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Porsche gegen Ford Mustang

Kuriose Verhandlung: Angeklagter gibt illegales Autorennen auf B12 und A94 zu

Nur noch Schrott ist der alte Porsche des jetzt verurteilten Arztes.
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Nur noch Schrott ist der alte Porsche des jetzt verurteilten Arztes.
  • Hans Rath
    vonHans Rath
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Am Ende fiel das Urteil milder aus, denn der Angeklagte gab das spektakuläre Autorennen zu. Im Frühjahr 2019 hatten sich zwei ältere Herren auf der B12 und der A94 einen Wettkampf geliefert, der mit einem schweren Unfall endete. Über den zweiten Angeklagten fällte das Gericht kein Urteil.

Mühldorf/Traunstein – So außergewöhnlich das illegale Autorennen zweier älterer, wohlgesetzter Herren war, so ungewöhnlich verlief die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Traunstein unter Vorsitz von Richterin Dr. Theresa Steinberger-Fraunhofer und ihren beiden Schöffen.

Ein Angeklagter krank, zwei wichtige Zeugen krank, viele Verhandlungspausen und ein abgekoppeltes Verfahren gegen einen der beiden Angeklagten. Und am Ende ein Urteil gegen den Porschefahrer aus Altötting, das kaum von der ersten Entscheidung des Amtsgerichts abwich.

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Der 68-Jährige Arzt hatte sich im März 2019 ein Autorennen über die B 12 und die A 94 geliefert. Gegner war ein 59-jähriger Geschäftsführer mit einem Ford Mustang. Kurz hinter Mühlorf verunglückten beide auf der Autobahn schwer und zogen sich bleibende Verletzungen vor. Der Sachschaden betrug 47 000 Euro.

Angeklagte bei Rennen verletzt

Im Prozess vor dem Amtsgericht Mühldorf hatte Richter Florian Greifenstein im Juni den Porschefahrer zu 120 Tagessätzen á 150 Euro, also 18.000 Euro verurteilt, der Mustangfahrer erhielt bei 120 Tagessätzen á 140 16.800 Euro Strafe.

Während der angeklagte Arzt wieder von den Rechtsanwälten Harald Hafeneder und Christian Straub vertreten wurde, erschien Verteidiger Michael Hanke ohne seinen Mandanten. Auch ein Polizist, der am Unfallort gewesen war, hatte sich krank gemeldet, genauso wie die Frau, die mit ihren beiden Töchtern in den Unfall zwischen Erharting und Töging verwickelt gewesen war. Ihr Auto war von herumfliegenden Teilen getroffen worden.

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In einem Rechtsgespräch einigten sich die beteiligten Parteien darauf, dass der Angeklagte die Tat zugeben würde und damit nur noch über das Strafmaß neu entschieden werden müsste, was zu einer Verringerung führen würde. Damit war die Befragung von Zeugen nicht nötig.

Beschwerden ein Leben lang

Vor dem Urteil schilderte der Angeklagte, dass er sich bei dem Unfall beide Sprunggelenke gebrochen hatte. Während das rechte ohne Probleme operiert werden konnte, entstanden beim linken Sprunggelenk Keime, die sowohl eine erfolgreiche Operation verhindert hatten als auch dafür sorgten, dass keine weitere Operation an diesem Körperteil durchgeführt werden kann.

Diese Operation würde mutmaßlich scheitern, sagte der Arzt, weil sich multiresistente Keime in der Verletzung entwickelt hätten und eine Amputation des Fußes drohe. So muss der Arzt mit dieser Gehbehinderung leben, weil Gelenk und Pfanne im Sprunggelenk nicht zueinander passen. Durch Arthrose werden sich die dadurch auftretenden Schmerzen in Zukunft wohl noch verschlimmern. Der Arzt war sechs Wochen im Krankenhaus. Der Beifahrer erlitt eine Verletzung der Halswirbelsäule und musste sechs Tage im Krankenhaus zubringen.

Die Strafe fällt milder aus

Die Vorsitzende Richterin der Dritten Strafkammer, Steinberger-Fraunhofer reduzierte die Geldstrafe auf 100 Tagessätze á 150 Euro, als 15.000 Euro. Das Fahrverbot für drei Monate bleibt bestehen.

Das Verfahren des kranken Renngegners wurde abgekoppelt und soll im Frühjahr des nächsten Jahres verhandelt werden.

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