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Bombenleger wird ein Fall für Karlsruhe

Waldkraiburg – Er baute Rohrbomben, beschaffte sich eine Pistole, verübte einen schweren Brandanschlag und plante wohl weitere Anschläge auf Moscheen und Imame.

Die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe schätzt Muharrem D., „Bombenleger von Waldkraiburg“ und IS-Anhänger, als so gefährlich ein, die Straftaten, die er verübte und plante, als staatsgefährdend, dass sie die Ermittlungen an sich gezogen hat. Das bestätigt ein Sprecher der Behörde auf Anfrage unserer Zeitung.

Mit zwei Tatvorwürfen begründet die höchste Strafverfolgungsbehörde des Bundes die besondere Bedeutung des Falles, die dazu führt, dass sie die Sache an sich zieht: Mit dem Brandanschlag vom 27. April, der rechtlich als versuchter Mord an 27 Personen und schwere Brandstiftung zu werten sei, und mit dem Verdacht, dass der 25-Jährige weitere schwerste Straftaten geplant habe. Im Raum stehen Sprengstoffanschläge und Attentate auf Versammlungsräume des türkisch-islamischen Moscheeverbandes Ditib in Waldkraiburg und Umgebung und auf die Ditib-Zentralmoschee in Köln sowie Attentate auf Imame des Verbandes, die er mit der Beretta, Kaliber 7,65 Millimeter, verüben wollte, die die Ermittler bei ihm gefunden hatten.

Der 25-jährige deutsche Staatsbürger türkischer Herkunft, der am Bahnhof in Mühldorf festgenommen wurde, hatte sich in Vernehmungen durch die Soko und die Generalstaatsanwaltschaft zu den Taten in Waldkraiburg bekannt. Neben dem Brandanschlag verübte er drei weitere Anschläge auf türkische Geschäfte. Die Ziele habe er sich bewusst ausgesucht, weil er damit die Türkei treffen wollte, die der Anhänger der Ideologie des islamistisch-terroristischen Netzwerks als „Feind des IS“ ansieht.

Fassungslos reagierte Ahmet Baskent, Vorsitzender der Ditib-Gemeinde auf die Nachricht. „Ist dieser Typ noch zurechnungsfähig?“, so seine erste Reaktion. hg

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