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Liebe kennt keine Grenzen

Das Eisstockschießen brachte Mary aus Kenia und Stefan aus Taufkirchen zusammen

Weil die 45-Jährige nicht nach Deutschland einreisen durfte, ´gaben sich Stefan Sahlstorfer und Mary Kagwiria im April 2019 in Kenia das Ja-Wort.
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Weil die 45-Jährige nicht nach Deutschland einreisen durfte, ´gaben sich Stefan Sahlstorfer und Mary Kagwiria im April 2019 in Kenia das Ja-Wort.
  • vonMarianne Fill
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Ihr erstes gemeinsames Weihnachten in Taufkirchen feiern heuer Stefan Sahlstorfer und seine kenianische Frau Mary. Viele Hürden mussten sie überwinden, bis die deutsche Botschaft endlich die Einreise erlaubte. Eine Liebesgeschichte mit vielen Hindernissen hat damit ein Happy End gefunden.

Taufkirchen – Wie so vieles in Taufkirchen hängt auch diese Liebesgeschichte mit dem Eisstockschießen zusammen. Zahlreiche Taufkirchner gehen diesem Sport mit Leidenschaft nach. Da lag es 2012 nahe, dass der Wirt des Eisstock-Dorfes bei der Weltmeisterschaft im nahen Waldkraiburg den Festwirt gibt und die Mannschaften aus aller Welt versorgt. Am Start war auch ein Team aus Kenia, das Stefan Sahlstorfer besonders unterstützte.

Nach der WM wurde der Kontakt mit Kenia übers Internet gehalten. Zwei Jahre später begleitete der heute 50-Jährige den bayerischen Fanbus zur Weltmeisterschaft in Innsbruck und traf erstmals auf die Nationalschützin Mary Kagwiria.

Mary Sahlstorfer ist schon gespannt auf das erste Weihnachtsfest in ihrer neuen Heimat. Viele Jahre lang traf die kenianische Eisstockschützin ihren heutigen im Winter bei Eisstock-Welt- und Europameisterschaften. Fim/Privat

Bei der Weltmeisterschaft in Südtirol hat‘s gefunkt

„Sie ist mir schon gleich ins Auge gestochen“, sagt der Wirt. Als Andenken an diese Tage schenkte er ihr seine Vereinsmütze von den Motorradfreunden. Dann herrschte wieder zwei Jahre Funkstille bis zur nächsten WM in Südtirol.

Natürlich war der Stefan wieder als Fan dabei und Mary als Teilnehmerin. Und diesmal traf Amors Pfeil mitten ins Herz. Auch nach der Abreise hielten sie Kontakt. Whatsapp-Nachrichten gingen um die halbe Welt.

Rendezvous bei internationalen Titelkämpfen

Und sie freuten sich schon auf die nächsten internationalen Titelkämpfe, die Eisstock-Europameisterschaft in Tschechien. Es folgte ein Urlaub in Kenia, bei dem der Taufkirchner die Heimat Marys besuchte. Mit einem gemeinsamen Besuch überraschten sie Kenias Eisstockpräsidenten.

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Zwei weitere Kenia-Flüge folgten noch im gleichen Jahr, ehe die kenianische Nationalmannschaft 2018 wieder zu einer WM aufbrach, nach Amstetten in Österreich, wo Stefan sie schon erwartete.

„In diesen acht Tagen habe ich die endgültige Entscheidung getroffen. Ich war mir sicher, meine große Liebe gefunden zu haben“, berichtet der Wirt.

Und dann kam Corona dazwischen

Wenige Wochen später kam Mary erstmals nach Taufkirchen. Weitere Besuche scheiterten an der deutschen Botschaft, die die notwendigen Dokumente nicht ausstellte, obwohl alle Bürgschaften und Auflagen erfüllt worden seien.

Nur in Kenia konnte sich das Paar treffen. Weil eine Heirat in Deutschland nicht möglich war, gaben sie sich am 10. April 2019 in Afrika das Ja-Wort. Die deutschen Behörden lehnten eine Einreise weiter ab. Mary legte nun das geforderte A 1-Zertifikat in deutscher Sprache ab. Ein Hoffnungsschimmer war, als sie ein Einreisevisum in die Schweiz bekam, wo sie kenianische Schüler unterrichtete. Im Dezember 2019 folgte endlich auch das Visum für Deutschland.

Doch dann kam Corona dazwischen, verhinderte ihre Einreise im März. Erst am 22. August konnte Stefan Sahlstorfer seine Mary am Flughafen München überglücklich in die Arme nehmen.

Weihnachten heuer schon im August

„An diesem Tag war für mich Weihnachten“ sagt er. Ihre berufliche Tätigkeit als Lehrerin hat die 45-Jährige bis zum Ende des Schuljahres online weitergeführt.

Jetzt ist sie froh, es geschafft zu haben und bei ihrem Stefan zu sein. Sie freue sich über die herzliche Aufnahme, sagt die Kenianerin, die dabei ist, Land und Leute kennenzulernen. Gern ist sie beim Training der Taufkirchner Stockschützen dabei. Den Deutschkurs bei der VHS musste sie verschieben. Er wurde abgesagt. Wieder ist Corona dazwischen gekommen. So übt sie daheim und wird kräftig von ihrem Ehemann und den Freundinnen, die sie schon gewonnen hat, dabei unterstützt.

In Kenia wird am 25. Dezember gefeiert

Erstmals wird die 45-Jährige Weihnachten in der neuen Heimat feiern. In Kenia, so erzählt sie, feiern die Christen Weihnachten am 25. Dezember. Auf dem Land kommen die Verwandten dann zu großen Treffen und Festen zusammen. Und Weihnachtsbeleuchtung gibt es dort nur in großen Städten.

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