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Corona-Lage in den Kliniken Altötting-Mühdorf

Auch vier Monate nach Einführung der Pflege-Impfpflicht keine Strafen - aus zwei Gründen

Die aktuelle Corona-Lage in der Region.
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Die aktuelle Corona-Lage in der Region.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Vor vier Monaten hat die Bundesregierung eine Impfpflicht für Pflegepersonal eingeführt. Im Landkreis wurde bislang kein einziger Verstoß dagegen bestraft. Dafür gibt es zwei Gründe.

Mühldorf – Massive Personalengpässe in Kliniken und Pflegeeinrichtungen und ungeklärte Rechtsfragen verhindern die Durchsetzung der Impfpflicht für Menschen, die in diesem Bereich arbeiten. Das teilte das Landratsamt jetzt auf Anfrage mit. „Vor diesem Hintergrund der offenen Rechtsfrage und der Personalengpässe ist seitens des Bayerischen Gesundheitsministeriums die Aufforderung ergangen, von der Anordnung von Bußgeldern sowie Betretungs- und Tätigkeitsverboten vorläufig abzusehen“, erklärte Sprecher Wolfgang Haserer. Damit gelten im Landkreis derzeit in keiner Einrichtung die sogenannten Betretungsverbote für Mitarbeiter, die ungeimpft sind.

Anspannung inden Klinken steigt

Wie angespannt die Personallage in den Kliniken ist, weiß Dr. Gregor Zimmermann, Cheflungenarzt im Krankenhaus Mühldorf. Knapp 100 Mitarbeiter können nach seinen Angaben derzeit coronabedingt nicht eingesetzt werden. Hinzu kämen Beschäftigte, die aus anderen Gründen nicht arbeitsfähig seien. „Durch den Ausfall von Mitarbeitern sind wir immer wieder gezwungen, Bettenreduzierungen in einzelnen Abteilungen vorzunehmen.“

Lage im Klinikum sehr angespannt

Im gesamtem „InnKlinikum“ werden derzeit 55 mit Corona infizierte Patienten behandelt. „Von einer Sommerpause können wir in Bezug auf Corona leider nicht reden“, berichtet Zimmermann. „Unsere Kliniken sind derzeit schon wieder sehr stark belastet, und wir mussten bereits die planbaren Eingriffe reduzieren, um die Patientenversorgung bewältigen zu können.“

Ein Grund dafür ist der hohe hygienische Aufwand, den das Krankenhaus betreiben muss, um Mitarbeiter und Mitpatienten vor einer Infektion zu schützen.

Der weiße Fleck: Die Zahl der Neuinfektionen in der vergangenen Woche war weiter sehr hoch, vor allem Waldkraiburg sticht heraus. Und Schönberg, der weiße Fleck ohne neue Infektion.

Etwas leichter stellt sich die Situation laut Zimmermann beim Verlauf der Corona-Infektionen dar. „Glücklicherweise haben wir nicht mehr so häufig Betroffene mit einem schweren Lungenversagen“, sagt er.

Meist leichter Krankheitsverlauf dank Impfung

Der Grund für diesen meist leichteren Krankheitsverlauf: „Hier sehen wir einen Erfolg der Impfungen.“ Dennoch hätten viele Corona-Infizierte so schwere Symptome, dass sie im Krankenhaus wegen Corona behandelt werden müssten. „Insbesondere betagtere Patienten, die bereits vorher hilfsbedürftig waren, brauchen lange, um sich wieder zu erholen. Und die weitere Versorgung solcher Patienten mit zusätzlichen Kurzzeitpflegeplätzen oder häuslicher Betreuung ist ein Engpass.“

Lebensgefahr für ältere Menschen

Für diese Menschen geht von Corona weiterhin Lebensgefahr aus, wie die Zahlen dieser Woche zeigen. Fünf Menschen, die über 80 waren, sind an Corona gestorben. Sie machen zwar nur drei Prozent der Neuinfektionen aus, sind aber bei schwerwiegenden Folgen besonders hart betroffen.

Es bleibt dabei: Nach Ansicht von Ärzten schützt eine Impfung am besten. Die Bereitschaft zur dritten Impfung steigt aber nur sehr langsam.Klinger

Sorgen bereiten dem Lungenarzt Ungeimpfte, die jetzt wieder vermehrt ins Krankenhaus müssten. Das gilt auch für Menschen, die nicht auf die Impfung reagieren. „Eine Gruppe, um die wir uns große Sorgen machen, sind Patienten, die beispielsweise infolge einer Immunsuppression keine vernünftige Antikörperantwort auf die Impfung bekommen haben.“ Diese Patienten profitierten laut Zimmermann jedoch von einer vorsorglichen Antikörpergabe, damit sie durch eine Corona-Infektion keine Probleme zu erwarten hätten.

Es sterben vor allem ältere Menschen

Nach Angaben des Landratsamt nähert sich die Gesamtzahl der Infizierten der 50-Prozent-Marke. Nach Angaben der Behörde gibt es seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 58.495 bestätige Corona-Fälle. In dieser Zeit sind 317 Menschen an dem Virus gestorben.

Die meisten Neuinfektionen gibt es weiter in der Gruppe der 35- bis 59-Jährigen, sie machten mit 47 Prozent fast die Hälfte aus. Mit 27 Prozent waren auch die Jüngeren zwischen 15 und 34 Jahren noch stark betroffen, genauso wie die Gruppe der 60- bis 79-jährigen Landkreisbewohner.

Rechtsgründe für Ablehnung der Durchsetzung

Nicht nur die Personalnot in den Krankenhäusern hat das Gesundheitsministerium bewegt, sich gegen die Durchsetzung des Betretungsverbots auszusprechen. Hinzu kommen mehrere Verfahren vor dem Verwaltungsgericht Augsburg.

Gerichtsverfahren nicht entschieden

Dort hatten sich Kläger gegen die Bescheide zur Vorlage eines Impfausweises gewehrt. Diese Verfahren laufen nach Angaben des Landratsamts Mühldorf noch, sodass neben der Personalknappheit auch eine gewisse Rechtsunsicherheit für die Behörden besteht.

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