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Neue Erkenntnisse zu lebensbedrohlicher Krankheit

Borna-Virus: So geht es dem Patienten im Raum Mühldorf - Dieses Haustier könnte Überträger sein

Ein Patient liegt auf der Intensivstation eines Krankenhauses. An einer Infektion mit dem sogenannten Borna-Virus sind in Bayern im Jahr 2020 zwei weitere Menschen gestorben.
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Das Borna-Virus ist potenziell lebensbedrohlich (Symbol).
  • Christa Latta
    VonChrista Latta
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Der Landkreis Mühldorf gehört ebenso wie weite Teile Südostbayerns laut Robert Koch-Institut zu einem Endemiegebiet für das tödliche Borna-Virus.

Mühldorf – Am 7. Juni hatte das Landratsamt mitgeteilt, dass im Landkreis Mühldorf erneut ein Borna-Fall aufgetreten ist (wir berichteten).

Eine Person aus dem westlichen Landkreis war nach Infektion mit dem äußerst seltenen, aber lebensbedrohlichen Borna-Virus (BoDV-1 – Borna Disease Virus 1) erkrankt. Die OVB-Heimatzeitungen haben nachgefragt, welche Erkenntnisse das Landratsamt im Fall dieser meist tödlich verlaufenden Erkrankung gewonnen hat.

Aktuell keine weiteren Erkrankten

Zum Gesundheitszustand der erkrankten Person – aus Datenschutzgründen gibt es zu Geschlecht, Alter oder Wohnort keine weiteren Informationen von der Behörde – erklärt das Landratsamt: „Die mit dem klassischen Bornavirus BoDV-1 infizierte Person befindet sich weiterhin in stationärer Behandlung.“ Innerhalb der letzten drei Jahre hatte es im Landkreis bereits zwei Borna-Fälle gegeben. „Beide erkrankten Person verstarben infolge der Infektion“, so das Landratsamt.

Wie sich die Person im aktuellen Fall infiziert hat, ist weiter ungeklärt. „Da die genauen Übertragungswege von BoDV-1 auf den Menschen bisher nicht bekannt sind, ist auch dieser Fall Gegenstand der derzeitigen Forschung“, so der Landratsamts-Pressesprecher Wolfgang Haserer. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch sei nach aktuellem Wissensstand ausgeschlossen. „Ob eine Gefahr aufgrund der bis dato nicht identifizierten Infektionsquelle für weitere Personen bestand, kann derzeit nicht beurteilt werden.“ Was man weiß, ist, dass im Landkreis Mühldorf aktuell kein weiterer Fall bekannt geworden ist.

Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) kann die Übertragung über die Feldspitzmaus erfolgen. Infizierte Feldspitzmäuse scheiden die Viren unter anderem über Speichel, Urin und Kot aus. Der Landkreis Mühldorf gehört ebenso wie weite Teile Südostbayerns laut Robert Koch-Institut zu einem Endemiegebiet für das tödliche Borna-Virus.

„Dem LGL sind für das Meldejahr 2021 insgesamt fünf Infektionen mit dem klassischen Borna-Virus BoDV-1 von bayerischen Gesundheitsämtern übermittelt worden“, so LGL-Pressesprecherin Martina Junk auf Anfrage. „Im aktuellen Meldejahr 2022 sind es bisher zwei BoDV-1-Infektionen für Bayern.“ Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes würden auch vom LGL keine weiteren Angaben zu den einzelnen Fällen gemacht. „Bis auf die aktuell erkrankte Person aus dem Landkreis Mühldorf verstarben alle genannten Personen infolge der BoDV-1-Infektion.“

Katzen, die eine Spitzmaus gefangen haben, könnten das tödliche Borna-Virus beim Schmusen und Streicheln auf ihren Menschen übertragen.

Die Frage, ob Halter von frei laufenden und mäusefangenden Katzen besonders gefährdet seien, beantwortet Pressesprecherin Junk so: „Die genauen Übertragungswege von BoDV-1 auf den Menschen sind bisher nicht bekannt und Gegenstand derzeitiger Forschung. Eine Theorie ist, dass eine Übertragung über Haustiere erfolgen könnte. Fängt beispielsweise eine Katze eine infizierte Spitzmaus, so könnten infektiöses Blut oder Geweberückstände an Maul oder Pfoten verbleiben. Kommt es anschließend zu einem direkten Kontakt mit einem Menschen, etwa beim Schmusen oder Streicheln der Katze, könnten die Viren über eine Schmierinfektion übertragen werden.“

Schmusen mit Katzen kann riskant sein

Da ein Teil der bekannten BoDV-1 Fälle aber keinen bekannten Kontakt zu Katzen und auch anderen Haussäugetieren gehabt hätten, sei davon auszugehen, dass Haustiere nicht die einzige Übertragungsmöglichkeit seien.

In Untersuchungen der Universität Regensburg im Rahmen des Projektes „Bornavirus-Focal Point Bayern“ konnte gezeigt werden, dass das Borna-Virus einige Tage in feuchter und trockener Umgebung infektiös bleibt.

+++ Weitere Meldungen aus dem Landkreis Mühldorf +++

Es bleibt bei den Empfehlungen des Landesamtes: Lebende oder tote Spitzmäuse sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden; Orte, an denen ein Kontakt mit den Ausscheidungen von Spitzmäusen auftreten kann, etwa Straßenböschungen, Steinmauern, unter Hecken, in Schuppen oder anderen für wild lebende Kleintiere zugänglichen Gebäudeteile, sollten gemieden werden; staubige Arbeiten an solchen Orten nur mit Gummihandschuhen und FFP2-Masken ausgeführt werden.

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