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STOLZES JUBILÄUM

Bienen sind liebenswerte Geschöpfe: 100 Jahre Imkerverein Stierberg

  • Harald Schwarz
    vonHarald Schwarz
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100 Jahre ist es her, dass der Imkerverein Stierberg aus der Taufe gehoben wurde. Der Bienenzüchter Hans Stimmer hatte am 5. Juni 1921 den Verein gegründet. Corona machte der Jubiläumsfeier einen Strich durch die Rechnung. Wenn alles gut geht, wird die Feier in zwei Jahren nachgeholt.

Stierberg – 100 Jahre ist es her, dass der Imkerverein Stierberg aus der Taufe gehoben wurde. Der Bienenzüchter Hans Stimmer hatte am 5. Juni 1921 im Lohner’schen Gasthof in Annabrunn den Verein unter dem Namen Bienenzuchtverein Steinkirchen - Annabrunn gegründet. Eigentlich wollte man dieses Jubiläum gebührend feiern, doch Corona machte den Planungen einen Strich durch die Rechnung, bedauert der langjährige Vorsitzende Andreas Lentner. Doch wenn alles gut geht, wird die Feier in zwei Jahren nachgeholt.

Imkern ist ein erfüllendes Hobby

Honig ist ein Naturprodukt, das Imker mit ihrer eigenen Hände Arbeit herstellen. Dabei sind sie natürlich auf die Hilfe der Honigbienen angewiesen, die den Nektar aus Blüten einsammeln und zum Bienenstock bringen. Dort wird der Nektar eingelagert und zu Honig.

Dabei ist dieses Hobby erfüllend, wenn man quasi als Lohn seines Engagements den Honig ernten kann. Zudem sorgt es dafür, dass man „herunterkommt“, wie es Reinhard Hetzer beschreibt. Die Bienen merken, wenn du entspannt oder in Hektik bist. Entsprechend reagieren sie auch“, sagt der 72-jährige Schwindegger, der eines der älteren Mitglieder des Imkervereins ist. Seit 15 Jahren betreibt er dieses Hobby und sagt voller Überzeugung: „Bienen sind liebenswerte Geschöpfe“.

Aus zwei wurden 17 Bienenvölker

Neugierig geworden auf die Imkerei ist er durch den Vereinsvorsitzenden Andreas Lentner, der auf dem Schwindegger Adventsmarkt Honig, Met und andere Honigprodukte verkauft. Da Hetzer auf der Suche nach einer Aktivität für seinen Ruhestand war, hat er mit einem Bekannten und zwei Bienenvölkern angefangen. Sie machten die Anfängerkurse im Bienenhof Aham und legten los.

Der ehemalige ITler hat mittlerweile 17 Bienenvölker, aber auch bereits einige an Jungimker weitergegeben. Ihn fasziniert die Vielfältigkeit dieses Hobbys: angefangen von der Fürsorge für seine Bienenvölker, über die Gewinnung von Honig bis hin zur Vermehrung von Bienenvölkern. Es macht ihm „große Freude, ein Bienenvolk zu betrachten“, sagt er. Zudem bekomme man auch ein stückweit Bestätigung für sein Engagement, wenn der Honigertrag gut ist.

Dabei schätzt er das Eingebundensein in den Imkerverein, wo bei den monatlichen Treffen viele Gelegenheiten bestehen, sich auszutauschen und Tipps von Imkerkollegen zu bekommen. Auch wenn er bereits seit 15 Jahre imkert sagt Reinhard Hetzer: „Man lernt nie aus“.

Faszinierend, wie Bienen leben

Gerade mal 22 Jahre ist Georg Wimmer, doch er hat die Imkerei schon als Kind hautnah miterlebt, da sein Vater ebenfalls Imker ist. Georg Wimmer bezeichnet sich als Feierabend- und Wochenendimker, sagt aber auch, dass er in der arbeitsintensivsten Zeit zwischen April und August beinahe vier Stunden täglich mit seinen Bienen beschäftigt ist.

Er hat im Alter von zwölf Jahren mit einem Schwarm angefangen. „Der ist mir zugeflogen und ich habe ihn glücklich durch den ersten Winter bekommen“, erinnert er sich. Mittlerweile hat der gelernte Landwirt Bienenvölker an sechs verschiedenen Standorten zwischen Aschau und Maitenbeth und sagt, ihn fasziniert es, wie Bienen leben.

Ein experimentierfreudiger Imker

Für den engagierten Jungimker ist der Honigertrag nur drittrangig, wie er versichert. Er hat sich intensiv in die Vermehrung von Bienenvölkern eingearbeitet, Honig- und Zuchtkurse absolviert und möchte „am liebsten nur gut erzogene Bienen“, bei denen er mit T-Shirt und kurzer Hose arbeiten kann. Wenn ein Schwarm aggressiv ist, dann entnimmt er die Königin und setzt eine neue ein, in der Hoffnung, dass diese friedfertiger ist. Dabei ist es aber auch immer spannend, ob das Bienenvolk die neue Königin auch annimmt.

Georg Wimmer ist ein experimentierfreudiger Züchter, während Reinhard Hetzer eher der Natur ihren Lauf lässt. Doch beide eint die Liebe zur Imkerei und den Bienen. Dabei ist dieses Hobby nicht ganz billig. „Ein Starterset kostet so um die 1000 Euro. Aber der Verein hilft allen Neulingen mit Rat und Tat“, sagt der Vorsitzende Andreas Lentner.

