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MARKTGEMEINDE MUSS UMDENKEN

Buchbach stellt seine Wasserversorgung neu auf – Leichte Preissteigerung absehbar

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  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Die Wasserversorgung ist ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge der Gemeinden. In der Marktgemeinde Buchbach stehen in diesem Bereich Änderungen an: Die Wasserversorgung muss auf andere Beine gestellt werden.

Buchbach – Aktuell ist es so, dass Buchbach sein Trinkwasser vom Zweckverband Isener Gruppe kauft, es an die Buchbacher Haushalte verteilt und sich um das Leitungsnetz kümmert.

Früher hatte Buchbach einen eigenen Brunnen mit der dazugehörenden Wasserreserve. Seit einigen Jahren bezieht es Wasser vom Zweckverband Isener Gruppe, rund 160.000 Kubikmeter jährlich. Das Wasser wird an einer Übergabestation von der Isener Gruppe übernommen, in das Buchbacher Reservoir gepumpt und von da verteilt.

Wasserversorgung braucht Neuregelung

Gleich mehrere Gründe zwingen die Marktgemeinde aber dazu, die Wasserversorgung in absehbarer Zeit auf andere Füße zu stellen: Zum einen geht Wasserwart Walter Lippl, der zum Personal des Bauhofes gerechnet wird, in diesem Jahr in Ruhestand. Das heißt, der Markt Buchbach braucht adäquaten Ersatz. Fachpersonal in diesem Bereich ist allerdings rar und kostet entsprechend. Aus den Reihen des Bauhofes könnte sich ein Mitarbeiter entsprechend fortbilden. Diese Ausbildung ist aber ebenfalls teuer und der Mitarbeiter fällt für die Zeit der Ausbildung für andere Tätigkeiten innerhalb des Bauhofes aus.

Aufgaben und Umfang einer technischen Betriebsführung

Dr. Karl Dürner, Vorsitzender der Isener Gruppe, Geschäftsleiter Werner Weis und Wassermeister Franz Feckl waren bei der Februar-Sitzung des Marktgemeinderates und stellten die Aufgaben und den Umfang einer technischen Betriebsführung vor. Das heißt, wenn die Isener Gruppe die Wasserversorgung komplett übernehmen würde. Dabei machte Geschäftsleiter Weis ganz klar, dass es dafür zwei Voraussetzungen gibt: Zum einen muss die Marktgemeinde die Aufnahme in die Isener Gruppe beantragen und zum anderen müssen die derzeitigen Verbandsmitglieder der Aufnahme zustimmen.

Und hier machte er keinen Hehl daraus, dass es da noch viele Fragezeichen gäbe. Das hat auch damit zu tun, dass Buchbach Jahr für Jahr rund 20 Prozent seines Trinkwassers, dass durch die Leitungen fließt, verliert. Aktuell hat die Marktgemeinde aber keine Möglichkeit, alle undichten Stellen zu suchen und zu reparieren. Dafür wären teure Geräte für die Fehlersuche notwendig. Außerdem bräuchte die Marktgemeinde eine entsprechende Ausstattung für Wartung und Instandhaltung. Aktuell werden für die notwendigen Aufgaben rund 960 Stunden im Jahr aufgewendet, eine Zahl, die Werner Weis relativ niedrig erschien.

Gesetzliche Vorschriften werden strenger

Eine weitere Hürde ist, dass die gesetzlichen Vorschriften immer strenger und komplizierter werden. Dafür bräuchte die Marktgemeinde das teure DVGW-Regelwerk, das erstmalig angeschafft und dann alljährlich aktualisiert werden muss. Das DVGW-Regelwerk wird vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches herausgegeben. Es ist die Grundlage für alle Aufgaben in der Wasserwirtschaft und beinhaltet derzeit die rund 600 aktuell gültigen technischen Regeln und DIN-Normen. Es ist so etwas wie die Pflichtlektüre für alle, die sich professionell mit Wasser befassen.

Die Grundausstattung des DVGW-Regelwerks kostet zurzeit rund 6000 Euro. Jährlich erscheint eine Aktualisierung, wofür 2020 gut 3000 Euro in Rechnung gestellt wurden. Dies alles hat zur Folge, dass die Wasserkosten mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich steigen würden, wenn die Marktgemeinde ihr Wasserleitungsnetz weiter selbst betreibt. Allerdings wird der Wasserpreis auch steigen, wenn die Isener Gruppe die technische Betriebsführung übernimmt. Das wurde aus den Ausführungen von Geschäftsleiter Werner Weis deutlich.

Wasser wird auf alle Fälle teurer

„Egal, wie wir die rechtlichen Vorgaben einhalten; durch eigenes Personal, eine Fremdfirma oder die technische Betriebsführung durch die Isener Gruppe. Die Kosten werden sich auf den Wasserpreis niederschlagen“, fasste Bürgermeister Einwang zusammen. Dabei deutete Weis an, dass eine Preissteigerung um 50 Cent realistisch ist.

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