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Alles im grünen Bereich

  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Würde man Wochen mit Farben kennzeichnen, die KW 16/2021 wäre grün, nicht rot, bestimmt nicht schwarz und blau schon gar nicht.

Nicht zu glauben, wie geräuschlos das Duo in Berlin die K-Frage geregelt hat! Die politischen Konkurrenten müssten glatt die Farbe wechseln, grün vor Neid werden. Alles im grünen Bereich – sogar an der lokalen Berichterstattung der Waldkraiburger Nachrichten lässt sich das diese Woche ablesen.

Da ist zum Beispiel die eigenartige Mehrwegwindel-Debatte im Ampfinger Gemeinderat. Um Müll zu vermeiden, hatten die Grünen im Nachbarort den Vorschlag gemacht, die erfolgreiche Aktion Windelsack zur Unterstützung von Eltern mit Babys und pflegenden Angehörigen um eine ökologische Variante zu ergänzen.

Wer auf ein Stoffwindel-System setzt und den Müllberg damit kleiner macht, kriegt dafür einen Zuschuss von der Gemeinde, die sich das leisten kann. Eine gute Idee. So gut, dass sie auch von allen anderen Parteien hätte kommen können. Eine Idee, die aber keine Mehrheit im Gemeinderat gefunden hat. Weil da noch einige offene Fragen waren. Zum Beispiel nach der angemessenen Höhe der Förderung. Schon richtig, der Teufel liegt oft im Detail. Aber warum so ein Antrag dann nicht auf Wiedervorlage zurückgestellt und geprüft werden kann, das bleibt auch eine offene Frage.

Im Waldkraiburger Stadtrat hat sich die wachsende Radlerlobby lautstark zu Wort gemeldet und fraktionsübergreifend noch einmal den Versuch gestartet, die Planung in der Berliner Straße zu kippen. Vier neue Längsparkplätze, die die Radwegführung beeinträchtigen, kamen noch mal auf den Prüfstand, deren Gegner mit ihrer Initiative aber nicht durch.

Der Vorstoß hatte ein großes Manko: Er kam zu spät. Ein halbes Jahr, nachdem der zuständige Ausschuss die Planung inklusive Stellplätzen abgesegnet hatte, und zwei Monate, nachdem sie noch einmal mehrheitlich bekräftigt worden war.

Das Signal, das die Antragsteller setzten, war trotzdem richtig. Die große wie die lokale Verkehrspolitik dürfen nicht mehr um fahrende oder parkende Autos kreisen. Genau das passiert nämlich immer noch. Sie müssen viel stärker als bisher die Perspektive der anderen Verkehrsteilnehmer berücksichtigen, nicht zuletzt die der Radfahrer. Deren Zahl wächst stetig. Nicht nur weil die Corona-Pandemie den Radlerboom noch verstärkt hat.

Die Infrastruktur für die rollenden Verkehrsteilnehmer ist innerstädtisch wie außerhalb – zahm formuliert – ausbaufähig. Es ist viel zu tun in und um Waldkraiburg. Wo der Radler aus dem Landkreis Mühldorf auch hinfährt, nach Niederbayern, Richtung München oder Richtung Berge, das Wegenetz wird dichter, die Bedingungen in der Regel besser. Selbst in südlichen Ländern, die für Radler jahrzehntelang miserable Bedingungen boten, finden sich mittlerweile Regionen, die gewaltig aufgeholt haben.

Viele Gemeinden und Städte sind dabei, Konzepte zu entwickeln und Gutachten in Auftrag zu geben. Auch Waldkraiburg. Das ist gut so. Ein Glück nur, dass Radfahrer nicht dem Temporausch verfallen sind. Es könnte nämlich schon ein wenig schneller gehen mit dem Verkehrs- und Radwegekonzept.

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