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Zwischen Ärger, Frust und Zorn

Allersheimer Bürger sind sauer: Wenn der Verkehr für die Anwohner zur Last wird

Franz Sickinger hat Sorge, dass Radfahrer wegen des Verkehrs in gefährliche Situationen geraten können.  Schwarz
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Franz Sickinger hat Sorge, dass Radfahrer wegen des Verkehrs in gefährliche Situationen geraten können. Schwarz
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
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Es ist eine unerträgliche Situation für die Anwohner in Allersheim. Franz Sickingers Gemütslage schwankt zwischen Ärger, Frust und Zorn hin und her: Die Ruhe, die er gerne hätte, wird täglich empfindlich gestört. Durch den Verkehr, der durch Allersheim läuft und die Ignoranz von Autofahrern.

Schwindegg –  Franz Sickingers Gemütslage schwankt zwischen Ärger, Frust und Zorn hin und her: Er war eigentlich immer gerne zu Hause. Der selbstständige Fliesenleger genoss es, sich dort von dem stressigen Arbeitsalltag zu erholen. Allerdings wird die Ruhe, die er gerne hätte, täglich empfindlich gestört. Dabei meint er zum einen den Verkehr, der durch Allersheim läuft und die Ignoranz von Autofahrern. „Vor ein paar Jahren wurde eine Umgehungsstraße in Schwindegg gebaut, die Millionen gekostet hat. Sie wird aber kaum von Verkehrsteilnehmern genutzt“, kritisiert er. Deshalb ist für ihn „die Umgehungsstraße herausgeschmissenes Geld“.

Zum anderen gibt es offensichtlich ein spezielles Problem mit einem örtlichen Speditionsunternehmen, das die Straße, die an Sickingers Haus vorbeiführt, dazu nutzt, seine Lastwagen umzurangieren.

Schäden am Haus durch den Verkehr

Franz Sickinger lebt seit elf Jahren in Allersheim. Er hat sich dort mit viel Akribie, aber auch Geld ein rund 170 Jahre altes Bauernhaus renoviert. Unter anderem durch den Bau der Autobahn wurde die Straße nach Obertaufkirchen aber von „unzählbare Lastern befahren“. Das hat auch Schäden an seinem Haus hinterlassen und, nach seiner Aussage, häufen sich zudem Wasserschäden.

Vielen Radlern ist nicht bewusst, dass der Geh- und Radweg in Allersheim endet und sie auf die Straße müssen.

Für seinen Geschmack rauschen vor allem Laster deutlich zu flott durch Allersheim. Gerade die heimischen Lastwagenfahrer seien „die Schlimmsten“. Doch obwohl er bereits bei der Gemeinde, bei der Polizei und beim Landratsamt versucht hat, Gehör zu finden, ist bisher nichts passiert. „Ich warte seit Jahren auf einen Ortstermin, passiert ist aber bisher nix“, ärgert sich Franz Sickinger.

Eine Gefahrensituation für Radfahrer

Er weist in diesem Zusammenhang noch auf einen anderen Umstand hin: Von Obertaufkirchen führt ein Geh- und Radweg nach Schwindegg. Dieser Weg endet allerdings in Allersheim. Die meisten Radfahrer, so hat Franz Sickinger beobachtet, merken das aber nicht, sondern fahren sorglos weiter. Auch an seinem Haus vorbei, wo sie sich an die optisch getrennte Spur halten. „Wenn da mal wieder ein Laster von Schwindegg hochfährt und ohne anzuhalten nach links abbiegt, kann es ziemlich brenzlig werden“, so Sickinger.

Bürgermeister Roland Kamhuber ist „bemüht, eine Lösung zu finden

Man sei bemüht, hier eine Lösung zu finden, sagt Schwindeggs Bürgermeister Roland Kamhuber. Er habe kurz nach seinem Amtsantritt bereits mehrere Gespräche mit Anwohnern in Allersheim geführt, doch es sei unheimlich schwer. Er bestätigt, dass in den vergangenen Jahren, bedingt durch den Autobahnbau, viele Lastwagen durch Allersheim gefahren seien. Doch Franz Sickinger erinnert daran, dass der Autobahnbau seit mehr als einem Jahr abgeschlossen ist, die Zahl der Fahrzeuge, die durch Allersheim fahren, aber nicht spürbar weniger geworden ist.

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Vor einiger Zeit fand eine Verkehrszählung in Allersheim statt und Sickinger berichtet, dass ihm ein Zähler bescheinigt hat, dass er überrascht sei, wie viele Autos dort täglich durchfahren. Allerdings hat die Verkehrszählung nichts mit Allersheim zu tun, wie Bürgermeister Kamhuber klarstellt. Hier ging es darum, den Ziel- und Quellverkehr nach Schwindegg zu erfassen, um der Bahn aufzuzeigen, dass der Bahnübergang beim Holzwerk Obermeier „für Schwindegg elementar wichtig ist“.

Kamhuber: „Alles braucht seine Zeit“

„Wir tun unser Möglichstes in Sachen Allersheim, doch alles braucht seine Zeit“, sagt Kamhuber. Er erinnert auch daran, dass die angesprochene Umgehungsstraße keine Umgehungsstraße für Schwindegg ist, sondern Teil der geplanten Ortsumfahrung des Nachbarortes Obertaufkirchen.

Nicht bestätigen möchte Bürgermeister Kamhuber die Umrangieraktionen des örtlichen Speditionsunternehmens, das „ein wichtiger Gewerbebetrieb und Partner für die Gemeinde ist“. Er habe das noch nicht festgestellt, dass die Lastwagen am Wochenende Kreise um Allersheim ziehen.

Eine Aussage, die Franz Sickinger ärgerlich macht, schließlich „bildet er sich das Ganze ja nicht ein“.

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