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Der Kriminelle war vermummt und bewaffnet

Tankstellen-Überfall in Aschau am Inn: So zwingt der Inhaber den Täter in die Flucht

Im Kassenraum seiner Tankstelle stand Inhaber Harald Rösler am Mittwoch einem Räuber mit Messer gegenüber. Weil er sofort laut um Hilfe schrie, ergriff der Täter die Flucht.
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Im Kassenraum seiner Tankstelle stand Inhaber Harald Rösler am Mittwoch einem Räuber mit Messer gegenüber. Weil er sofort laut um Hilfe schrie, ergriff der Täter die Flucht.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Ein bislang unbekannter Täter hat am Mittwochabend die Tankstelle in Aschau am Inn überfallen. Ohne Geld musste er allerdings die Flucht antreten. Tankstellen-Inhaber Harald Rösler erzählt, wie er es geschafft hat, den Täter in die Flucht zu schlagen.

Aschau – Zum zweiten Mal ist ein Räuber an der kleinen Tankstelle an der Aschauer Hauptstraße gescheitert. Ohne Geld in den Hosentaschen musste er unvermittelt die Flucht antreten. Denn Inhaber Harald Rösler ließ sich am Mittwochabend nicht so schnell von dem bislang Unbekannten verunsichern und hat ihn in die Flucht geschlagen. Mit ganz einfachen Mitteln.

„Aschau ist wie ein gallisches Dorf“

Zwei Tage nach dem Überfall läuft der Betrieb an der Tankstelle längst wieder seinen gewohnten Gang. Auch Inhaber Harald Rösler ist sichtlich entspannt. „Aschau ist wie ein gallisches Dorf. Wir setzen uns zur Wehr“, sagt Harald Rösler gut gelaunt.

Bereits vor zehn Jahren wollte ein Räuber das Geld aus der Tankstellenkasse erbeuten, hatte aber nicht die Rechnung mit Harald Röslers Mutter gemacht. Die hatte ihn nämlich auch in die Flucht geschlagen, so wie es jetzt auch Harald Rösler geschafft hat.

Der Täter war vermummt

„Ich hatte mich schon länger mental darauf vorbereitet, dass mir so etwas passieren kann“, erzählt er. Deshalb hat er sich auch nicht verunsichern lassen, als der Täter in den Kassenraum stürmt, mit einem Messer „rumfuchtelt“ und Bargeld fordert. Weil Rösler selbst gerade aus dem hinteren Bereich zur Kasse kam, lag eine größere Distanz zu dem Täter. Rösler vermutet, dass der Täter nicht mit einem Mann an der Kasse gerechnet hat. „Der Täter war kleiner als ich und komplett vermummt. Nur die Augen waren zu sehen. Dann habe ich um Hilfe geschrien, weil ich wusste, dass mich mein Schwiegersohn und meine Tochter im ersten Stock hören können“, erzählt Rösler.

Das hat den Täter völlig verunsichert, der darauf aus dem Kassenhäuschen gestürmt ist, aber nicht ohne zuvor noch an der Ladentheke etwas zu randalieren.

Auch der Tankstelleninhaber läuft dem Mann sofort hinterher zur Tür raus und schreit dort laut: „Überfall!“ Auf der gegenüberliegenden Straßenseite wurden Jugendliche aufmerksam und versuchten, dem Täter zu folgen. „Der war fit und durchtrainiert, dem sind sie nicht hinterhergekommen.“ Der bislang Unbekannte flüchtete nach Angaben der Polizei in Richtung Thann, und vermutlich ging im Anschluss die Flucht mit einem dunklen Fahrzeug ohne Kennzeichen weiter.

„Zum Glück war es nicht so tragisch“

Spätestens seit dem ersten Überfall auf die Tankstelle hat sich Harald Rösler immer wieder damit auseinandergesetzt, dass auch er einmal in einen Überfall verwickelt werden könnte. „Weil ich vorbereitet war, konnte ich es auch wieder gut abschütteln und entsprechend damit umgehen. Zum Glück war es nicht so tragisch.“ Trotzdem wundert er sich, dass Tankstellen immer wieder Ziel von Überfällen werden. „Das lohnt sich doch nicht. Die meisten Fahrer zahlen mit EC-Karte, und das Geld in der Kasse kommt regelmäßig raus.“

Gegenüber der Polizei hat Harald Rösler den Täter als 1,70 Meter groß, sportlich und komplett schwarz bekleidet beschrieben. Der Täter war mit einer Sturmhaube maskiert, darüber trug er eine Kapuze. Die Hose hatte seitlich einen weißen Streifen. Wer noch Hinweise auf den Täter geben kann, kann sich bei der Polizei unter Telefon 0 86 31/3 67 30 melden.

Polizei geht Hinweisen nach

Zwei Tage nach dem Überfall kann die Polizei noch nicht viel Neues sagen. „Die Kripo geht den diversen Hinweisen nach und hat routinemäßige Überprüfungen angestellt“, sagt Martin Emig, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Andere Überfälle auf Tankstellen in der Region hat es nicht gegeben.

War die Reaktion des Tankstelleinhabers leichtsinnig? Eine pauschale Antwort kann Emig darauf nicht geben. „Der Inhaber wusste, dass sein Schwiegersohn sein Schreien hören wird, der ihm helfen kann. Insofern war es gut.“ Aber in anderen Situationen könnte es nicht ratsam sein, so zu handeln. Was auf jeden Fall nach einem Überfall sofort getan werden soll: den Notruf wählen.

Ob und wie lange es dauert, den Täter zu schnappen, dazu kann die Polizei nichts sagen. Videobilder gibt es nicht. Bei dem Überfall vor zehn Jahren war der Täter, der zwischenzeitlich auch noch eine andere Tankstelle überfallen hatte, nach vier Wochen geschnappt.