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Die Gründe

Aus sechs Schuhläden wird einer: Warum Thalhammer am Mühldorfer Stadtplatz nach 26 Jahren schließt

Aufbruchstimmung bei Helmuth Staudhammer, der nach 26 Jahren als Geschäftsinhaber sein Schuhgeschäft für immer dicht gemacht hat.
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Aufbruchstimmung bei Helmuth Staudhammer, der nach 26 Jahren als Geschäftsinhaber sein Schuhgeschäft für immer dicht gemacht hat.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Noch vor zehn Jahren gab es insgesamt sechs Schuhgeschäfte am Mühldorfer Stadtplatz. Heute ist davon nur noch eins übrig. Das Schuhgeschäft Thalhammer hat erst vor kurzem seinen Türen für immer geschlossen. Das sind die Gründe.

Mühldorf – Über 3000 Paar Schuhe warten im ehemaligen Schuhgeschäft Thalhammer noch auf ihren Umzug. Seit Samstag, 23. Juli sind die Türen des Traditionsgeschäftes am Stadtplatz nämlich verschlossen. „Ein bisschen Wehmut kommt schon auf“, gesteht Geschäftsinhaber Helmuth Staudhammer, der vor 26 Jahren das Schuhgeschäft von seinem Schwager Norbert Thalhammer übernahm.

Seit 26 Jahren auf dem Stadtplatz

Thalhammer führte das Geschäft sieben Jahre, bevor er mit 28 Jahren starb. Helmuth Staudhammer hätte das Geschäft gerne noch einige Jahre weiter geführt und es dann vielleicht in andere Hände gegeben. Ein Bündel an Widrigkeiten bereitete diesem Vorhaben jedoch ein jähes Ende. „Der Online-Handel kostete uns sehr viel junge Kundschaft. Und gab die Pandemie dem Abwärtstrend noch richtig Zunder“, erklärt der 67-Jährige.

Während der beiden Lockdowns habe er das Schuhgeschäft für insgesamt sechseinhalb Monate zusperren müssen. Am 16. Mai 2021, zufällig an Staudhammers Geburtstag, durfte wieder geöffnet werden.

Die Kunden blieben aber vorerst weg. „Die Leute gewöhnten sich daran, von zu Hause aus Schuhe im Internet zu bestellen“, sagt der Geschäftsmann und ergänzt: „Das Konsumklima hat sich bis heute nicht erholt.“ In Hochzeiten, erinnert er sich, gab es mit ihm sechs Schuhgeschäfte in der Innenstadt. Jetzt ist nur noch eines übrig geblieben.

Stefan Krinner hält mit seinem Schuhgeschäft am Stadtwall die Stellung. Er will trotz erschwerter Bedingungen keinesfalls aufgeben. „Online Handel und Corona spielen dem Einzelhandel natürlich nicht in die Karten“, beklagt Krinner und hebt hervor: „Früher kamen die Kunden nach Mühldorf, um Schuhe zu kaufen. Sie wurden bei der Anzahl an Geschäften auch fündig“.

Konkurrenz belebe das Geschäft. Jetzt sei er halt Einzelkämpfer. Schuh Krinner gibt es seit 1977. Der Geschäftsmann hofft seitens der Stadt auf Konzepte, um wieder mehr Kundschaft in die Innenstadt zu locken.

Verband sieht Stadt gut aufgestellt

Michael Hell, stellvertretender Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft, sieht die Kreisstadt nicht im düsteren Licht. Mühldorf sei bei den Kunden nach wie vor sehr beliebt. Andere Städte hätten da mehr Grund zur Klage. „In Mühldorf gibt es einen vernünftigen Branchenmix. Auch die vielen Cafés tragen zur Attraktivität der Einkaufsstadt bei“, ist die Ansicht Hells. Was das Fachpersonal anbelangt, so setzt hier der Geschäftsmann auf Ausbildung im eigenen Unternehmen. „Im September fangen bei uns vier Azubis an“, verkündet Hell, der von trüber Stimmung nichts wissen will.

Neben Corona und Online-Handel machten auch der Krieg, die Probleme mit Lieferketten, die Inflation sowie der Personalmangel dem Firmenchef zu schaffen. In guten Zeiten, als Staudhammer neben seinem eigenen Haus noch Teile des Nebenhauses angemietet hatte, beschäftigte er acht Mitarbeiterinnen, die für 14 000 Paar Schuhe zuständig waren. In letzter Zeit arbeiteten vier Damen im Geschäft, denen Staudhammer schweren Herzens kündigen musste.

Mitarbeiter haben neue Jobs

Was ihn aber freut: Drei der ehemaligen Angestellten haben bereits eine neue Arbeitsstelle gefunden. Wie es mit dem Staudhammer-Haus weitergeht, ob eventuell wieder ein Laden einzieht, steht momentan noch in den Sternen. Der 67-Jährige betreibt in Garching ein Schuh- und Sportgeschäft. Dorthin wandern auch die 3000 Paar Schuhe aus Mühldorf.

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