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Radfahren in Mühldorf

Kein Platz für Radler auf der Innbrücke: Jetzt soll eine neue Lösung her

Eng ist es auf der Mühldorfer Innbrücke und daran wird sich nichts ändern. Denn einen vom Gehweg getrennten Radweg wird es nicht geben. Dafür eine andere Lösung.
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Eng ist es auf der Mühldorfer Innbrücke und daran wird sich nichts ändern. Denn einen vom Gehweg getrennten Radweg wird es nicht geben. Dafür eine andere Lösung.
  • Christa Latta
    VonChrista Latta
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Auf der Innbrücke beidseitig in beide Richtungen zu fahren, davon träumen in Mühldorf wahrscheinlich viele Radfahrer. Doch der Traum wird wohl nicht in Erfüllung gehen. Stattdessen ist jetzt eine neue Lösung in Planung.

Mühldorf – Die Verwirklichung dieses Traums war ein Punkt im Antrag der Grünen im Verkehrsausschuss. Die Fraktion forderte mit dem Antrag im Verkehrsausschuss, dass die Stadt ein Verkehrsgutachten in Auftrag geben solle, das ein Konzept für eine sinnvolle Radwegeplanung in Mühldorf zum Ziel hat.

Nach einigen Wortmeldungen zum Thema zogen die Grünen ihren Antrag wieder zurück. Das wurde von dem Gremium einstimmig akzeptiert. Stattdessen wartet man nun darauf, dass die bisher erarbeiteten Radwege-Planungen der Stadt öffentlich präsentiert werden.

Auf der Innbrücke bleibt alles beim Alten

Begründet hatten die Grünen ihren Antrag damit, dass Stadt, Landratsamt und Staatliches Bauamt Rosenheim die beidseitige Nutzung oder als Alternative die Wegnahme einer Autospur auf der Innbrücke zugunsten der Radfahrer immer abgelehnt hätten. Das Bauamt mit dem Hinweis, dass die Stadt ein sinnvolles Radwege-Konzept erarbeiten solle. Das Landratsamt mit dem Verweis auf die nötige Vorlage eines „aussagekräftigen Verkehrsgutachtens“.

„Sowohl Landratsamt als auch Bauamt gehen davon aus, dass die Stadt keine sinnvolle Radwegeplanung hat“, folgerten daraus die Grünen. Sie forderten deshalb die Planung und den unterbrechungsfreien fahrradfreundlichen Ausbau der großen Hauptwege: „Für eine Stadt unserer Größe sollte es selbstverständlich sein, ein sinnvolles Radwegenetz zu planen.“

Bürgermeister Michael Hetzl (UM) zählte auf, was die Stadt bisher in Sachen Radwegen unternommen hat. „Im Jahr 2017 ging im Rahmen der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans der Fachauftrag Verkehr an das Büro Stadt Land Verkehr“, so das Stadtoberhaupt. Dazu habe es eine Analyse aller Verkehrsarten mit Verkehrszählung, Verkehrsbefragung und Haushaltsbefragung sowie eine Bürgerwerkstatt gegeben. Auch der Stadtentwicklungsausschuss habe sich intensiv mit dem Thema Verkehr sowie dem Fuß- und Radwegenetz befasst, so Hetzl weiter.

Plan für neue Fuß- und Radwegbrücke

Wegen des starken Verkehrs auf der Innbrücke seien Bauamt, Polizei und Landratsamt strikt gegen die Wegnahme einer Fahrspur, stellt er fest. Eine Trasse für eine komplett neu zu bauende Fuß- und Radwegbrücke über den Inn auf Höhe des Friedhofs sei bereits im neuen Flächennutzungsplan vorgesehen. Das Büro Stadt Land Verkehr könne im Rahmen und in Ergänzung dieses Plans ein weitergehendes Radverkehrskonzept erarbeiten.

„Wir haben schon 70.000 Euro für diese Verkehrsplanungen ausgegeben“, resümierte Hetzl. „Ein neues Gutachten würde sicher noch einmal 30.000 Euro kosten und brächte keine greifbare Verbesserung.“ Dieses Geld könne stattdessen für die Vorplanung der Fuß- und Radbrücke über den Inn verwendet werden.

„Ein perfektes Radwegenetz wird es in einer historisch gewachsenen Stadt wie unserer nie geben“, stellte Hetzl fest. „Wir können die historischen Tore nicht verbreitern und uns nicht an Privatgrundstücken bedienen.“ Wenn sich durch Bauvorhaben Möglichkeiten ergäben, sei die Stadt dran. Wie aktuell beim früheren Zrenner an der Brückenstraße, wo sich die Stadt einen Streifen zur Verbreiterung des Radwegs gesichert habe.

Historische Bauten stehen einem perfekten Radwegenetz im Weg – das Altöttinger Tor darf aber trotz Einbahn in beiden Richtungen durchradelt werden.

„Wir müssen Problemstellen für Radfahrer im Gesamtkontext der Stadt erkennen und lösen“, regte Zacharias Spörl (Grüne) an. „Im Hinblick auf die geplante zweite Innbrücke müssen wir jetzt schon mitdenken, wo neue Radwege verlaufen, damit diese sinnvoll zur Brücke geleitet werden.“

„Wir sollten im Stadtrat öffentlich vorstellen, was wir schon erarbeitet haben“, schlug Ulrich Niederschweiberer (CSU) vor. Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner griff diese „gute Idee“ für eine Präsentation durch das Büro Stadt Land Verkehr auf: „Das macht Sinn.“

Nach Beratung mit ihrem Fraktionskollegen Spörl stellte Kathrin Enzinger (Grüne) den Antrag zur Geschäftsordnung und zog den Antrag der Grünen zurück. „Wir freuen uns auf die angekündigte Vorstellung der bereits erarbeiteten Pläne im Stadtrat“, so Enzinger.

Bürgermeister Hetzl kündigte diese Präsentation für eine der nächsten Stadtratssitzungen an.

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