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GROßE EVAKUIERUNG

Bombenfund an Harthausener Straße in Mühldorf - 3000 Menschen evakuiert

Ein Großaufgebot an Hilfskräften brachte Menschen im Bereich des Neubaugebiets Harthauser Straße in Mühldorf in Sicherheit. 3000 mussten evakuiert werden.
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Ein Großaufgebot an Hilfskräften brachte Menschen im Bereich des Neubaugebiets Harthauser Straße in Mühldorf in Sicherheit. 3000 mussten evakuiert werden.
  • Josef Bauer
    VonJosef Bauer
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Bei der größten Evakuierungsaktion seit dem Zweiten Weltkrieg mussten 3000 Menschen in Mühldorf ihre Häuser verlassen. Grund war ein Bombenfund in einem Neubaugebiet.

Mühldorf – Es ist kurz vor 16 Uhr, als sich der Tag in Mühldorf für fast 3000 Menschen schlagartig ändert: Bei Arbeiten im Neubaugebiet in Nähe der Harthauser Straße in Mühldorf-Nord entdecken Bauarbeiter eine Fliegerbombe. Schnell stellt sich heraus, dass es eine ungewöhnlich große Bombe ist, 465 Kilogramm schwer. Polizei und Feuerwehr rücken an, ein Team des Bombenräumkommandos fährt vor.

„Wir müssen weg“

Sabine Andres wohnt nur wenige Straßenzüge vom Fundort entfernt. Als sie im Radio von dem Fund hört, ist ihr klar, „wir müssen weg.“ Denn Bombenfunde sind in Mühldorf nichts Neues. Vor allem während der Jahre der Bauarbeiten rund um den Bahnhof, kamen immer wieder Blindgänger an die Erdoberfläche.

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Am Haus der Andres fahren Feuerwehrautos und Polizeiwagen vorbei. „Die Sirenen der Polizeiautos und der Feuerwehr waren ununterbrochen zu hören. „Viele haben da schon gewusst, dass wir wegmüssen.“ Auch das Ehepaar Andres. Sie packen noch schnell die Arbeitsklamotten ihres Mannes ein, dann geht es schon aus dem Haus. „Ich habe noch meinen Jogginganzug an“, erzählt sie, während sie bei ihren Eltern sitzt.

Notunterkünfte vorhanden

Denn dahin können die beiden fahren, sie müssen nicht in eine der Notunterkünfte in der Grundschule in Mühldorf oder der Berufsschule an der Pilichdorfstraße. Während ihr Mann zur Arbeit muss, kann Sabine Andres den Tag gelassen angehen, sie hat frei.

Der Evakuierungsradius beträgt einen Kilometer, Busse fahren vor, um Menschen wegzubringen. Es gibt Durchsagen, Polizisten gehen von Wohnung zu Wohnung. Anwohner werden gebeten nicht mit dem eigenen Auto das Gebiet zu verlassen.

Niemand darf in den Sperrbezirk

Die Einsatzkräfte räumen auch das Bahnhofsgebäude, Bahnhof und Parkhaus werden komplett gesperrt. Es kommt niemand mehr in den Sperrbezirk.

Sammelpunkt für die Anwohner zur Evakuierung ist die Mittelschule Mühldorf. Ab 18 Uhr fahren die ersten Busse von dort ab und bringen Anwohner in die Grundschule Mößling und in die Staatliche Berufsschule I. Um 19 Uhr stellt die Bahn den Zugverkehr ein.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie

Landrat Max Heimerl ist im Krisenzentrum im Landratsamt. „Das ist eine der größten Evakuierungen, die das Mühldorfer Landratsamt durchgeführt hat“, sagt er. Die Einsatzkräfte vor Ort hätten reibungslos und gut aufeinander abgestimmt zusammengearbeitet. „Der Evakuierungsradius wurde in Absprache mit der Bahn und dem Bombenräumkommando festgelegt. Auch diese Aktion lief ohne Probleme ab.“

Im Radius von einem Kilometer um die Bombe mussten Menschen ihre Häuser verlassen. Das waren besonders viel, weil dort zahlreiche Wohnblocks stehen.

Mühldorfs Feuerwehr-Kommandant Martin Strasser berichtet: „Wir sind mit einem Großaufgebot an Fahrzeugen und Feuerwehrfrauen und -männern vor Ort.“ Insgesamt sind 25 Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis im Einsatz sein. „Der große Evakuierungsradius ist eine große Herausforderung.“

Blindgänger stammt vom Bombenangriff 1945

Die ist um 21 Uhr abgeschlossen, die Entschärfung der Bombe beginnt.

Der Blindgänger stammt aus einem der beiden Bombenangriff auf die Stadt Mühldorf am 19. März und am 20. April 1945. Das Bahnhofsgebiet und große Teile der „Oberen Stadt“ wurden von über 1000 Bomben fast völlig zerstört. Auch die Altstadt bekommt einzelne Treffer ab. Vor allem rund um den Bahnhof wurden immer wieder Blindgänger gefunden, aber auch am Stadtwall gab es schon Entschärfungen.

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