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VERORDNUNG ZUM INSEKTENSCHUTZ

Landkreis Mühldorf: Bauern protestieren mit Mahnfeuern

In Mößling trafen sich Landwirte, um gegen eine neue Verordnung zum Insektenschutz zu protestieren. Sie soll heute vom Kabinett verabschiedet werden, die Bauern fürchten gravierende Auswirkungen auf ihre Arbeit.
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In Mößling trafen sich Landwirte, um gegen eine neue Verordnung zum Insektenschutz zu protestieren. Sie soll heute vom Kabinett verabschiedet werden, die Bauern fürchten gravierende Auswirkungen auf ihre Arbeit.
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Mit Mahnfeuern haben Landwirte in Mühldorf am vergangenen Montagabend gegen die ihrer Meinung nach pauschalen Regelungen zum Insektenschutz protestiert, die das Bundeskabinett am heutigen Mittwoch beschließen will.

Mühldorf – Drei Mahnfeuer in Mößling, Polling und Ramsau: Landwirte aus dme Landkreis stellten sich am Montagabend gegen eine neue Verordnung, die das Bundeskabinett am Mittwoch beschließen will. Sie fürchten, dass das „Aktionspaket Insektenschutz“ die Bewirtschaftung oder den Pflanzenschutz auf 800.000 Hektar in Bayern – und damit auf mehr als 25 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche – verbieten oder massiv einschränken wird.

Bauern achten den Artenschutz

In Mößling, Polling und Ramsau forderten etwa 30 Bauern nach Angaben des Bauernverbands Änderungen und Korrekturen der Verordnung. „Wir brennen nicht nur für die Landwirtschaft, sondern auch für die Artenvielfalt“, sagte BBV-Obmann Ulrich Niederschwiberer. Belegen will er das mit Zahlen: „Auf mehr als der Hälfte der Bauernhöfe in Bayern und rund 40 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche wird nach den Vorgaben der Agrarumweltprogramme gewirtschaftet“, sagte Niederschweiberer.

Die von Bundesumweltministerin Svenja Schulze vorgeschlagenen Maßnahmen hätten insbesondere dort gravierende Auswirkungen auf die Landwirtschaft, wo Bauern in FFH-, Vogelschutz- und Naturschutzgebieten Lebensraum für Pflanzen und Tiere geschaffen hätten, ihn mit ihrer Arbeit pflegten und erhalten würden.

Bundeskabinett beschließt Aktionspaket zum Insektenschutzlfalt und den Umweltschutz

Laut Niederschweiberer sind im Landkreis durch die neuen Einschränkungen in Naturschutzgebieten, Streuobstflächen, FFH- und Vogelschutzgebieten, an Gewässern und auf artenreichem Grünland rund 764 Hektar landwirtschaftlicher Fläche betroffen. „Wir brauchen Kooperation statt neuer Verbote. Denn Naturschutz geht nur mit uns Bäuerinnen und Bauern!“, sagte der BBV-Obmann.

Nicht nur in Mühldorf gab es Proteste gegen das Insektenschutzgesetz. In Berlin demonstrieren nach Angaben des Bauernverbands Landwirte, der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl macht die Forderung deutlich: „Stoppen Sie die überzogenen Vorschläge von Bundesumweltministerin Schulze.“

Umweltschützer begrüßen Paket

Der Bund Naturschutz begrüßt dagegen Maßnahmen zum Artenschutz: „Eine Minderung des Einsatzes von Bioziden in Schutzgebieten und an Gewässern, eine insektenfreundliche Beleuchtung und der Schutz bestimmter Lebensraumelemente sind sicher sinnvoll“, sagt BUND-Voristzender Dr. Andreas Zahn. Dieser Aspekt sei in Bayern durch das „Volksbegehrensgesetz“ zum Bienenschutz sowieso schon aufgegriffen worden.

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Trotzdem hat auch Zahn kritische Anmerkungen: „Im Hinblick auf den Insektenschutz in der Region, löst das Gesetz allerdings nicht das Kernproblem, die Schaffung eines ausreichenden Netzes guter Insektenlebensräume.“

In der freien Feldflur seien das praktisch immer Lebensräume, die durch eine traditionelle landwirtschaftliche Nutzung erhalten würden. „Hier kommen wir im Landkreis dank Landschaftspflegeverband und Biodiversitätsberater zwar gut voran“, sagt Zahn. „Doch noch immer sind Lebensräume seltener Insekten oft so klein und isoliert, dass ein Aussterben wahrscheinlich und eine Neubesiedlung kaum möglich ist.“

Mehr Vernetzung notwendig

Eine flugunfähige Heuschrecke werde während eines Hitzesommers ihre „Lebensrauminsel nie wieder erreichen, wenn das nächste Vorkommen drei Kilometer weit entfernt sei, egal ob es dazwischen eine insektenfreundliche Beleuchtung gebe oder nicht. „Neben Schutz und Ausweitung noch vorhandener insektenreicher Lebensräume gilt es, hier in der Region die Vernetzung von Lebensraumen so attraktiv zu machen, dass die Grundbesitzer hierzu gerne ihren Beitrag leisten“, erklärt Zahn.

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