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Undurchsichtiges Geschehen

Angeklagter wird verletzt: Schlägerei vor Mühldorfer Nachtclub endet vor Gericht

Vor diesem Club in Mühldorf kam es zu der angeklagten Schlägerei.
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Vor diesem Club in Mühldorf kam es zu der angeklagten Schlägerei.
  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Mit einer nächtlichen Schlägerei vor einem Mühldorfer Club hatte es Amtsrichter Florian Greifenstein zu tun.

Mühldorf - Die Staatsanwaltschaft hatte einen 27-jährigen Mann, beruflich ausgerechnet eine Fachkraft für Schutz und Sicherheit, wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt.

Der junge Mann war im Oktober 2021 aus dem Club entfernt worden, weil er betrunken war. Gegen diesen Rauswurf wehrte sich der Angeklagte, von Rechtsanwalt Jörg Zürner vertreten, nicht nur lautstark. Er soll auch auf einen Türsteher eingeschlagen und ihn verletzt haben.

Die Zeugen, ein Polizeibeamter und drei Gäste des Lokals waren sich einig, dass der Angeklagte von zwei Türstehern aus dem Club geführt wurde. Nachdem er einen der Türsteher angreifen wollte, bekam er einen Faustschlag ins Gesicht und wurde zu Boden geworfen, die Sache schien beendet.

Da mischte sich ein Freund ein und ging auf einen der beiden Türsteher los. Ab hier sei die Lage unübersichtlich geworden, die Zeugenaussagen stimmten nicht mehr überein. Von Gerangel und Geschrei sprachen die Zeugen. Dass der Beschuldigte mit einer Flasche auf einen der beiden Türsteher losgegangen sei, hat nur eine Zeugin gesehen.

Sicher ist nur, dass der Angeklagte irgendwann mit blutendem Gesicht am Boden lag. Nach Aussage eines Zeugen soll er liegend von einem Türsteher noch einmal ins Gesicht geschlagen worden sein. Laut Anklageschrift war es Notwehr. Die beiden Türsteher blieben unverletzt. Während der Angeklagte bisher straffrei durch sein Leben gegangen war, sind die beiden Türsteher vorbestraft.

In ihrem Plädoyer musste die Staatsanwältin feststellen, dass sich der angeklagte Sachverhalt trotz der umfangreichen Beweisaufnahme nicht klären ließ. „Der Angeklagte wurde gewaltsam aus dem Club entfernt, gegen einen Bauzaun gedrückt und er erhielt Schläge“, so die Vertreterin der Anklage. „Die zahlreichen Zeugen lieferten widersprüchliche Aussagen. Eine Zeugin sah eine Flasche, die der Beschuldigte mit dem Flaschenhals nach unten in Brusthöhe gehalten haben soll, andere Zeugen konnten dies nicht bestätigen. Alle Aussagen weisen Lücken auf, es handelt sich jeweils nur um Ausschnitte des Geschehens. Sie plädierte auf Freispruch.“

Verteidiger Jörg Zürner lobte das Schlusswort der Anklagevertreterin. „Vor allem gebe ich zu bedenken, dass die Türsteher wegen Ausübens von Nothilfe nach dem Hausrecht freigesprochen worden sind“, sagte Zürner. „Ein Türsteher hat meinen halb bewusstlosen, am Boden liegenden Mandanten nochmals geschlagen, als er den Kopf gehoben hat. Mein Mandant ist freizusprechen.“

So war es keine Überraschung, dass Richter Florian Greifenstein den Freispruch in diesem komplizierten Fall verkündete. Es sitze wohl der Falsche auf der Anklagebank, sagte Greifenstein. „Das Nothilferecht muss anders ausgeübt werden, man muss besonnener handeln. Man kann von Nothilfe nur sprechen, wenn die Türsteher massiv angegriffen worden wären.“ Sie seien aber unverletzt, der Angeklagte habe dagegen Verletzungen davongetragen.Hans Rath

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