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Entwicklung des Gewerbegebiets

Amazon, Hermes oder gar kein Großkonzern? Was jetzt mit dem Mühldorfer Kingdom Parc passiert

Die Vogelperspektive zeigt die Größe des Areals, auf dem der Kingdom Parc steht. Was dorthin kommt, wenn er weg ist, steht noch nicht fest. Wohl aber, was nicht gebaut werden darf.
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Die Vogelperspektive zeigt die Größe des Areals, auf dem der Kingdom Parc steht. Was dorthin kommt, wenn er weg ist, steht noch nicht fest. Wohl aber, was nicht gebaut werden darf.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Nach monatelangem Stillstand geht die Planung für das Gelände des Kingdom Parcs jetzt weiter. Obwohl noch immer nicht genau feststeht, was dort gebaut werden soll, ist nun zumindest klar, was nicht dorthin kommt.

Mühldorf – Vor allem eine Arbeitsgruppe aus Stadträten und ein Gespräch von CSU-Fraktionschef Stefan Lasners mit dem Investor haben einige Bedenken ausgeräumt.

Ab jetzt dürfen die Nachbarn mitreden

Jetzt sollen die Pläne für die Öffentlichkeit ausgelegt. Wo seit Jahren die Großraum-Diskothek Kingdom Parc leer steht, soll ein Gewerbegebiet entstehen.

Im Zentrum der Lösung steht der Verzicht des Investors, auf dem Gelände Lieferdienste oder Verteilzentren anzusiedeln. Dieses Verbot soll im Bebauungsplan festgeschrieben werden. Damit sind „KEP“-Dienstleistungen ausgeschlossen. KEP steht für Kurier-, Express- und Paketdienst und meint zum Beispiel Firmen wir Hermes, die von solchen Lieferzentren aus Pakete verteilen.

Amazon-Regionallager ist ausgeschlossen

Auch „Last mile“-Angebote sollen nicht möglich sein, mit denen unter anderem Amazon abseits der großen Lagerhallen kleinere, ortsnahe Standorte betreibt.

Keine Kleinlastwagen in Altmühldorf

Ziel der Einschränkungen ist es, Lieferwagen aus Altmühldorf fernzuhalten. Anwohner rechnen damit, dass diese Kleintransporter den direkten Weg durchs Dorf wählen, wenn sie nach Osten fahren wollen.

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„Jetzt soll der ewige Kleinverkehr ausgeschlossen werden“, sagte Stefan Lasner im Bauausschuss, der nach Angaben von Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner wesentlichen Anteil an der jetzt gefundenen Lösung hatte. Er sagt: „Dann können nur noch Lastwagen zum Gelände fahren und die kommen schon wegen der Durchfahrtshöhe der Unterführung nicht nach Altmühldorf rein.“

Gespräch Laserns mit dem Investor

Lasner hatte nach der Vorstellung des Investors in einer nichtöffentlichen Stadtratssitzung im November das Gespräch mit der Firmenleitung der „BauWo“ gesucht. „Bis dahin gab es nur gewagte Aussagen zum Verkehr“, begründete Lasner seine Initiative auf Anfrage. „Diese Aussagen konnten wir nicht beurteilen, so lange wir nicht wussten, was dort genau hinkommt.“

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Das weiß die Stadt auch heute noch nicht. Nach Lasners Verhandlungen mit der „BauWo“ ist aber zumindest klar, was dort nicht hinkommt: Firmen, die mit Kleinlastwagen Waren vertreiben. Lasner rechnet deshalb damit, dass „es keine wesentliche Zunahme des Verkehrs in Altmühldorf“ geben wird. „Der Verke

Grünes Dach oder PV-Anlage

Von ursprünglich 20 000 auf 18 000 Quadratmeter wurde die Hallengröße reduziert, zu den Lösungen gehören Dachbegrünung oder Fotovoltaikanlage, die Planung von mindesten zehn Fahrradstellplätzen und die Errichtung einer E-Ladesäule je zehn Autoparkplätze.

Linksabbeigeverbot noch nicht möglich

Ein Linksabbiegeverbot, wie von Anwohnern und im Ausschuss gefordert, kann laut Stadtbaumeisterin Weichselgartner nicht im Bebauungsplan festgelegt werden. Durch ein solches Verbot könnte ebenfalls Verkehr aus Altmühldorf ferngehalten und auf Nordtangente oder Autobahn verlagert werden, müsste aber später als Verkehrsanordnung verfügt werden.

Gottfried Kirmeier (SPD), räumte ein, dass viele Bedenken ausgeräumt worden seien. Er wies aber darauf hin, dass einige Baufragen erst im Laufe des Verfahrens geklärt würden. Laut Weichselgartner wird im Bebauungsplan nicht definiert, dass dort ein Logistikunternehmen hinkommt, sondern ein Gewerbegebiet.

Lastwagenstellplätz für nachts auf dem Gelände

Oskar Stoiber (CSU) forderte die Ausweisung von Lastwagenstellplätzen am Rand des Geländes, wenn das Gelände abends geschlossen sei. Lasner betonte nach dem Gespräch, dass der Investor vier Nachtstellplätze auf dem Gelände zugesagt habe. „Das war unsere Bedingung.“

Nur die Grünen dagegen

Gegenrede gab es von Dr. Matthias Kraft (Grüne), der darauf hinwies, dass das Baurecht gegenüber dem Kingdom Parc massiv gesteigert worden sei. Mehrere Stadträte kündigten an, dass sie auch die konkrete Bauplanung intensiv beobachten würden.

Jetzt dürfen sich Anwohner äußern

Im nächsten Schritt werden die Pläne jetzt öffentlich ausgelegt, sodass sich jeder, der von der Änderung auf dem Gelände betroffen ist, dazu äußern kann. Über diese Einwände muss der Stadtrat dann diskutieren und entscheiden.

Mit acht Stimmen gab der Ausschuss das Verfahren für die Öffentlichkeit frei, nur die Grünen Dr. Georg Gafus und Kraft stimmten dagegen.

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