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VERNÜNFTIGEN LÄRMSCHUTZ GEFORDERT

Aus Schwindegger Bahnhof wird ein überdachter Haltepunkt

Der Bahnhof Schwindegg entfällt, wenn die Bahnstrecke Mühldorf-München zweigleising ausgebaut und elektrifiziert wird. Dafür soll ein überdachter Haltepunkt kommen.
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Der Bahnhof Schwindegg entfällt, wenn die Bahnstrecke Mühldorf-München zweigleising ausgebaut und elektrifiziert wird. Dafür soll ein überdachter Haltepunkt kommen.
  • Nicole Sutherland
    VonNicole Sutherland
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Der Bahnhof in Schwindegg und der Bahnübergang Allersheim werden bald Geschichte sein. Mit dem zweigleisigen Bahnausbau und der Elektrifizierung werden der Bahnübergang ersatzlos gestrichen und der Bahnhof durch einen überdachten Haltepunkt ersetzt. Die Gemeinde versucht, das Beste daraus zu machen.

Schwindegg – Der Bahnhof in Schwindegg und der Bahnübergang Allersheim werden bald Geschichte sein. Mit dem zweigleisigen Bahnausbau und der Elektrifizierung werden der Bahnübergang bei Allersheim ersatzlos gestrichen und der Bahnhof durch einen überdachten Haltepunkt ersetzt. Das ist den Unterlagen des Anhörungsverfahrens zu entnehmen, das vom Eisenbahn-Bundesamt durchgeführt wird.

Im Rahmen des zweigleisigen Bahnausbaus hat das Eisenbahn-Bundesamt in Zusammenarbeit mit der DB Netz AG erste konkrete Schritte unternommen. Zur Schaffung von Baurecht muss eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt werden. Hierzu gab es ein Anhörungsverfahren, das sogenannte Scoping.

Allersheim wird ersatzlos gestrichen

Beim Scoping zählten ausschließlich umweltrelevante Aspekte. Außer den Einwänden betroffener Bürger konnte auch die Gemeinde eine Stellungnahme abgeben. Wegen der Pandemie wurde das Verfahren online durchgeführt.

Den Unterlagen, die zur Verfügung gestellt wurden, ist unter anderem zu entnehmen, dass derBahnübergang Allersheim ersatzlos gestrichenwird. Ein eigener Bahnhof ist nicht vorgesehen, die Station Schwindegg erhält einen überdachten Haltepunkt. Die signaltechnischen Anlagen werden umgebaut. Der gesamte Streckenabschnitt wird elektrifiziert und die Streckengeschwindigkeit soll auf bis zu 200 Stundenkilometer erhöht werden.

Schallschutzmaßnahmen sind entlang „schutzwürdiger Bebauung“ vorgesehen.

Schutzgüter Mensch, Gesundheit und Erholung nur auf 500 Meter Breite wichtig

Art und Ausführung des Schallschutzes sind wiederum nicht Gegenstand des Scoping-Verfahrens. Trotzdem ist der Untersuchungsraum, in dem sich Auswirkungen ergeben, als Vorschlag enthalten. „Insbesondere für die Schutzgüter Mensch, Gesundheit und Erholung wird einUntersuchungsraum zu jeder Seite der Strecke von 500 Metervorgeschlagen“, heißt es im Text.

In der Gemeinderatssitzung merkte Franz Weinberger von der Gemeinde an, die üblichen Regelbreiten betrügen für diese drei Schutzgüter 1000 Meter. Weshalb hier eine Verkleinerung des Untersuchungsraumes vorgesehen ist, erschließe sich aus den Unterlagen nicht. Da Schwindegg einen der größten Siedlungsbereiche entlang der Trasse bilde und um Mensch, Gesundheit und Erholung beidseitig der Trasse ausreichend zu würdigen, schlug die Verwaltung einen Untersuchungsraum von 1000 Metern vor.

Gemeinde holt sich Unterstützung von Rechtsanwalt

Rechtsanwalt Michael Beisse wurde beauftragt, die Stellungnahme der Gemeinde zu erarbeiten. Er führte unter anderem aus, dass die ersatzlose Streichung des Bahnübergangs bei Allersheim in der Stellungnahme angesprochen werde. Auch sei aus seiner Sicht fraglich, ob die Einschränkung beim Lärmschutz rechts und links der Gleise rechtmäßig sei. Bei einerErweiterung auf ein zweites Gleismüsse die Regelbreite gelten. Zur Auswirkung des Lärms werde dargestellt, wie innerörtliche Lärmschutzwände den Schall auf die andere Seite reflektieren. Außerdem nähme der Lärm zu, durch die Schließung des Bahnübergangs und dem damit verbundenen höheren Verkehrsaufkommen.

In der anschließenden Diskussion berichtete Bernhard Folger (FWG/UWG) von den schlechten Erfahrungen mit dem Lärmschutz bei der Autobahn A 94. Die Lärmschutzwände würden wie Trompeten den Schall hereinblasen. Er fürchte den Lärm der Züge bei 200 Stundenkilometern.

Bürgermeister Roland Kamhuber (CSU) wusste, dass auf der Südseite Lärmschutz eingeplant sei, auf der Nordseite nicht. Hermann Hager (Grüne) sagte, er halte die Regelbreiteforderung von 1000 Metern für vernünftig. Wenn im Zehn-Minuten-Takt durch Schwindegg gefahren werde, sei dies eine Belastung, die einem Neubau gleichkäme.

Im Vorfeld alle Hebel ansetzen

Auch sei die Topographie durch die Hanglage ungünstig. Er forderte einen einheitlichen Lärmschutz über die gesamte Länge vom Holzwerk Obermeier bis zur Staatsstraße. Hermann Folger (FWG/UWG) meinte, „wir werden es nicht aufhalten können, müssen aber versuchen, das Beste herauszuholen.“

Bürgermeister Kamhuber bekräftigte, es sei wichtig, bereits im Vorfeld alle Hebel anzusetzen. Ingrid Obermeier-Osl fand, es sei gut zu überlegen, wo der Lärmschutz angebracht werde, man werde nicht alles bekommen.

Der Gemeinderat billigte einstimmig den Entwurf von Rechtsanwalt Beisse, der alle von der Gemeinde geforderten Maßnahmen anführt und auch entsprechend begründet. Er wird so beim Eisenbahn-Bundesamt eingereicht.

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