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NEUES PRODUKT

Beton fix und fertig von der Tankstelle – Fliegl entwickelt Maschine für Gewerbe und Private

Beton für Randsteine: Markus Leidmann ist mit den Enkeln Luisa und Samuel zur Betontankstelle nach Kastl gekommen.
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Beton für Randsteine: Markus Leidmann ist mit den Enkeln Luisa und Samuel zur Betontankstelle nach Kastl gekommen.
  • VonSonja Hoffmann
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Der Mühldorfer Landmaschinenhersteller Fliegl hat eine Beton-Tankstelle entwickelt. Sie soll Gewerbetreibenden und Privatkunden leichteren Zugang zu Beton ermöglichen.

Mühldorf/Kastl – In Kastl am Fliegl Agro Center steht eine Betontankstelle, an der Kunden zehn Sorten Beton einfach und schnell mischen lassen und selbst abholen kann. Viele Kunden aus der ganzen Region, privat wie beruflich, nutzen die Tankstelle mittlerweile.

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„Am letzten Wochenende hatten wir von Freitag bis Montagmorgen 44 Kunden“, erzählt Hans Breu, der für den Technischen Verkauf im Agro Center von Fliegl in Kastl zuständig ist. Er steuert das Programm, in dem alle Mischungen eingespeichert sind und individuell verändert werden können. „Wenn’s in der Nacht geregnet hat, wie heute, gebe ich dem Programm fünf Prozent Feuchte zusätzlich an, die mischt die Maschine dann nicht mehr hinein.“ Sonst läuft alles vollautomatisch.

Technik made in Mühldorf

Die Tankstelle hat die Mühldorfer Firma Fliegl selbst entwickelt, sie gehört mittlerweile zum Kerngeschäft des international tätigen Maschinen- und Fahrzeugbauers. Die Anlagen in ihrer jetzigen Form werden im Werk in Mühldorf gefertigt, das Unternehmen verkauft sie zum Beispiel an größere Unternehmen, Betonwerke oder Baumärkte. Verschiedene Formen, Größen und Füllmengen oder eine individuelle Programmierung sind durch die Eigenfertigung möglich. Kostenpunkt: ab 130 000 Euro ist die Betontankstelle zu haben.

Fliegl trifft mit seiner Neuentwicklung auf einen ständig wachsenden Markt. Nach Angaben des Fachverbands Beton ist der Verbrauch in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. 2019 haben die rund 535 Unternehmen in ihren 1880 stationären und mobilen Transportbetonanlagen insgesamt 53,15 Millionen Kubikmeter Beton produziert.

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Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg von 0,9 Prozent. Nach Angaben des Verbands hat auch die Corona-Krise dem Betonboom in ganz Deutschland nicht geschade. Die Bauwirtschaft sei ohne größere Rückgänge durch die letzten beiden Jahre gekommen und stehe so da wie vor der Corona-Krise.

Die Kunden, die Beton abholen wollen, kaufen an der Kasse des Agro Centerseine Chipkarte, auf der Art und Menge des gewünschten Betons abgespeichert sind. Beratung, welchen Beton sie brauchen, ist bei unerfahrenen Kunden natürlich inklusive.

Hans Breu erklärt die Funktionsweise der Betontankstelle in Kastl.

Einfach wie an der Tankstelle

„Den Beton kann man im Normalfall eine bis anderthalb Stunden verarbeiten. Wenn der Kunde ihn aber erst in drei Stunden braucht, dann geben wir der Maschine vor, dass sie einen Verzögerer hinein mischt.“

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Hans Breu zeigt die einzelnen Trichter, aus denen die Maschine sich Sand, Zement oder Riesel holt. In einer Tonne daneben steht der Verzögerer. Die Maschine macht alles vollautomatisch. Wenn man die Chipkarte draußen eingibt, ist die Mischung in unter drei Minuten fertig und läuft vom Band direkt in den eigenen Anhänger oder eine Wanne. Mindestabnahmemenge ist 0,15 Kubikmeter.

„Einfach und praktisch“

Die Kunden sind häufig Selbstständige aus dem Baugewerbe, Garten- und Landschaftsbauer oder private Häuslebauer. Wie Lukas Hartmann aus Mühldorf, der an diesem Tag Beton für seine Carportfundamente holt. „Es ist super-einfach, richtig gut.“

Oder Markus Leidmann, der mit seinen beiden Enkelkindern auf dem Traktor gekommen ist. Er holt 0,5 Kubikmeter, sonst aber auch mehr. Heute braucht er den Beton, um Randsteine zu setzen. „Hier passt der Beton, es ist einfach und praktisch, man kann am Samstag was holen, auch kleinere Mengen“, sagt der Emmertinger. Und für die Kinder ist es sowieso toll, zu sehen, wie die Maschine arbeitet und dann der Beton auf dem Förderband in den Anhänger läuft.

Fliegl in Zahlen

Das Maschinenbau-Unternehmen Fliegl hat seinen Hauptsitz in Mühldorf und betreibt weiltweit Niederlassungen. 1300 Mitarbeiter sind für das Familienunternehmen zuständig, davon 380 am Standort Mühldorf und 140 im Agro Center in Kastl. Der Umsatz betrug 2019 180 Millionen Euro Umsatz. Die Zahlen für 2020 liegen noch nicht vor.

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