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High noon in der Kaspar-Graf-Straße

Buchbacher trauten ihren Augen nicht: Wildschweinrotte spaziert durch Wohngebiet

High noon in Steeg: Neulich zur Mittagszeit auf der Wiese vor dem ehemaligen Gasthaus Rampl spazierte eine Wildschweinrotte vorbei und sorgte für erhebliches Aufsehen. Denn auch in Buchbach, vor der Firma Elektro Bauer wurde Schwarzwild gesehen und gefilmt.
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High noon in Steeg: Neulich zur Mittagszeit auf der Wiese vor dem ehemaligen Gasthaus Rampl spazierte eine Wildschweinrotte vorbei und sorgte für erhebliches Aufsehen. Denn auch in Buchbach, vor der Firma Elektro Bauer wurde Schwarzwild gesehen und gefilmt.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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  • Franz Rampl
    Franz Rampl
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Eine Wildschweinrotte mitten im Dorf – das kommt nicht alle Tage vor. Deshalb hat das Schwarzwild, das kürzlich zur Mittagszeit durch Buchbach und den Ortseil Steeg spazierte, für große Aufregung gesorgt.

Buchbach – Emmi Attenhauser kann es noch immer nicht glauben: „Wir haben unseren Augen nicht getraut“, sagt sie. Die Buchbacherin, die im Ortsteil Steeg wohnt, ist „überrascht und schockiert, dass sie nun sogar in Siedlungen gehen“.

Die Population wächst auch in Buchbach

Bislang hatte Buchbach nicht den Ruf, ein klassisches Wildschweinrevier zu sein. Dazu fehlen die zusammenhängenden Wälder und Futtermöglichkeiten etwa in Eichenbeständen, meint Anton Maier, Kassier der Jagdgenossenschaft. Nach seiner Überzeugung begünstigt allerdings die wachsende Maisbepflanzung das Ansteigen der Population. Der Bestand in der Region nehme stetig zu, bestätigt auch Vorstand Franz Brandmaier.

Jagdpächter: Tier wurden aufgescheucht und versprengt

Dass die Tiere tagsüber durchs Dorf laufen, hält Rudolf Aigner, Mitjagdpächter im Buchbacher Revier für äußerst ungewöhnlich. Er ist sich sicher: „Die Wildschweine wurden durch irgendetwas aufgescheucht und versprengt.“

Aigner geht davon aus, dass sie aus der Richtung Langenloh und Ella nach Steeg gekommen sind. Durch den Verkehr seien sie getrennt worden, ein Teil habe sich über die Erlbachstraße in Richtung Westen, der andere Teil entlang des Erlbachs in die Kaspar-Graf-Straße bewegt. Und Franz Brandmaier rekonstruiert den Weg, über den die Viecher den Rückzug angetreten haben: von der Kastenbergerstraße über die Richtersiedlung, in Richtung Zellbrünnl und Oberloh.

Sau hüpfte direkt bei Elektro Bauer vorbei

In der Kaspar-Graf-Straße wurde eine Sau gefilmt, wie sie bei der Firma Elektro Bauer vorbei hüpft. „Ich war völlig überrascht, als ich das Video gesehen habe“, sagt Bürgermeister Thomas Einwang, der davon ausgeht, dass es sich dabei um eine einmalige Sache handelt. In den Jagdversammlungen sei bereits mehrfach auf das Thema Schwarzwild hingewiesen und Vorkehrungen getroffen worden.

Jagdgenossenschaft hat vorgebaut

Schon vor drei Jahren habe die Jagdgenossenschaft die Weichen gestellt, sagt Kassier Maier. So werde seit einigen Jahren kein Jagdschilling mehr ausgezahlt, um gegebenenfalls Wildschäden entschädigen zu können.

Laut Rudolf Aigner haben die Jäger zuletzt im Umkreis von sieben Kilometern elf Wildschweine erlegt und halten stets nach Schwarzwild Ausschau. „So gut es geht, soll der Bestand gering gehalten werden, um Schäden für die Landwirtschaft zu vermeiden.“

Muss man Angst haben?

Sie habe nur noch ein Wildschwein gesehen, als es in Richtung Steeger Siedlung lief, erzählt Emmi Attenhauser. Sie hat großen Respekt vor den Tieren und überlegt deshalb, „ob ich noch so bedenkenlos meine Waldspaziergänge mache“. Schließlich könnten die Tiere sehr gefährlich werden.

Muss man Angst haben? Der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft, Franz Brandmaier, gibt Entwarnung: „Für die Bürger besteht keine Gefahr, so weit die Wildschweine nicht in die Enge getrieben werden.“ Zwischen die Bache und ihre Frischlinge sollte man allerdings nicht geraten, denn das Muttertier verteidigt die Jungen mit dem Leben. Gefahr kann auch von verletzten Keilern ausgehen, die sich dann sehr aggressiv verhalten. In der Regel gehen die Tiere Menschen aus dem Weg.

Anlass zum Umdenken?

Arlaine Anderson sieht im Besuch der Wildschweinrotte einen Anlass „zum Umdenken“. „Erst nehmen wir Menschen den Tieren ihren Lebensraum und anschließend beschweren wir uns, dass sie sich in Wohngebiete bewegen. Wir Menschen sind wirklich mit Abstand das dümmste aller Säugetiere“, hat sie auf Facebook geschrieben.

Damit es keine Plage wird wie in Berlin

„Im ersten Moment freut man sich ja über eine Sichtung“, findet Gemeinderat Manfred Kroha. Weil von den Tieren aber auch Gefahren ausgehen und Schaden entstehen kann, rät er, „besonders Abfälle, vor allem Bioabfälle gut zu lagern, sodass es ein einmaliger Besuch bleibt und nicht wie in Berlin zur Plage wird“.

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