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Seit dem Tanz auf dem Dorffest zusammen

Aus der Ex-DDR nach Schwindegg: So spannend war das Leben von Ehepaar Paetel bis zur Goldenen Hochzeit

Durch dick und dünn in 50 Jahren: (von links) Ehepaar Wolfgang und Angelika Paetel, dem Bürgermeister Roland Kamhuber herzlich gratulierte.
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Durch dick und dünn in 50 Jahren: (von links) Ehepaar Wolfgang und Angelika Paetel, dem Bürgermeister Roland Kamhuber herzlich gratulierte.
  • Nicole Sutherland
    VonNicole Sutherland
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In ihren 50 gemeinsamen Ehejahren haben Angelika und Wolfgang Paetel viel erlebt. Das Ehepaar hielt immer zusammen und ist nun in Schwindegg glücklich.

Schwindegg – Bürgermeister Roland Kamhuber gratulierte dem Ehepaar Angelika und Wolfgang Paetel herzlich zu 50 Jahren Ehe. Die beiden kamen vor 26 Jahren aus der ehemaligen DDR nach Schwindegg und haben viel erlebt, was sie zusammengeschweißt hat.

Wolfgang Paetel wurde am 2.6.1952 im Dorf Markgraf Pieske bei Fürstenwalde geboren. Dort wuchs er auf, ging in Fürstenwalde zur Schule und machte eine Ausbildung als Kessel- und Behälterbauer, wo er danach weiterarbeitete. Ein Erlebnis bei einem Rockkonzert der Rolling Stones am Springerhaus in West-Berlin beeindruckte ihn sehr. Die zuhörenden Jugendlichen im Osten wurden von der Polizei mit Hunden vertrieben. Danach wollte Wolfgang über die tschechische Grenze fliehen. Der Plan scheiterte, ein Jahr Jugendstrafe war die Folge. Er nutzte die Zeit, um das Elektrohandwerk zu erlernen. Danach nahm er seine Arbeit wieder auf.

Die Liebe kam beim Tanzen

Angelika wurde am 6.7.1954 in Fürstenwalde geboren, wo sie aufwuchs und die Polytechnische Oberschule besuchte. Sie machte eine Ausbildung zur Verkehrskauffrau. Alle vierzehn Tage fuhr sie zur begleitenden Schule nach Cottbus. Im Zug sah sie ihren Wolfgang das erste Mal. Auf dem Dorffest in Markgraf Pieske trafen sie sich wieder beim Tanz – vor 51 Jahren. Sie heirateten gleich nach Angelikas 18. Geburtstag. Das erste Kind kam noch während ihrer Ausbildung.

Wolfgang wurde zum Grundwehrdienst einberufen. Angelika blieb mit den beiden Kindern, dem fünfjährigen Mario und der einmonatigen Yvonne, alleine. Dass Wolfgang von der Stasi bespitzelt wurde, erfuhr er erst später bei der Akteneinsicht.

Nach ihrem ersten Besuch im Westen zum Geburtstag eines Verwandten in Waldkraiburg schwärmte Angelika von der Gegend, vor allem vom Chiemsee. „1989 kam der Mauerfall. Es hieß, wir können alle raus“, erinnert sie sich. Dennoch blieben sie. „Wir wollten die Kinder nicht herausreißen.“ Dafür fuhren sie ab 1990 jedes Jahr in den Urlaub.

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Erst sieben Jahre nach dem Mauerfall kamen sie mit Sohn Mario nach Wörth bei Schwindegg. Tochter Yvonne folgte 1998. Angelikas Ausbildung wurde aberkannt, deshalb absolvierte sie einen IHK-Kurs mit Prüfung. Drei Jahre arbeitete sie bei einer Firma in Hinterberg, anschließend bei der Spedition Greilmeier. Seit 2014 ist sie Rentnerin. Zusammen mit seiner Frau lernte Wolfgang Lohnbuchhaltung, nahm verschiedene Jobs an und blieb bei der Firma Mücke. Seit 2011 ist er in Rente. Viele Operationen folgten. Sie zogen neben den Sohn nach Schwindegg, wo auch der Enkel in der Nähe ist. Ihre Tochter ist inzwischen verheiratet. Die Kinder sind elf und zehn.

„Wir hoffen, dass wir weiterhin gesund bleiben und zufrieden zusammen leben können. Wir wollen weiter reisen. Wir sind sehr glücklich hier“, sagt Angelika. /MN

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