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Untersuchungen fast abgeschlossen

Kein Erdöl, aber heißes Wasser – Chancen auf Geothermie in Ampfing

Die Suche nach Erdöl am Schickinger Bohrplatz bei Ampfing war erfolglos. Doch jetzt bietet sich die Chance für eine Nachnutzung der Erdöl-Bohrung, eine Erschließung geothermische Energie scheint machbar zu sein.
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Die Suche nach Erdöl am Schickinger Bohrplatz bei Ampfing war erfolglos. Doch jetzt bietet sich die Chance für eine Nachnutzung der Erdöl-Bohrung, eine Erschließung geothermische Energie scheint machbar zu sein.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Erdöl wird am Schickinger Bohrplatz bei Ampfing nicht gefördert werden. Aber nach technischen Untersuchungen durch das Energieunternehmen RDG kristallisiert sich nun eine Nachnutzung der Erdölbohrung heraus: die Erschließung von geothermischer Energie.

Ampfing – Groß angelegte seismische Untersuchungen, zwei Bohrungen und Fördertests – die Suche nach Erdöl am Standort Sicking ist für das Energieunternehmen RDG erfolglos geblieben. Doch die Investitionen waren vermutlich nicht umsonst. Denn erste technische Untersuchungen für eine mögliche Nachnutzung der Erdölbohrung stimmen das Unternehmen zuversichtlich.

„Das Erdöl konnte nicht mobilisiert werden“, damit hat Projektleiter Ernst Burgschwaiger im Frühjahr das Aus für die Erdöl-Förderung erklärt. Der Grund: Die Fließgeschwindigkeit des Erdöls ist geringer als bei der früheren Förderung, die von 1955 bis 1987 ganz in der Nähe stattfand. Die guten Indikationen nach der Bohrung hatten sich im Förderergebnis nicht bestätigt. Zwischen acht und zehn Millionen Euro hat das Unternehmen in das Projekt investiert.

Untersuchungen fast abgeschlossen

Trotz des ernüchternden Ergebnisses hat das Unternehmen weiter an einer möglichen Energiegewinnung festgehalten. Die ersten technischen Untersuchungen für eine mögliche Nachnutzung der Erdölbohrungen sind nach Angaben der RDG fast abgeschlossen und die Chancen stehen gut. „Über eine Vertiefung der Bohrung bietet sich die Möglichkeit für die Erschließung geothermischer Energie an.“

Lesen Sie auch:Kein Erdöl in Ampfing: Warum das Projekt geplatzt ist

Durch eine mögliche Verwendung der bestehenden Bohrung ergeben sich wesentliche Kostenvorteile und dadurch attraktive wirtschaftliche Möglichkeiten, teilt das Unternehmen mit. Eine endgültige wirtschaftliche Betrachtung könne allerdings erst mit Abschluss der Untersuchungen erstellt werden. Neben geologischen Aspekten fließen Faktoren wie Investitions- und Nutzungsmöglichkeiten der gewonnenen Wärmeenergie in den Entscheidungsprozess mit ein. Für die Erarbeitung eines möglichen Erschließungskonzepts, um eine Wärmeabnahme sicherzustellen, und die Finanzierung der nötigen Infrastruktur steht die RDG in engem Austausch mit der Gemeinde Ampfing. Die Gewinnung von Erdwärme wäre für die Region ein wichtiger Schritt für mehr Energieunabhängigkeit und heimische Versorgung aus regenerativen Energiequellen.

Keine weitere Erdölbohrung

Als die RDG 2016 zur ersten Bohrung ansetzte, hat der damalige Bürgermeister Ottmar Wimmer auf Geothermie als ein Nebenprodukt gehofft. Das könnte nun tatsächlich Realität werden. Eine Nutzung, von der auch die Gemeinde Ampfing profitieren könnte. Bürgermeister Josef Grundner steht in Kontakt mit dem Energieunternehmen, doch bislang sind noch zu viele Frage offen.

„Geothermie ist ein Zukunftsprojekt und ich bin optimistisch“, sagt Grunder. Aber mehr lasse sich erst nach einer Machbarkeitsstudie sagen. Beim Thema Fernwärme sei noch nicht geklärt, wie diese in den Ort transportiert werden könne. Zwischen dem Ortskern und dem Bohrplatz liege immerhin die Autobahn.

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Dennoch freut sich Grundner, dass das Unternehmen breit aufgestellt ist und die Möglichkeit einer Geothermie prüft. „Es muss natürlich für die RDG wirtschaftlich sein. Die Gemeinde wird jedenfalls das Unternehmen gerne unterstützen.“

Nach dem Aus der Erdölbohrung hat die RDG in Richtung Heldenstein eine weitere Erkundungsbohrung ins Auge gefasst. Doch diese Pläne sind jetzt vom Tisch. „Die mögliche Erdölförderung im Westteil der ehemaligen Lagerstätte von Ampfing wird darüber hinaus nicht weiterverfolgt.“

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