ist eine verkehrstechnische Lösung gefragt, die den Verkehr auf optimalem Weg von Landshut zur A94 leitet. Deshalb brauchen wir eine leistungsfähige Straßenverkehrsverbindung in Nord-Süd-Richtung. Täglich quälen sich etwa 20 000 Pendler auf der B 299. Bei der weitergehenden Planung müssen sich die Menschen an den möglichen Trassen und die verantwortlichen politischen Mandatsträger beteiligen und um eine beste Lösung ringen.

Kommunikation und Transparenz sollten dabei im Mittelpunkt des gesamten Planungsprozesses stehen.

Der Ausbau der Bahnstrecke München nach Freilassing ist ohne Zweifel für die Region von großer Bedeutung. Auch hier gilt es, die Menschen bei den Planungen mit ins Boot zu nehmen und nach einer optimalen Lösung zu suchen. Solche Projekte sind nur zu verwirklichen, wenn zwischen Bahn und Anwohnern eine einvernehmliche Lösung gefunden werden kann. Nur so kann die Akzeptanz für das Projekt erzielt werden.

Thema Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Unsere Frage an Sandra Bubendorfer-Licht:

  • Welche Schwerpunkte setzen Sie zur Sicherung der Arbeitsplätze und der heimischen Wirtschaft?

Entfesselungspaket für die Wirtschaft

Als Südostbayerin nehme ich die Anliegen der Menschen hier in meinem Wahlkreis als obersten Auftrag mit nach Berlin. Ganz konkret gibt es drei Punkte, wo wir mehr Turbo brauchen. Der zügige zweigleisige Bahnausbau ist zentral für unsere Region. Beim Thema Verkehr geht es darum, dass alle Verkehrsmittel gute, schnelle und sichere Möglichkeiten bieten. Drittens ist es mir wichtig, eine florierende Wirtschaft zu haben. Dazu müssen wir weiter digitalisieren, die überbordende Bürokratie abbauen und Steuern senken.

Wir Freien Demokraten fordern einen Entfesselungspakt für die deutsche Wirtschaft, in dem Maßnahmen zur Bürokratieentlastung gebündelt und vorangetrieben werden. Der stetig wachsende Bürokratiedschungel belastet die Bürgerinnen und Bürger sowie die deutschen Unternehmen und bremst die wirtschaftliche Entwicklung aus.

Thema Demokratie und Stabilität

Unsere Fragen an Sandra Bubendorfer-Licht:

  • Sind die Menschen wirklich demokratiemüde und empfänglich für neuen Extremismus und Populismus?
  • Wie steht es um Stabilität, Toleranz und Konsensfähigkeit im Land?

Keine Staatstrojaner, bitte!

Es hat den Anschein, dass Teile der Bevölkerung demokratiemüde und empfänglich für neuen Extremismus werden. Deshalb setzt die FDP auf die bürgerlichen Freiheitsrechte als wichtiger Errungenschaft unserer Demokratie. Sie schützen den Einzelnen und seine Entscheidungen gegenüber dem Staat und schaffen so Raum für Freiheit und Selbstbestimmung – auch in Krisenzeiten.

Besonders im digitalen Zeitalter müssen sie eine wichtige Rolle spielen und den Schutz der Privatsphäre, der Persönlichkeitsrechte und der Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger gewährleisten können. Eine anlasslose und massenhafte Überwachung sowie den Einsatz von Staatstrojanern lehne ich daher ab. Wichtig ist für mich eine vernünftige Balance zwischen Freiheit und Sicherheit.

Thema Wohnraum und Mieten

Unsere Frage an Sandra Bubendorfer-Licht:

  • Zur Lebensqualität gehört Wohnen. Speziell im Raum Rosenheim wird Wohnraum immer knapper, das Wohnen immer teurer. Wie kann man diese Entwicklung stoppen?

