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Beim Waffenverkauf erwischt

Arbeitsloser verhökert Schreckschusspistole in Neumarkt-St. Veit

Schreckschusspistole oder echte Waffe? Ein Laie vermag den Unterschied nicht zu erkennen. Ein Neumarkter wollte eine Schreckschusspistole, Kaliber 9 Millimeter, verkaufen und wurde dabei erwischt.
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Schreckschusspistole oder echte Waffe? Ein Laie vermag den Unterschied nicht zu erkennen. Ein Neumarkter wollte eine Schreckschusspistole, Kaliber 9 Millimeter, verkaufen und wurde dabei erwischt.
  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Ein 29-jähriger arbeitsloser Mann aus Neumarkt-St. Veit stand vor Amtsrichter Dr. Christoph Warga in Mühldorf. Er wurde von Staatsanwältin Engelsberger wegen vorsätzlichen unerlaubten Führens einer Waffe und des Besitzes der Munition dazu angeklagt.

Mühldorf – Wie der Mann, der ohne Rechtsbeistand vor Gericht erschienen war, zum Hergang angab, wollte er im April dieses Jahres eine Schreckschusspistole mit dem Kaliber 9 Millimeter und der dazugehörigen Munition verkaufen. Diese hatte er ursprünglich einmal für Silvester gekauft. Doch der Besitz ist ihm wohl zu heikel geworden. Da er kleine Kinder zu Hause hatte, wollte er diese Waffe wieder loswerden, erklärte er vor Gericht.

Ein Käufer war schnell gefunden. 50 Euro wollte dieser bezahlen, gab der Neumarkter an. Doch hat er sich nicht gerade geschickt angestellt, was den Handelsplatz betrifft: Bei der Übergabe der Waffe auf dem Neumarkter Stadtplatz tauchte nämlich plötzlich die Polizei auf und beschlagnahmte die Schreckschusspistole. Ob dieses Auftauchen der Ordnungshüter ein unglücklicher Zufall war oder ob jemand den jungen Mann „verpfiffen“ hatte – das konnte nicht geklärt werden. Ebenso konnte der Beschuldigte nicht glaubhaft erklären, warum er die Waffe nicht in seiner Wohnung an den Käufer übergeben hatte. Die Angelegenheit wurde schließlich zur Anzeige gebracht.

Durch das Geständnis des Beschuldigten war die Beweisaufnahme in dieser Verhandlung relativ schnell abgeschlossen. Auf Nachfrage von Richter Dr. Warga erklärte sich der Mann mit der formlosen Einziehung der Waffe und der dazugehörigen Munition einverstanden.

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Ein Blick in das Bundeszentralregister ergab allerdings, dass der Mann erheblich vorbelastet ist, acht Eintragungen stehen bereits zu Buche. Dabei ist ein breites Spektrum des Strafrechts vertreten: Betrug, mehrere Diebstähle, Körperverletzung mit räuberischer Erpressung, Bedrohung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, wie Richter Dr. Warga als Delikte vortrug. Auch ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz lag vor. Nach anfänglichen Geldstrafen wurden sogar Freiheitsstrafen zur Bewährung verhängt.

Geständnis wird positiv gewertet

Staatsanwältin Salome Engelsberger sah in ihrem Plädoyer den Sachverhalt durch das Geständnis des Beschuldigten klar erwiesen. Wertete sie dieses noch als positiv, fielen die zahlreichen begangenen Straftaten negativ ins Gewicht. Die jetzt angeklagte Tat war zudem kurz nach Ende der letzten Bewährung erfolgt. Salome Engelsberger forderte eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten, die jedoch auf eine dreijährige Bewährung ausgesetzt werden könne. Darüber hinaus forderte sie die Zahlung von 750 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung.

Mann mit günstiger Sozialprognose

Auch für Richter Dr. Warga führte kein Weg an einer Freiheitsstrafe für den Angeklagten vorbei. Er jedoch hielt acht Monate für angebracht, ebenso eine dreijährige Bewährungszeit. Der Richter sah in seiner kurzen Urteilsbegründung Geständnis und Einverständnis mit Einzug von Waffe und Munition als günstig für den jungen Mann.

Die vielen Verurteilungen und die letzte Tat, begangen kurz nach Bewährungsende, sprächen jedoch gegen ihn. Ebenso, dass er bei der Übergabe der Waffe Munition mit sich geführt hätte. Da der Mann jedoch familiär gefestigt sei und somit eine günstige Sozialprognose aufwies, hielt Dr. Warga eine Bewährungsstrafe für vertretbar.

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