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Ampfinger Verbandsvorsitzender fordert: Händler müssen sich besser vorbereiten

Es hätte so schön sein können: Ein voller Stadtplatz mit besonders beleuchteten Häusern. Die Beleuchtung bleibt, der Andrang ist ab morgen vorbei.
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Es hätte so schön sein können: Ein voller Stadtplatz mit besonders beleuchteten Häusern. Die Beleuchtung bleibt, der Andrang ist ab morgen vorbei.

Mit Verständnis, aber auch Frustration reagierten Kunden und Geschäftsinhaber auf die erneue Zwangsschließung zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Denn für den Handel geht die wichtigste Zeit des Jahres abrupt zu Ende.

von Josef Bauer, Hans Grundner, Markus Honervogt und Harald Schwarz

Mühldorf – Christian Kühl, Vorsitzender der Mühldorfer Aktionsgemeinschaft, betont dazu: „Das sind die drei umsatzstärksten Wochen. Diese Entscheidung ist für uns sehr schädlich.“ Sein Kollege Willi Engelmann aus Waldkraiburg befürchtet: „Gewinner sind halt wieder die großen Online-Händler.“ Eine Möglichkeit, den Handel im Ort zu unterstützen: „Verschenken Sie Gutscheine.“

Auch wenn die meisten Händler die Maßnahmen für verständlich halten, bleibt Ärger. Sporthändler Adi Schäftlmaier kritisiert: „Die Regierungen haben im Sommer alles verschlafen. Da ist keine Strategie. Ich fürchte, dass es auch noch eine dritte Welle gibt.“ Die Kunden hätten aber schon seit Freitag reagiert. „Die Umsätze sind überdurchschnittlich angestiegen.“

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Christian Göttlinger, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Neumarkt-St. Veit, ist fassungslos. „Wir werden massiv in die Haftung genommen, obwohl die Infektionen bei uns unterdurchschnittlich waren“. Aus seiner Sicht werde der Handel erneut über Gebühr belastet.

Eine der kleinen Möglichkeiten, weiter für Kunden da zu sein, ist das „kontaktlose Einkaufen“, auf das sich einige Einzelhändler für die nächsten Tage eingestellt haben, wie Michael Hell von den Modehäusern in Ampfing und Mühldorf. Anrufen, bestellen, die Mitarbeiter legen die Ware dann vor dem Geschäft ab oder schicken sie per Post zu. „Wir finden eine Lösung“, verspricht Hell.

Die hat auch die Buchhandlung Herzog in Mühldorf und Waldkraiburg. Wer sich telefonisch oder per E-Mail meldet, kann das Buch auf einer Ablage vor dem Fenster abholen oder sich versandkostenfrei nach Hause schicken lassen.

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Andere öffnen die beiden verbleibenden Tage länger, weiß Werner Witte, Gewerbeverbandsvorsitzender in Ampfing. Ein wenig Schadensbegrenzung,, mehr aber nicht. Nach seiner Ansicht müssen sich die Händler schnell in eine zweite Richtung orientieren. „Viele Kunden haben in der Pandemie bemerkt, wie bequem der Einkauf im Internet ist.“

Darauf sollten die örtlichen Einzelhändler reagieren und ein Onlineangebot schaffen. „Mich wundert es, dass wir aus dem ersten Lockdown nicht mehr gelernt haben“, sagt Witte. In seinen Augen sei die wichtigste Aufgabe für den Handel in den nächsten Monaten, sich auf solche Ereignisse besser vorzubereiten.

Wolfgang Schönfelder (71) Rentner Mühldorf „Ein Familienfest wird es dieses Jahr für uns leider nicht geben. Mit den Weihnachtsgeschenken sehen wir das entspannt. Wenn unsere Kinder oder Enkelkinder etwas brauchen, bekommen die das auch unterm Jahr. Dafür brauchen wir kein Weihnachten. Wenn die Leute das Geld jetzt aktuell nicht ausgeben können, bringen sie es unterm Jahr unters Volk.“
Nadine Seifert (32) Hausfrau Mühldorf „Der Lockdown hätte schon im November stattfinden können. Vier oder sechs Wochen die volle Härte. Dann wäre das alles vielleicht schon überstanden. Unsere Tochter ist 14. Sie leidet enorm unter der Situation. Die Zeit reicht auch nicht, um alle Besorgungen bis Weihnachten zu machen, auch wenn man für das Kind das Beste will. Es ist sehr schwer. “
Wolfgang Schian (77) Rentner Mühldorf „Es fehlt einfach etwas. Nur zu Hause sitzen ist schlimm. Durch die ganze Situation verliert man das Gefühl für Weihnachten. Als Laie kann man das nicht beurteilen, ob die Corona-Maßnahmen richtig oder falsch sind. Man muss sich all dem leider fügen, auch wenn man Menschen, die einem eigentlich wichtig sind, schmerzlich vermisst“.
Veronika Müller (68) Rentnerin, Mühldorf „Man hätte vielleicht noch ein paar Tage bis zum Lockdown warten können, denn vor allem jetzt ist es sehr schwer für den Einzelhandel und die Gastronomie. Man fühlt mit den Menschen mit, denen es leider nicht so gut geht. Ich stimme mich mit positiven Gedanken und mit Hilfe schöner Gedichte und Bilder, die mich berühren, auf die Weihnachtszeit ein.“

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