Mehr Bauland statt Mietendeckel

Wohnraum wird auch in der Region Mühldorf immer knapper. Dazu trug auch die Corona-Pandemie mit dem Trend zum Home-Office bei. Es hilft nichts, mit sozialistischen Elementen wie einem Mietendeckel, einer Mietpreisbremse oder Enteignungen, den Mangel vor sich herzuschieben. Gegen knappen Wohnraum hilft nur eine Maßnahme: Bauen, bauen, bauen. Als FDP wollen wir dafür sorgen, dass Wohnen auch in Zukunft bezahlbar bleibt und sich der Traum vom Eigenheim für mehr Menschen erfüllen lässt. Statt einer Mietpreisbremse brauchen wir mehr Möglichkeiten, Wohnbauinvestitionen schneller abzuschreiben. Die lineare Abschreibung muss von zwei auf drei Prozent erhöht werden. Darüber hinaus ist die Aktivierung von Bauland notwendig, beispielsweise durch eine stärkere Zusammenarbeit der Länder mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Auch die zahlreichen Regelungen im Rahmen sogenannter Erhaltungsverordnungen oder das immer komplexer werdende Mietrecht machen die Vermietung von Wohnraum unnötig kompliziert. Mit einem Baukosten-TÜV wollen wir Bauen günstiger machen. Durch die Vielzahl von Vorschriften entstehen massive Kosten. Neue Regelungen sollen auf ihre Kostenwirksamkeit untersucht werden.

Unser Ziel ist es, kostenverursachende Normen zu vermeiden und den Entscheidern eine transparente Grundlage für ihr Handeln zur Verfügung zu stellen. Die Empfehlungen der Baukostensenkungskommission erfordern eine konsequente Umsetzung. Wir Freie Demokraten wollen die Bürgerinnen und Bürger beim Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum entlasten.

Dazu wollen wir bei der Grunderwerbsteuer einen Freibetrag von bis zu 500 000 Euro für natürliche Personen einführen. Dadurch erleichtern wir es den Menschen, ihren Traum vom eigenen Haus oder eigenen Wohnung zu verwirklichen und zugleich für das Alter vorzusorgen. Für mehr Steuergerechtigkeit wollen wir zudem die missbräuchliche Umgehung der Grunderwerbssteuer durch Immobilieninvestoren mittels sogenannter Share Deals mit einer Gesetzesänderung verhindern.

Thema Familie

Unsere Fragen an Sandra Bubendorfer-Licht:

  • Die Gesellschaft wird immer älter – auch im Zuzugsraum Rosenheim. Was kann die Politik leisten, damit wieder mehr junge Menschen eine Familie gründen?
  • Wie wollen Sie zum Beispiel eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie erreichen?

FDP für Kinderchancengeld

Die wichtigsten Entscheidungen sind oft die persönlichsten. Für uns Freie Demokraten ist Familie überall dort, wo Menschen dauerhaft und verbindlich füreinander Verantwortung übernehmen. Wir wollen eine moderne Familienpolitik für Deutschland, in der jede Familie ihre Entscheidungen selbst treffen kann. Wir setzen uns deshalb für ein modernes Sorge-, Adoptions-, Reproduktionsrecht ein.

Außerdem will die FDP ein Kinderchancengeld einführen. Es besteht aus einem Grundbetrag, Flexibetrag und nichtmateriellen Chancenpaket. Die Angebote für bessere Chancen, Bildung und Teilhabe werden ausgeweitet und können von Kindern und Jugendlichen selbstständig über ein Kinderchancenportal kinderleicht abgerufen werden.

Eine gute Kinderbetreuung soll die Chancen von Eltern verbessern. Betriebskindergärten sollen auch steuerlich gefördert, der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung auch in der Praxis und perspektivisch ab dem des Mutterschutzes garantiert, die Betreuungszeiten flexibilisiert und die steuerliche Absetzbarkeit von Betreuungskosten ermöglicht werden.

Thema Rente 

Unsere Fragen an Sandra Bubendorfer-Licht:

  • Die Alterspyramide in Deutschland bedroht die Stabilität und die Höhe der Rente. An welchen Stellschrauben muss die Politik drehen, damit zunehmende Altersarmut und eine Überlastung der Beitragszahler vermieden werden?
  • Wie kann der Staat für Generationengerechtigkeit sorgen?

Schweden macht es uns vor

Vor dem Hintergrund der Herausforderungen des demografischen Wandels und des Wandels am Arbeitsmarkt ist es für die FDP zwingend, das Altersvorsorgesystem zu modernisieren, nachhaltig finanzierbar zu gestalten und den kapitalgedeckten Teil der Altersvorsorge zu stärken. Wir Freie Demokraten wollen so die Rente „enkelfit“ machen.

