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DER COMPUTER ENTSCHEIDET

Senioren nach 40-Jähriger geimpft? So läuft die Terminvergabe im Landkreis Mühldorf

Am Anfang ging alles ganz schnell, die Freude über die ersten Impfungen waren auch im Landkreis groß. Inzwischen gibt es deutliche Kritik an Tempo und Impfreihenfolge. Im Zentrum des Geschehens steht eine Software.
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Am Anfang ging alles ganz schnell, die Freude über die ersten Impfungen waren auch im Landkreis groß. Inzwischen gibt es deutliche Kritik an Tempo und Impfreihenfolge. Im Zentrum des Geschehens steht eine Software.
  • Markus Honervogt
    VonMarkus Honervogt
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Die Corona- Impfreihenfolge im Landkreis Mühldorf ist durcheinander. Jüngere vor Älteren, Gesündere vor Kränkeren, viele beschweren sich darüber.

Mühldorf – Heftige Reaktionen auf den Bericht über eine Corona-Impfung: Andrea Klemm, 40 Jahre alt und von einer Autoimmunkrankheit geplagt, ist bereits geimpft. Als Mitglied der Risikogruppe drei. Am 25. Februar bekam sie eine Impfung mit Astra Zeneca, angemeldet hatte sie sich am 14. Januar.

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„Ich warte dagegen schon lange“, erzählt eine Anruferin, die nicht mit Namen genannt werden möchte. Sie pflegt ihren Mann und ihre Tochter, beide als Risikopatienten bereits geimpft. Für sie gab es keinen Schutz. „Dabei bin ich in Prioritätsgruppe zwei“, beruft sie sich auf Paragraf drei der Impfverordnung, Absatz eins, Punkt drei, in dem es heißt: „Enge Kontaktpersonen, von nicht in einer Einrichtung befindlichen pflegebedürftigen Person.“ Sie war dabei, als ihre Angehörigen geimpft wurden, für sie stand kein Impfstoff bereit.

Computer entscheidet über Termine

Lukas Menigmand ist deutlich jünger. Der 36-Jährige IT-Fachmann aus Mühldorf arbeitet als Lehrer an der Erdkinderschule in Eggenfelden. Er leidet auch unter Autoimmunkrankheiten, hat ein Aneurysma. Menigmand hat sich am ersten Tag Ende Dezember 2020 für die Impfung registriert, er landete in der Risikogruppe drei.

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Als Lehrer rutschte er schließlich am 24. Februar in die Kategorie zwei. Es dauerte neun Tage, bis er endlich die erste Spritze mit dem Impfstoff von Astra Zeneca erhielt. „Ich hatte wirklich Angst davor, als Lehrer arbeiten zu gehen, ohne geimpft zu sein.“

Ein Computer entscheidet wer wann drankommt

Die Verantwortung für die Terminierung, schreibt das Landratsamt auf Anfrage, trägt der Computer. Sie geschieht im Rahmen der automatischen Terminierung durch die Software BayIMCO. Die Abkürzung steht für „Bayerisches Impfmanagement gegen Corona“. Das Programm wurde am 11. Januar von der Staatsregierung freigeschaltet. „Die Mitarbeiter des Impfzentrums haben keinerlei Einfluss auf die Reihenfolge der Terminierung durch das System“, schreibt Landratsamtssprecherin. Warum die Software Termine vergibt, wie sie sie vergibt, bleibt zumindest teilweise offen. Klar ist: Jüngere kamen vor Älteren zum Zug, weil der Impfstoff von Astra Zeneca zunächst nur Menschen unter 65 verabreicht werden sollte.

Ältere rücken wieder stärker in den Fokus

Mit der Änderung dieser Einschätzung durch die Impfkommission, kommen jetzt wieder Ältere in der Risikogruppe eins früher zum Impftermin.

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Für Lehrer und Erzieherinnen gilt: Wer sich erst nach der Neuordnung der Impfgruppen und der Aufstufung in Gruppe zwei am 24. Februar registrieren ließ, bekam auch erst danach einen Termin zugeteilt.

Warum der Computer aber die Redakteurin Andrea Klemm auswählte, nicht aber den gleichermaßen vorerkrankten und schon früher angemeldeten Lukas Menigmand, kann niemand erklären.

Das müssen Lehrer und Erzieherinnen tun

Die Grundschullehrer und Erzieher wurden laut Landsratsamt aufgefordert, sich in BayIMCO registrieren zu lassen, oder ihre Registrierung nach der Hochstufung in Gruppe zwei anzupassen.

Altötting ist schon einen Schritt weiter

Die Lehrer im Landkreis Altötting sind das offensichlich schon weiter, wie ein Sprecher des Landratsamts auf Anfrage mitteilte. Nach Angaben von Dr. Robert Müller, haben 900 Erzieherinnen und Lehrer in der vergangenen Woche ein Impfangebot erhalten, 580 seien bereits geimpft, die übrigen sollen bis mitte dieser Woche folgen. „Wir impfen, was da ist“, sagt Müller.

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