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Minister unter Seehofer

Rücktritt aus familiären Gründen: Ampfinger Abgeordneter Marcel Huber legt Mandat nieder

Dr. Marcel Huber legt sein Landtagsmandat nieder. Der ehemalige Umweltminister nannte gesundheitliche und familiäre Gründe für seinen Verzicht.
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Dr. Marcel Huber (63) legt sein Landtagsmandat nieder.
  • Christian Deutschländer
    VonChristian Deutschländer
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  • Markus Honervogt
    Markus Honervogt
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Dr. Marcel Huber legt sein Landtagsmandat nieder. Wie der langjährige CSU-Abgeordnete sagt, hat er gegenüber der Fraktion sein Ausscheiden zum 15. Januar erklärt.

Ampfing/München - Der heimische Landtagsabgeordnete Dr. Marcel Huber legt sein Mandat zum 15. Januar nieder. Das sagte Huber am Donnerstagnachmittag. Er nannte persönliche und familiäre Gründe für seinen plötzlichen Ausstieg aus der Politik. „Mein Platz ist jetzt an der Seite meiner Frau“, sagte er, sie ist kurz vor Weihnachten schwer an Krebs erkrankt. „Ich bin derzeit nicht in der Lage, meine politischen Aufgaben zu 100 Prozent wahrzunehmen.“

Mit dem Verzicht auf sein Mandat zum 15. Januar endet eine politische Karriere, die 2003 aus dem Nichts begann. Damals suchte die Kreis-CSU einen Nachfolger ihres Vorsitzenden Uli Lode, der auch Landtagsabgeordneter war. Auf Initiative des Ehrenvorsitzenden Nikolas Asenbeck kandidierte Huber, der zu dieser Zeit als Tierart tätig war. Er setzte sich gegen sechs Mitbewerber durch und zog einige Wochen später auch als Erststimmenkandidat in den Landtag ein. Huber holte damals 71,4 Prozent der Erststimmen.

2007 erstmals ins Kabinett berufen

Sehr schnell machte sich Huber in der parlamentarischen Arbeit einen Namen, nach der nächsten Wahl 2007 berief ihn der damalige Ministerpräsident Günther Beckstein erstmals ins Kabinett. Über das Kultusministerium kam er schließlich 2014 als Minister zurück ins Umweltministerium, das er am 1. September 2014 verließ, um in die Staatskanzlei zu wechseln. Ein politischer Feuerwehrmann, der die damals schwelenden Brände nach der Modellautoaffäre seiner Vorgängerin Christine Hadertauer schnell löschen konnte.

Huber blieb wichtiger Teil der Staatsregierung, zuletzt erneut im Umweltministerium, bis ihn der neugewählte Ministerpräsident Markus Söder nicht mehr zu brauchen glaubte. Die Nichtberücksichtigung traf Huber sehr, er war bis zuletzt in die Koalitionsverhandlungen mit den freien Wählern eingebunden. In der ihm eigenen Loyalität nutzte er allerdings nie die öffentliche Bühne, um seinem Unmut Luft zumachen, sondern arbeitete unverändert engagiert weiter.

Nachrücker steht bereits fest - „es wird einen vernünftigen Übergang geben“

Huber hat den Verzicht auf sein Mandat am Dienstag gegenüber Landtagspräsidentin Ilse Aigner erklärt. Nachrücker wird der Münchner Andreas Lorenz. Huber verspricht, dass sich Lorenz als Betreuungsabgeordneter um den Landkreis kümmern werde. Lorenz ist gebürtiger Waldkraiburger, sechs Jahre lebte er in der größten Stadt im Landkreis.

Huber betonte auch, dass die Vorhaben, für die er sich als Minister und Abgeordneter eingesetzt habe, weiter gehen würden. Bahnausbau, Umsiedlung des Amts für ländliche Entwicklung oder die Einrichtung einer Forschungseinrichtung in Waldkraiburg seien nicht an seine Person gebunden. „Es wird einen vernünftigen Übergang geben“, sagt er.

Kleine Gruppe war in Rücktritt eingeweiht

Eine sehr kleine Gruppe an Parteimitgliedern war in den Rücktritt eingeweiht, versuchte, ihn umzustimmen; vergeblich. Huber ist zwar immer für andere da, siehe Feuerwehr – aber keiner, der die Politik, das mit großem Abstand errungene Abgeordnetenmandat in Mühldorf, mal schleifen ließe, sich ein paar Monate um anderes kümmerte. Sein Rückzug ins Private wird nun vollständig sein, auch die Führung des Musikrats und des Katholischen Männervereins Tuntenhausen gibt er ab.

Landtagspräsidentin Aigner bedauert „außerordentlich“

„Ich bedaure das außerordentlich“, sagt Landtagspräsidentin Aigner. „Sehr kompetent, sehr integer, sehr geschätzt“ sei Huber. Tatsächlich erzählen das viele über den bodenständigen, uneitlen CSU-Abgeordneten, der über die Parteigrenzen respektiert wird. In seinen Aufgaben als Umweltminister und Staatskanzleichef, 2011 bis 2018, eckte er zwar auch an, hatte Skandale am Bein (Müller-Brot und andere). Seine persönliche Integrität wurde aber nie infrage gestellt. „Es gibt Schlimmere als Sie“, rief ihm mal eine führende Grünen-Politikerin zu, und das war damals so nett wie ehrlich gemeint.

Den Kreisvorsitz hatte Huber bereits in diesem Sommer abgegeben, bei der turnusmäßigen Neuwahl war er nicht mehr angetreten. Sein Nachfolger ist Landrat Maximilian Heimerl.

Landrat Heimerl würdigt Huber

Der bedauerte den Rücktritt und sagte, „Er hat sich seit 2003 stets unermüdlich und sehr erfolgreich für die Menschen im Landkreis Mühldorf a. Inn und der gesamten Region eingesetzt. Wir sind ihm dafür sehr dankbar.“ Zugleich versprach Heimerl, sich für die Projekte Hubers einzusetzen. „Gleichzeitig tritt ein ganz Großer der bayerischen Politik ab, der in verschiedenen Funktionen in der Bayerischen Staatsregierung durch seine Kompetenz und seine Menschlichkeit überzeugt hat.“ Auch in seinem Abschied aus der aktiven Landespolitik zeige Huber Größe. Er stellte seine familiären Verpflichtungen über seine politischen Ambitionen und sei damit auch hier Vorbild.

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