Ein Streifzug durch die 100-jährige Geschichte des Vereins

Gegründet wurde der Verein am 5. Juni 1921 auf Initiative des Bienenzüchters Hans Stimmer aus Forsthub. Es war ein Häuflein von 15 angehenden Imkern. Sie einte das Interesse an den Bienen und der Ehrgeiz, sich das notwendige Wissen anzueignen, das ihnen Lehrmeister Hans Stimmer vermitteln sollte. Der erste Vorsitzende des Vereins wurde Hubert Schwabe aus Steinkirchen.

Nach internen Querelen löste sich der Verein fast auf. 1925 schlossen sich die Imker mit dem Obstbauverein Obertaufkirchen zusammen.

Schließlich beschäftigte man sich auch noch mit Geflügelzucht und die Imkerei trat immer mehr in den Hintergrund. 1936 übernahm der ehemalige Gründer des Vereins, Hans Stimmer, wieder den Verein. 1940 bewirtschaften die Mitglieder 1000 Bienenvölker.

Billighonig macht den Imkern zu schaffen

Die Kriegs- und Nachkriegszeit machten den Imkern schwer zu schaffen: Ausländischer, billiger Honig wurde dem heimischen Qualitätshonig vorgezogen und der Verein hatte mit Desinteresse und Mitgliederschwund zu kämpfen. Trotzdem wurden im Lauf der Jahre alle runden Jubiläen gefeiert

Die Imker merkten im Laufe der Jahre, dass der Lebensbereich der Bienen spürbar schlechter und die Winterfütterung mit Zucker immer notwendiger wurde. Zudem hatten sie weiter mit Nachwuchsmangel zu kämpfen.

1972 legte der langjährige Vorsitzende und Gründer des Vereins, Hans Stimmer, zu seinem 80. Geburtstag sein Amt nieder. Seine Nachfolge traten Jakob Brandhuber aus Mitterrimbach und als Stellvertreter Johann Deißenböck aus Stephanskirchen an.

Varoa-Milbe wird ab 1980 zum Thema

Bei der Imkerversammlung 1980 wurde zum ersten Mal die Bedrohung durch die Varroa-Milbe thematisiert; ein Thema, das sie seitdem nicht mehr loslässt.

1992 wurde Jakob Brandhuber als Vorsitzender bestätigt, zum Stellvertreter wurde Andreas Lentner gewählt. Dieser überzeugte die Mitglieder von der Notwendigkeit verschiedener Werbemaßnahmen und berichtete über den hohen ökologischen Stellenwert der heimischen Imkerei. Er übernahm 1996 den Vorsitz, Jakob Brandhuber wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

2005 wird in den Jahresaufzeichnungen des Imkervereins als das Jahr der meisten Bienenschwärme verzeichnet. In den folgenden Jahren versuchte der Verein, vermehrt Jungimker zu gewinnen. Zudem appellierte der Vorstand an die Landwirte, nicht nur Mais anzubauen und die Ausbringvorgaben für Spritzmittel zu beachten. Weniger Monokultur - mehr Blumen- und Streuobstwiesen wünschen sich die Imker dringender denn je. Der Verein will sich zudem vermehrt bei Ausstellungen, Märkten und Vereinsfesten präsentieren. Die Imker sind auch aufgerufen, Kinder über das Imkern und das Phänomen Honigbiene zu informieren.

2011 hatte der Verein 36 aktive Mitglieder mit 272 Völkern, 2015 48 Mitglieder mit 240 Völkern. Da begann der Verein bereits mit den ersten Planungen für das Jubiläumsjahr 2021. 2017 hat der Verein 55 aktive Mitglieder, die 267 Völker betreuen.

2023 wird das Jubiläum nachgeholt

Am 4. Juni 2018 starb der Ehrenvorsitzende Jakob Brandhuber kurz vor Vollendung seines 94. Lebensjahres.

2018 fand unter dem Thema „Landwirtschaft und Bienen – Eine Symbiose“ eine Vortrags- und Veranstaltungsreihe der Ökomodellregion Isental, des Imkervereins Buchbach und des Imkervereins Stierberg statt.

2019 hat der Verein 66 aktive Imker, die 304 Bienenvölker betreuten. Die Sorgen der Imker fanden mit dem Volksbegehren Artenvielfalt in der Öffentlichkeit große Beachtung.

Im August 2019 feierte Vereinsvorsitzender Andreas Lentner seinen 60. Geburtstag und 2023 wird die 100-Jahrfeier nachgeholt.

Die Gründungsmitglieder des Imkervereins

Die Gründungsmitglieder des Imkervereins waren: Hans Stimmer, Benno Steinweber, Georg Sax, Hubert Schwabe, Johann Schwarzenbeck, Peter und Georg Hundmayer, Josef Mascher, Hans Freudenecker, Andreas und Josef Bumberger, Josef Feckl, Josef Petzenhammer, Lorenz Eisenschmied.

Reinhard Hetzer begutachtet eine Honigwabe aus eiem seiner 17 Bienenvölker.
Michael Meingassner zeigt den Kindern eine Brutwabe.
Die Vorstandswahl 2016 ergab: 1.Vorsitzender: Andreas Lentner, Stellvertreter: Martin Kaindl, Kassierer: Michael Meingassner, Schriftführer: Maria Sickinger, Kassenprüfer: Hermann Edhofer, Beisitzer: Dirk Walprecht, Andreas Ober, Andreas Moser, Andreas Nestler(verstorben).
Andreas Lentner mit Josef Huber, damaliger Vorstand IV Schönberg und Heinrich Stimmer, Forsthub.
Vorsitzender Hans Stimmer (r) und Landesvorsitzender Freudenstein am 15. August 1975.
Alte Gerätschaften der Imker.
Ein Bild aus alten Tagen.

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