Deshalb wollen wir die Altersvorsorge nach dem Baukastenprinzip organisieren. So können Bausteine aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge je nach Lebenslage flexibel kombiniert und an moderne Lebensläufe angepasst werden. Alle Ansprüche aus diesem „Rentenbaukasten“ sollen bei Wechseln zwischen Arbeitgebern oder zwischen Beschäftigung und Selbstständigkeit flexibel mitgenommen werden können.

Wir Freie Demokraten wollen das Renteneintrittsalter nach schwedischem Vorbild flexibilisieren. Wer früher in Rente geht, bekommt eine geringere, wer später geht, erhält eine höhere Rente. Wer das 60. Lebensjahr und mit allen Altersvorsorgeansprüchen mindestens das Grundsicherungsniveau erreicht, soll selbst entscheiden, wann der Ruhestand beginnt. Zuverdienstgrenzen schaffen wir ab, und Teilrenten sind unkompliziert möglich.

Wir Freie Demokraten fordern die Einführung einer gesetzlichen Aktienrente. Daher schlagen wir vor, die verpflichtende erste Säule unseres Rentensystems künftig auf zwei Pfeiler zu stellen, dadurch endlich für Demographiefestigkeit zu sorgen und das Rentenniveau langfristig wieder zu steigern.

Dabei wird genau derselbe Anteil wie bisher für die Altersvorsorge aufgewendet – wie üblich aufgeteilt in Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeitrag.

Neu ist, dass neben dem größeren Betrag, der weiter in die umlagefinanzierte Rentenversicherung fließt, ein kleinerer Betrag von zum Beispiel zwei Prozent des Bruttoeinkommens in eine langfristige, chancenorientierte und kapitalgedeckte Altersvorsorge angelegt wird, die als Fonds unabhängig verwaltet wird, eben die gesetzliche Aktienrente. Schweden macht uns seit Jahren vor, wie Aktien-Sparen so erfolgreich und risikoarm organisiert werden kann. Durch unser Modell erwerben zukünftig alle Beitragszahlerinnen sowie Beitragszahler – insbesondere auch Geringverdiener – echtes Eigentum für ihre Altersvorsorge und erhalten höhere Altersrenten.

Welches Thema liegt Sandra Bubendorfer-Licht besonders am Herzen?

Von Corona über Klimawandel bis zum Schutz der Demokratie: In unserem Kandidatencheck haben wir die zwölf Bewerber für den Bundestag im Wahlkreis Rosenheim mit vielen Fragen konfrontiert. Das letzte Wort haben die Kandidaten selbst – mit einem Thema ihrer Wahl, das ihnen besonders am Herzen liegt.

Katastrophenschutz verbessern

Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe! Der Katastrophenschutz funktioniert in Bayern vor Ort und es ist sinnvoll, dass der Katastrophenschutz in erster Linie Ländersache ist. Die Corona-Pandemie und die Hochwasser-Katastrophe in Rheinland-Pfalz haben aber gezeigt, dass der Dienst ausbaufähig ist. Der Bund muss Geld in die Hand nehmen, um für Katastrophen gerüstet zu sein. Corona hat beim Katastrophenschutz große Schwachstellen und Koordinationsprobleme zwischen Bund und Ländern offenbart.

Nach dem Ende der Pandemie soll aus FDP-Sicht deshalb das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zur Zentralstelle zur Bewältigung schwerer Unglücksfälle und länderübergreifender Katastrophen ausgebaut werden. Das Amt untersteht dem Bundesinnenministerium, der Katastrophenschutz dagegen ist Ländersache. Deshalb hat die FDP in einem von mir mitverfassten Positionspapier vorgeschlagen, der Bund solle eine strategische Reserve an Ressourcen wie Material, Lebensmitteln und Medikamenten für 50 000 Menschen vorhalten, um seine Handlungsfähigkeit in derartigen Situationen zu gewährleisten. Teil dieser Reserve sollte auch Material für den Betrieb ortsunabhängiger Einrichtungen, in denen 15 000 Menschen für eine Dauer von drei Monaten untergebracht werden können. Vorrätig sein müssten ebenso Stromaggregate, Kraftstoff sowie Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung.

Eine Lehre aus den Krisen ist klar zu ziehen: Die Risiko- und Krisenkommunikation muss verbessert werden. Im Krisenfall müssen die Meldeketten funktionieren. Dazu gehört auch, dass alle Menschen die Alarmstufen und damit die Bedeutung des Sirenengeheuls kennen. Die elektronischen Sirenen erzeugen mit ihren Lautsprechern und Verstärkern die Warnlaute: Dabei bedeutet der einminütige an- und abschwellende Heulton den Katastrophenfall. Die Bürger sollten sich danach möglichst in geschlossenen Räumen aufhalten sowie Fenster und Türen geschlossen halten. Die Bürger sollten Radio und Fernsehen einschalten, um sich über die Lage zu informieren.

