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Eine Gemeinde mit relativ wenig Schulden

Bürgerversammlung in Mettenheim: Warum die Gebühren für das Trinkwasser steigen werden

Altbürgermeister Stefan Schalk erhielt von seinem Nachfolger, Bürgermeister Josef Eisner, die Bürgermedaille.
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Altbürgermeister Stefan Schalk erhielt von seinem Nachfolger, Bürgermeister Josef Eisner, die Bürgermedaille.
  • Peter Becker
    VonPeter Becker
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Über 100 Besucher waren zur ersten Bürgerversammlung von Josef Eisner gekommen. Der Mettenheimer Bürgermeister ehrte verdiente Mitbürger, gab einen Überblick über die Lage der Gemeinde und begründete die anstehenden Erhöhungen der Wassergebühren.

Mettenheim – Mehr als 100 Besucher waren zur Bürgerversammlung im Kreuzerwirt gekommen. Bürgermeister Josef Eisner ehrte dabei auch verdiente Bürger und gab einen Abriss über die Tätigkeiten seit seiner Wahl im März 2020.

Neben der Bitte um eine Kabelsammlung zugunsten der Ukrainehilfe, wartete ein Bürger mit einem kuriosen Vorschlag auf: Elmar Spieske beklagte das harte Wasser im Gemeindegebiet und wünschte sich daher die Anschaffung einer zentralen Entkalkungsanlage. Dem konnte Bürgermeister Josef Eisner, nicht zuletzt auch in seiner Funktion als Vorsitzender des Wasserzweckverbandes, eine tendenzielle Absage erteilen: „Erstens sind die Leitungen mit Kalk dichter und zweitens will niemand verändertes Wasser“, so das Gemeindeoberhaupt.

Gemeinderat arbeitet gut zusammen

Josef Eisner lobte die gute Zusammenarbeit des Gemeinderats über die Fraktionsgrenzen hinweg und stellte die Mitglieder und ihre Funktionen in den Ausschüssen vor. Auch die Angestellten der Gemeinde wurden der Öffentlichkeit samt ihren Aufgabengebieten vorgestellt. Fünf neue Mitarbeiterinnen hat Josef Eisner in der Kinderwelt St. Michael seit seinem Amtsantritt angestellt. Er würdigte zudem den Bauhofmitarbeiter Franz Schaumeier, der 31 Jahre lang dort tätig war, sowie Martin Wagner.

Der Haushalt steigt von 2021 auf 2022 um rund 500 000 Euro auf nun etwas mehr als 13 Millionen Euro gesamt. Der Schuldenstand der 3556 Einwohner ist mit gut 450 000 Euro vergleichsweise gering. Dabei wurden im Jahr 2021 insgesamt 2,8 Millionen Euro investiert, hauptsächlich in den in Eigenregie betriebenen Breitbandausbau, in Straßensanierungen, Grundstückskäufe und die Krippe sowie das Feuerwehrhaus Lochheim, neue Bauhoffahrzeuge und Lüfteranlagen für die Grundschule.

Einkommensteuer speist den Haushalt

Als größte Einkünfte weist die Haushaltsplanung für 2022 den Einkommenssteueranteil mit mehr als 2,3 Millionen Euro aus, gefolgt von Gewerbesteuern in Höhe von einer Million Euro und Schlüsselzuweisungen der Staatsregierung in Höhe von 904 000 Euro.

An den Hebesätzen und Gebühren will die Gemeinde, so Eisner, vorerst nichts verändern. Allerdings können die Wassergebühren nicht auf dem niedrigen Niveau bleiben: „Wir mussten wegen der Defizite in den vergangenen fünf Jahren ein Gutachten machen“, erklärte der Bürgermeister und Zweckverbandsvorsitzende, „und das schreibt Gebührenerhöhungen vor“. Erfreulich seien hingegen die PV-Anlagen auf den öffentlichen Liegenschaften, die trotz der weggefallenen EEG-Umlage Gewinn abwerfen, wie beispielsweise die PV-Anlage bei der Kläranlage 13.500 Euro abwirft.

Gutachten zwingt zur Gebührenerhöhung

Während der Gemeindezuschuss für die Mittagsbetreuung der insgesamt 126 Schüler in den sechs Klassen mit rund 27 000 Euro jährlich noch überschaubar ausfällt, ist der Gemeindeanteil für die 138 Kinder an der Kinderwelt St. Michael mit mehr als 350 000 Euro schon gewaltig. Dies, obwohl man unter dem empfohlenen Betreuungsschlüssel rangiert: „Da werden wir die Gebühren erhöhen müssen“, erklärte der Bürgermeister, obwohl auch dies die Finanzierungslücke nicht ausgleicht.

Allerdings kommen in Sachen Kindertagesstätte wegen der Bedarfsplanung weitere Kosten auf die Gemeinde zu: Ein Anbau wird nötig. Besonders viel Geld der Gemeinde erhielten 2021 die Laufgemeinschaft und die katalanischen Fußballfreunde. Josef Eisner lobte alle Helfer, die zum Gelingen der Flüchtlingsunterkunft im Kulturhof beigetragen haben.

Ärgernis: Kreisstraße zwei Jahre gesperrt

Herausforderungen in der Zukunft sind angesichts der geänderten Zinssituation weitere Grundstückskäufe sowie Straßenrenovierungen. Darüber hinaus soll das Vereinsheim in Gumattenkirchen überplant werden und der Hagelschaden in der Kirche Kirchisen behoben werden.

Größtes Ärgernis ist, so Eisner, die angekündigte Sperrung der Kreisstraße von Lochheim nach Waldkraiburg, die wegen der Renovierung der Bahnunterführung zwei Jahre gesperrt werden soll: „Da werde ich mich mit Händen und Füßen wehren“, versprach Josef Eisner.

Bürger sollen Bäume und Sträucher zurückschneiden

Ernst Westermair

Im Zuge der Bürgerfragestunde meldete sich neben Elmar Spieske mit seinem Vorschlag zur zentralen Wasserenthärtung auch Ernst Westermair, der darauf hinwies, dass an vielen Stellen Büsche auf die Fahrradwege im Ortsgebiet wucherten. Der Bürgermeister ermahnte alle Grundstücksbesitzer zum Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern.

Dimitri Eduard

Zu Wort kam auch der junge Dimitri Eduard, der mit seiner Firma in Waldkraiburg eine Kabelsammlung organisiert, deren Erlöse direkt der Ukrainehilfe zugutekommen.

Elfriede Prucker wurde für ihre Dienste als Zweite Bürgermeisterin von Mai 2008 bis April 2020 gedankt.

Geehrt wurden bei der Bürgerversammlung: Michael Mooshuber für seine Zeit als Dritter Bürgermeister von Mai 2008 bis April 2020; Christian Liebelt für seine Zeit als Kommandant der Feuerwehr Mettenheim von 2015 bis 2022; 30 Jahre ließ es zudem Josef Frauendienst als ehrenamtlicher Böllerschütze so richtig krachen.

Elmar Spieske

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