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Haare schneiden und Kinder unterhalten

Vorlesefriseur Danny Beuerbach in Ampfing: Diese Geschichte steckt hinter der Idee

iManuela Hansmeier vom Team der Ampfinger Bücherecke, organisierteden Vorlesefrisörfoto Stettner
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Manuela Hansmeier vom Team der Ampfinger Bücherecke, organisierte den Vorlesefrisörfoto.
  • Rita Stettner
    VonRita Stettner
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Während Vorlesefriseur Danny Beuerbach Kunden einen neuen Haarschnitt verpasst, müssen sie ihm im Gegenzug etwas vorlesen. Tun sie das, erhalten sie ihren neuen Look gratis. Bei einem Auftritt in Ampfing kamen rund 50 Personen jeden Alters.

Ampfing – Danny Beuerbach rollt den Teppich aus, rückt den Hocker zurecht und klappert mit der Schere: Die Bühne an der Ampfinger Bücherecke ist bereitet. „Und dann passiert Magie“, stellt er selbst immer wieder staunend fest. Meist dauert es nicht lange, bis das erste Kind sich traut, Platz zu nehmen – mit einem Buch in der Hand. Den Haarschnitt gibt es nicht umsonst, sondern nur für eine ganz bestimmte Gegenleistung: vorlesen.

Erst spät selber das Lesen gelernt

Während er mit Kamm und Schere hantiert, steigt das Kind in die Geschichte ein. „Ich finde es schön, wenn jemand gut vorlesen kann, aber korrigieren würde ich nie“, erklärt Beuerbach.

Ihm geht es vor allem darum, das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken. Ihnen vielleicht sogar über den Vorleseerfolg aus einer Rolle herauszuhelfen, in die er selbst als Kind gedrängt wurde.

Danny Beuerbach hatte bei seinem Besuch in Ampfing einiges zu tun. Viele Kinder nahmen ihren Mut zusammen, um öffentlich vorzulesen.

„Ich bin lange als dumm abgestempelt worden, weil ich erst spät Lesen gelernt habe. Schöne Aufsätze konnte ich schreiben, die allerdings wegen der vielen Rechtschreibfehler nicht gewürdigt wurden“, sagt er.

Lesestoff gegen neue Frisur

Vorgenommen hatte er sich, dann mehr zu lesen. Doch er kam nicht dazu, und so kam ihm die Idee, seine Kunden während des Haareschneidens für sich vorlesen zu lassen. Was als Spaß begann, wurde ein Riesenerfolg – erst recht, nachdem er auch seinen jungen Kundinnen und Kunden Lesestoff anbot.

Einen enormen Auftrieb erhielt seine Idee durch seinen ersten offiziellen Auftritt als Vorlesefriseur. Daraus ist das Leseförderungsprojekt „Book a Look“ entstanden. Die Idee hinter „Book a look and read a book“ sei kurzum eine ganz einfache: Während er Kunden einen neuen Haarschnitt verpasst, müssen sie ihm im Gegenzug etwas vorlesen. Tun sie das, erhalten sie ihren neuen Look gratis.

Mutig setzten sich die ersten auf den Stuhl. Und während er die Schere zur Hand nahm, schlugen sie ein Buch auf, das sie entweder aus der Bücherecke hatten oder von zu Hause mitbrachten oder auch eines von Danny Beuerbach. Dann begannen sie zu lesen. Während er einen neuen Haarschnitt verpasste, lauschten alle Anwesenden rundherum gespannt den Worten – natürlich auch Beuerbach.

Orientalische Oase mit Bücherecke

In Ampfing hatte Danny Beuerbach – mit struppeligem Lockenkopf, lässigem Hemd und Hose sowie einer großen Kette mit bunten Bommeln – viel zu tun. Rund 50 Personen jedes Alters und ein Hund warteten geduldig, bis sie an die Reihe kamen.

Viel Zeit nahm sich Danny Beuerbach für seine „Vorlesekunden“.

Wie eine kleine orientalische Oase war der Vorplatz der Bücherecke ausgestattet. Viele Kissen und mittendrin der Stuhl, auf dem die Kinder und die Erwachsenen Platz nahmen für einen neuen Haarschnitt.

Genügend Zeit für jedes Kind

Obwohl er alle Hände voll zu tun hatte, während er mehr als fünf Stunden Haare schnitt und allerhand Geschichten hörte, ließ er es sich nicht nehmen, sich für jedes Kind Zeit zu nehmen und jeweils auf das Vorgelesene kurz einzugehen.

Schön war auch, dass die Kinder nicht nur durch den Friseur, sondern auch durch die anderen, die warteten und zuschauten, ermutigt wurden, sich im Vorlesen zu üben. „Book a look and read my book“ sei also auch ein einfaches und wirksames Leseförderungsprogramm.

Mutig stellte sich auch ein Vierbeiner zur Verfügung.

Für alle Beteiligten war es schön, Teil dieses Projektes zu sein, das Danny Beuerbach ins Leben gerufen hat, so Organisatorin Manuela Hansmeier am Ende der Veranstaltung. 

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