Ein einminütiger Dauerton gibt Entwarnung. Die örtlichen Feuerwehren werden über eine Abfolge von abwechselnd dreimal zwölf Sekunden Dauerton und zweimal zwölf Sekunden Pause alarmiert. Die Pandemie muss als digitaler Weckruf ernst genommen werden. So könnte im Zuge von Digitalisierungsstrategien ein Cyber-Hilfswerk (in Anlehnung an das THW) geschaffen werden, das im Katastrophenfall die Konnektivität aufrecht erhält oder schnell in Gang setzt.

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind im Katastrophenschutz unverzichtbar. Um sinkenden Nachwuchszahlen entgegenzuwirken, braucht es deswegen gezielte Maßnahmen, um die Attraktivität des Ehrenamtes zu stärken und zu fördern.

Kurz-Interview mit Sandra Bubendorfer-Licht

Ein Motto, ein Satz oder ein Zitat, das sich Ihnen besonders eingeprägt hat?

Sandra Bubendorfer-Licht: „Tue recht und scheue niemanden“, nach diesem Motto wurde ich zu einem freien und unerschrockenen Menschen erzogen.

Sie steigen in eine Zeitmaschine. Welches Ereignis der Geschichte würden Sie gerne miterleben und warum?

Bubendorfer-Licht: Ich fahre nicht weit in der Geschichte zurück, sondern nur ins Jahr 1957 nach Rom. Am 25. März wurden dort die Römischen Verträge unterzeichnet, sie gelten als die Geburtsstunde der Europäischen Union. Sehr gerne wäre ich bei diesem Ereignis dabei gewesen, hätte es gerne miterlebt oder wäre gar am Tisch gesessen. Die Römischen Verträge sind bis heute eine großartige Erfolgsgeschichte, da sie fest auf dem Sockel dreier großartiger Ideen stehen: Freie Marktwirtschaft, Frieden und Vielfalt.

Ihr Lieblingsplatz in der Region? Warum?

Bubendorfer-Licht: Mein Lieblingsplatz ist mein großer, wilder Garten in Ampfing, zu jeder Jahreszeit traumhaft schön, mein Rückzugsort. Und bei der Gartenarbeit kann ich mich wunderbar entspannen und habe Zeit zum Nachdenken.

In welchem Film hätten Sie gerne in welcher Rolle mitgespielt?

Bubendorfer-Licht: Mein Filmstudio ist der deutsche Bundestag, dort gibt es ein TV-Studio und dort würde ich gerne weiterhin eine wesentliche Rolle spielen.

Wie bekommen Sie Politik und/oder Beruf/Familie unter einen Hut?

Bubendorfer-Licht: Beruf, Familie und Politik unter einen Hut zu bringen, ist ein großer Spagat, der uns aber meist gelungen ist, da wir in der Familie alle an einem Strang gezogen, uns gegenseitig unterstützt und entfalten haben lassen und als meine Kinder noch klein waren, waren auch meine Eltern eine große Stütze.

Ihr politisches Vorbild? Warum?

Bubendorfer-Licht: Es gibt viele interessante Politikerinnen und Politiker in der Vergangenheit und in der Gegenwart, ich kann aber keine einzelnen Personen benennen, denen ich nacheifern würde. Aktuell finde ich besonders inspirierend die belarussische Oppositionspolitikerin Svetlana Tichanowskaja, die erst nach der Verhaftung ihres Mannes zur Politikerin wurde und jetzt das mutige Gesicht der Demokratiebewegung in Belarus ist.

Stellen Sie sich vor, Sie könnten drei Dinge beschließen – und alle Staaten dieser Welt müssten sich daran halten. Was würden Sie tun?

Bubendorfer-Licht: Gewährleistung freier und demokratischer Wahlen; Einführung einer systematischen Bildungspflicht und die sofortige Abschaffung der Todesstrafe

Wen ertragen Sie nur mit Humor?

Bubendorfer-Licht: Den amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder kann ich nur mit einer großen Portion Humor ertragen!

Mehr zum Thema

Kommentare